Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 9 (September 1936)
- Article
- Die Grundlagen der landwirtschaftlichen Entwicklung des Gebietes von Artuf-Ramleh
- Date
- 1936-09-01
- Page
- Seite 447 (sequence 11)
- Language
- German
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— nach dem berühmten Boom von 1923/24 — in Mißkredit geraten, aber der Mißerfolg in einer Periode allgemeiner Panik darf keineswegs abschrecken. Die Gegend bietet auch wegen ihrer landschaftlichen Schönheit Möglichkeiten für den Fremdenverkehr. Wir haben schon die ausgezeichneten Verkehrsverhältnisse besprochen, die jede kolonisatorische Tätigkeit wesentlich erleichtern. Aber wesentlich ist das angenehme Klima, die Schönheit der Landschaft, und die reichen historischen Erinnerungen, die an sie geknüpft sind. Ein gutes Beispiel für die Form, die eine Siedlung in diesem Gebiet annehmen kann, ist Hulda mit seinem schönen Wäldchen und seinen vielen Ölbaumhainen, oder auch die Gärten des Klosters Latrun. Als Ausflugsort für Touristen eignet sich im besonderen Gezer mit seiner historischen Vergangenheit und Schönheit; wenn dieser Ort für diese Zwecke wieder hergesteilt und wieder besiedelt sein wird, kann er ein Anziehungspunkt für viele Wanderlustige und Ruhesuchende werden; auch in Hartuv, gelegen zu Füßen steiler Felsen mit einem Blick auf das weite Meer, kann im Laufe der Zeit ein prächtiger Ruheort für Ferienzeiten entstehen. All dies hat natürlich eine gesunde, blühende, landwirtschaftliche Besiedlung zur Voraussetzung. G. Schluß. In dem behandelten Gebiet existieren heute ein paar arabische Dörfer, die meisten sind klein und armselig. Jüdische Siedlungen gibt es zur Zeit nur zwei — Hartuv und Hulda — und beide (besonders aber Hartuv) ringen schwer um ihre Existenz. Dieses Gebiet war aber in früheren Zeiten, von der philistäischen Epoche an bis zu den Byzantinern, viel dichter besiedelt als heute; die Überreste jener Zeiten weisen auf eine hohe Kulturstufe und große wirtschaftliche Entwicklung hin. Bis zu unserer Zeit haben sich nun die natürlichen Bedingungen des Landes nicht geändert. Im Gegenteil, die Entwicklung der Wissenschaft und Technik haben uns eine Reihe wirksamer Werkzeuge in die Hand gegeben. Die kolonisatorische Vernachlässigung dieses Gebietes ist also durchaus unberechtigt. Ferner muß auf die wirtschaftsgeographische Lage unseres Gebietes hingewiesen werden, das zwischen der reichen, mit jüdischen Siedlungen dicht besetzten Küstenebene und Jerusalem gelegen ist. Diese Lage erteilt unserem Gebiet — sowohl von wirtschaftlichen wie von politischen Gesichtspunkten aus — ein besonderes Gewicht. Eine Fortdauer des gegenwärtigen Zustandes kann sich in Zukunft schwer rächen. Unsere Untersuchungen haben ergeben, daß die zur Verfügung stehenden Wassermengen zwar im allgemeinen gering und stark klima-bedingt sind und zuweilen sehr gering ausfallen können, aber wir fanden auch, daß es unter allen LImständen möglich v ist, die für die Existenz einer entwickelten Wirtschaft notwendigen Wassermengen zu gewährleisten. Wir fanden, daß die morphologischen und pedologischen Verhältnisse günstig sind. Wir haben kurz die landwirtschaftlichen und allgemein-wirtschaftlichen Möglichkeiten skizziert: Getreidebau in Verbindung mit Rinder- und Kleinviehzucht, Geflügelzucht, Pflanzungen und Bienenzucht, Gemüsebau in beschränktem Umfange, und an manchen Punkten Entwicklung des Fremdenverkehrs. Diese Wirtschaftszweige sichern — nach der heutigen Lage des Landes und den Aussichten seiner zukünftigen Entwicklung — absolut die Existenz einer Reihe gesunder landwirtschaftlicher Siedlungen. Eine der wesentlichen Bedingungen für eine erfolgreiche, kolonisatorische Tätigkeit ist —- geeignetes Menschenmaterial. Unser Gebiet muß erobert werden —- diese