Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 9 (September 1936)
- Article
- Die PICA-Böden im Hauran
- Date
- 1936-09-01
- Page
- Seite 451 (sequence 4)
- Language
- German
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in der Ebene gelegene Boden, der frei von Steinen ist, eignet sich für die Bearbeitung mit landwirtschaftlichen Maschinen. Die Fellachen, die den Boden bearbeiten, säen wechselweise Weizen, Gerste, Durra, Mais. Sie bearbeiten ihren Boden nach der Methode des »dry-farming«. In Dschillin baut man auf bewässertem Boden Gemüse, speziell Zwiebeln an. Es gibt dort auch eine Anzahl Fruchtbäume, speziell Feigen- und Nußbäume. Im Jahre 1934 betrug die Zahl der Ölbäume in Dschillin 1050, und die der Eukalyptusbäume 7990. Die Felder werden nicht gedüngt, da der Dünger den Fellachen als Heizmaterial dient. Es handelt sich zumeist um leichten, schwarzen Boden, Sand gibt es im Hauran überhaupt nicht. Da es sich zumeist um vulkanischen, phosphorreichen Boden handelt, sind die Getreideernten trotz der durchschnittlichen Regenmenge von nur 250 mm gut. Die Regenmengen werden erst seit dem Jahr 1926 gemessen. In jenem Jahr erreichte die Regenmenge 400 mm, ein Rekord für den Hauran. Im Jahre 1930/31 belief sie sich auf 256 mm, 1931/32 auf 220 mm, 1932/33 auf 162 mm, 1933/34 auf 168 mm. Die Regenmenge des Jahres 1935 war die größte der letzten fünf Jahre. Sie betrug 350 mm. Nach, vielen Dürrejahren brachte diese Ernte einen zwanzigfachen Weizenertrag. Das Hauran-Gebiet, das sich heute im Niedergang befindet, wurde in früheren Zeiten als eines der fruchtbarsten Gebiete des Nahen Orients mit dem Namen »Kornkammer Syriens« bezeichnet. Viele Ruinen legen Zeugnis von der vergangenen Blüte des Landes ab. Auch die Historiker jener Tage (die Bibel, Josephus Flavius, Strabo usw.) erzählen von den dichten Siedlungen, die sich hauptsächlich von der Landwirtschaft ernährten. Seit der zweiten mohammedanischen Eroberung im 13. Jahrhundert beginnt ein neues und schweres Kapitel in der Geschichte des Haurans. Die Siedlungen verarmten und der fruchtbare Boden wurde zur Wildnis. Einer der Gründe des gegenwärtigen Niederganges des Hauran ist in dem Vordringen der syrischen Wüste in die besiedelten Gebiete zu suchen. Was die Wüste nicht schaffte, vollendete die türkische Herrschaft. Generationenlang war der hauranische Fellache das Objekt erbarmungsloser Ausbeutung seiner Beherrscher und Bedränger, die ihn der Früchte seiner Arbeit beraubten. Wirtschaftlicher Niedergang und moralische Entartung waren das Ergebnis. Die lange Unterdrückung verwandelte den Hauranier in ein erbärmliches Geschöpf und raubte ihm jede Selbstachtung. Seinen mageren Anteil pflügt und säet der Hauranier, nur um seinen Hunger zu stillen. So verkommt sein Boden immer mehr. Der Hauran wurde ein typisches Beispiel für den Niedergang des Nahen Ostens im Laufe der letzten Jahrhunderte. Die Rechtsverhältnisse. Die Rechtsverhältnisse betreffend die Böden im Hauran wurden nach dem Weltkrieg in beschränktem Umfang neu geregelt. Zunächst wurde das offizielle Eigentumsrecht der PICA, anstelle des nominellen in den Vorkriegsjahren, festgelegt. Es wurde schon oben gesagt, daß als Folge der Beschlagnahme der PICA-Böden durch die türkische Regierung die Pächter das Eigentumsrecht der PICA auch nach dem Krieg nicht anerkennen wollten, bis sie unter dem Druck König Feisals schriftlich auf jedes Anrecht auf diese Böden verzichteten. Die neuen Kuschane bestätigten ihr Eigentumsrecht auf die Böden in Sahem-Dscholan, Nafa, Bustas. Es handelt sich dabei um »Miri«-Böden. Viel schwerer wurde es der PICA, bei der Regierung ihre Bodenangelegenheit in Dschillin, Mizra und Kaukab zu regeln. Diese Böden befinden sich im Eigentum des Wakuf, der den von der PICA zu zahlenden Pachtzins zugunsten von Leprakranken verwendet. Unter dem Vorwand, daß die PICA während der Kriegsjahre den Pachtzins nicht mehr bezahlt habe, wollte die Leitung des Wakuf ihr die weitere Benützung der Böden nicht mehr gestatten. Nach längeren Verhandlungen wurde im