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Palästina · 1936-09-01 · Heft 9 (September 1936) · p. Seite 445

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
19 (1936)
Issue
Heft 9 (September 1936)
Article
Die Grundlagen der landwirtschaftlichen Entwicklung des Gebietes von Artuf-Ramleh
Date
1936-09-01
Page
Seite 445 (sequence 9)
Language
German
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diese Forderung nur zum kleinen Teil. Es besteht daher ein starkes Bedürfnis nach einer verstärkten Entfaltung der Rinder- und Kleinviehzucht zur Produktion von Milch, Molkereiprodukten und Fleisch. Dies kann einer der Hauptpfeiler der Landwirtschaft in unserem Gebiete werden. Unser Bezirk besitzt in dieser Hinsicht eine Reihe von Vorzügen. Für Getreidebau geeignete Flächen sind reichlich vorhanden, die Hügel und brachliegenden Felder können in den meisten Monaten des Jahres als Weideland dienen; systematische Aufforstung der steinigen Flächen und Hügel werden sie in Zukunft auch in einem Teil der übrigen Monate verwendbar machen. Die ausgezeichneten Transportverhältnisse sichern einen nahen und weit ausgedehnten Markt. Außer Milch, Molkereiprodukten und dem Fleisch von Kälbern, Schafen und Ziegen, können im Laufe der Zeit auch die Schafwolle, Rinderfelle usw. einen gewissen wirtschaftlichen Wert darstellen. Eine besondere Bedeutung besitzt der Mist, der sich in den Kuhställen ansammelt. Es wird leicht möglich sein, ihn in den nahen Orangenkolonien zu verkaufen. Dies ist -eines der Beispiele für das starke gegenseitige Band, das zwischen dem reichen Pflanzungsgürtel und der Hügelzone besteht. Die letztere kann zur Befriedigung der Bedürfnisse der ersteren beitragen. Ebenso wichtig ist die Geflügelzucht, die ebenfalls mit dem Getreidebau zusammenhängt. Zweifellos bestehen auch hier Schwierigkeiten, wie etwa die Frage der Beschaffung von Grünfutter für alle Monate des Jahres, aber diese sind absolut überwindbar. Natürlich ist die Nähe der Märkte auch für diesen Wirtschaftszweig ein wesentlicher Entwicklungsfaktor. Eine zweite landwirtschaftliche Basis, nach dem Getreidebau und der Milch- und Geflügelwirtschaft, bildet die Obstbaumpflanzung. Die diesbezüglichen Versuche, die in unserem Bezirk bisher angestellt wurden, waren weder systematisch noch genügend andauernd. Das Gebiet Hartuv-Hulda ist nicht wesentlich von Kirjath- Anavim, Mozah und Ataroth verschieden, die auf diesem Gebiet große Erfolge aufzuweisen haben. Teilen wir die Obstbäume in zwei Gruppen ein: 1. Eingeführte, oder richtiger solche, die hier für gewöhnlich nicht vorkommen und 2. »eingeborene«, das heißt solche, die hier mehr oder weniger verbreitet sind. Zu den eingeführten, »fremden« Obstbäumen zählen: Weintrauben (Tafeltrauben und Trauben zur Weinbereitung), Äpfel, Quitten, Birnen, Aprikosen, Pfirsiche, Pflaumen, Kirschen usw. Hier ist es unmöglich zu sagen, welche von ihnen sich mit Erfolg akklimatisieren werden. Es sind andauernde Versuche mit verschiedenen Sorten auf verschiedenem Boden nötig, um zu klaren Konsequenzen zu gelangen. Die klimatischen Bedingungen werden keine geringen Schwierigkeiten verursachen, aber ein Erfolg würde eine derartige Bedeutung haben, daß die größten Anstrengungen hiefür gerechtfertigt sind. Die hohen Preise, dieser Obstsorten, sowie die ständig wachsende Nachfrage, würden sie zu einem der einträglichsten Wirtschaftszweige machen. Eingeborene Pflanzungen, das heißt Obstbäume, die hier ohne besondere Schwierigkeiten gedeihen, sind: Oliven, Mandeln, Feigen, Johannisbrot, Maulbeeren, Kaktus, Rizinusbaum und noch einige andere. Nur mit einem Teil dieser Obstarten hat sich die jüdische Landwirtschaft bisher ernster befaßt; die anderen hat sie, völlig zu unrecht, mit Geringschätzung behandelt. Vervollkommnung der Produkte und des Verkaufs, Ausnützung der Früchte für die verschiedenen Zwecke der ständig wachsenden jüdischen Bevölkerung, können den Obstbau zu einer Quelle des Erfolges

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