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Palästina · 1936-09-01 · Heft 9 (September 1936) · p. Seite 446

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Journal
Palästina
Volume
19 (1936)
Issue
Heft 9 (September 1936)
Article
Die Grundlagen der landwirtschaftlichen Entwicklung des Gebietes von Artuf-Ramleh
Date
1936-09-01
Page
Seite 446 (sequence 10)
Language
German
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machen. Die Wirtschaft von Hulda beispielsweise beweist, daß die Konservierung von Oliven sich gut bezahlt macht. Veredelte Feigensorten können für diese schmackhafte Frucht den Weg zum jüdischen Markt bahnen, und in Zukunft als Grundlage einer Konservenindustrie für die Bedürfnisse des Inlandes sowie für Export dienen; Johannisbrot kann als Viehfutter Wert erlangen; Maulbeeren können sowohl als frische Frücht verkauft werden, auch kann der Baum in Zukunft für die Errichtung einer Seidenindustrie Bedeutung bekommen; veredelte Kakteen liefern gute eßbare Früchte, die Blätter haben Wert für das Vieh; der Rhizinusölbaum liefert wertvolles Öl, das z. B. für Flugzeugmotoren Verwendung findet; auch eine Vernachlässigung der Mandeln ist nicht begründet: Was heute geringwertig erscheint, kann morgen edel und bedeutsam werden. Auch wenn heute noch nicht alle Arten von Pflanzungen rentabel sein mögen, so können sie morgen doch an die Reihe kommen. Der mangelnde Erfolg hängt teilweise nicht von der Ware selbst ab, sondern von mangelhafter Organisation des Verkaufs und vom Mangel an Initiative und Kenntnissen aller in Frage kommender Verwendungsmöglichkeiten bestimmter Früchte. Es ist offenbar, daß hier noch viele wirtschaftliche Möglichkeiten verborgen liegen, wenn es auch gleichzeitig klar ist, daß nicht alle Fragen sich von heute auf morgen oder auch nur innerhalb kurzer Zeit werden lösen lassen. Einen bedeutenden allgemeinen und wirtschaftlichen Wert haben hier ferner Waldpflanzungen. Außer dem Einfluß der Aufforstung auf das Klima und die Zusammensetzung des Bodens (Wirkungen, die bedauerlicherweise in vielen Kreisen immer noch nicht genügend erkannt sind), muß hier die Wichtigkeit der Aufforstung für die Schaffung und Verbesserung von Weideflächen betont werden. Auch der wachsende Wert der Waldbäume als Material für Bau- und Industriezwecke, sowie für die Landwirtschaft (Stützen für Obstbäume) kommt hier in Frage. Die Hügelflächen unseres Gebiets, die für andere Bearbeitung ungeeignet sind, passen vorzüglich zur Aufforstung. Ein schöner Anfang wurde hier vom Nationalfonds in Hulda und von dem jüngst verstorbenen I. L. Goldberg in Hartuv gemacht, aber mit einer Ausdehnung unserer kolonisatorischen Tätigkeit wird auch eine Erweiterung der Forstarbeiten notwendig werden. Der Einfluß der Bewaldung wird zwar erst nach Verlauf vieler Jahre spürbar, aber in der Landwirtschaft muß eben stets nach großen Zeitmaßstäben gemessen werden. Im Zusammenhang mit den Pflanzungen kann sich auch die Bienenzucht entwickeln. Dies ist heute sogar in manchen arabischen Dörfern eingeführt und leidet an Mangel ausreichender Nahrung für die Bienen in den meisten Monaten des Jahres. Eine vielseitige Entwicklung der Wirtschaft und besonders der Pflanzungen, wird den Honigertrag beträchtlich erhöhen, so daß dieses Produkt eine wichtige Einnahmequelle werden kann. Gemüse wird hier, infolge der begrenzten Wassermengen, keinen bedeutenden Platz einnehmen. Bewässerte Gemüsearten kommen hier im allgemeinen nicht in Frage, außer in sehr regenreichen. Jahren. Gewisse Möglichkeiten bestehen für Gemüsebau im Winter für den Eigenbedarf, für Konserven und unter geeigneten Verhältnissen auch für den Verkauf. Von den wichtigen Gemüsearten, für die unser Gebiet geeignet ist, muß auf die Kartoffeln hingewiesen werden. Die Landesproduktion ist viel kleiner als der Bedarf, so daß ein Anbau gute Einnahmen sichert. Hier muß auch noch Flachs- und Tabakanbau erwähnt werden. Der Erfolg dieser beiden hängt von Ausdauer, Geduld und guter Organisation ab. Der Tabak ist

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