Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 9 (September 1936)
- Article
- Die Grundlagen der landwirtschaftlichen Entwicklung des Gebietes von Artuf-Ramleh
- Date
- 1936-09-01
- Page
- Seite 444 (sequence 8)
- Language
- German
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(Beit-Jibrin) nach Gaza; von der Station Artuv führt ein Sommerweg über Rafat nach Kfar-Uriah; ebenso gibt es einen guten Nebenweg von Latrun nach Hulda, Station Wadi Sarar, die bis zur Straße nach Gaza durchgeht. Von Al-Qubab führt ein Weg nach Gezer (Abu-Shushe) und zur Station Naaneh. Von Ramleh gehen Sommerwege nach Gezer und Naaneh-Hulda. Dieses Verkehrssystem ist schon heute verhältnismäßig gut entwickelt und kann, bei einem Wachstum der Zahl der jüdischen Einwohner und ihrer Bedürfnisse leicht weiter ausgebaut werden. Die günstigen Verkehrsverhältnisse sind von großem Wert für den schnellen und billigen Transport der Produkte. Die Entfernung nach Tel Aviv und Jerusalem ist nicht größer als eine Stunde für den Autobus und ein bis zwei Stunden für die Eisenbahn. In dieser Beziehung übertrifft unser Gebiet die an Möglichkeiten reicheren Strecken des oberen Galil. Das Wasserproblem, wie wir es oben dargestellt haben, wird auch in Zukunft nicht leichter sein. Es bestimmt den Charakter der Landwirtschaft. Es besteht hier keine Möglichkeit zum Anbau von Gewächsen, die ständige künstliche Bewässerung verlangen, wie z. B. Orangen. Allerdings, wie bisher werden auch in Zukunft regenreiche Jahre auftreten, die den Grundwasservorrat vermehren; aber solche Jahre treten nur vorübergehend auf. Systematische, über lange Zeiträume sich erstreckende meteorologische Messungen werden in Zukunft erlauben Pläne für eine rationale Verwendung und Bearbeitung des Bodens auszuarbeiten. Als Regel können wir einstweilen festhalten, daß im Zyklus von je 50 Jahren regelmäßig Perioden starker Regenfälle mit solchen völliger Dürre abwechseln. Hieraus haben wir die Konsequenz zu ziehen: Alle landwirtschaftlichen Siedlungsunternehmungen müssen kalkuliert werden nach den mageren Jahren, das heißt nach den zu erwartenden minimalen Regenmengen. Wenn wir diese minimale Regenmenge in dem behandelten Gebiet auf nur 200 mm pro Jahr festsetzen, so sind das pro Dunam, das heißt auf 1000 m2 200 m3 Wasser, eine recht ansehnliche Menge, von der ein Teil unter bestimmten Bedingungen gesammelt werden kann. Ich habe darüber kurz im Abschnitt »D« gesprochen und meine Meinung ist, daß durch eine rationelle Ausnützung des oberen Grundwasserhorizonts und durch Stauung des Regenwassers die Existenz einer Landwirtschaft auch in ungünstigen Jahren gesichert werden kann. Eine der wesentlichen Grundlagen der Wirtschaft in diesem Gebiet wird die Getreidekultur (»Falha«) sein. Das bedeutet jedoch nicht, daß sie den Haupteinnahmezweig bilden wird, vielmehr müssen auf dieser Grundlage andere einbringendere Zweige errichtet werden. Die Feldbearbeitung mit den Mitteln, wie sie heute üblich sind, verspricht keinen besonderen Erfolg. An allen jüdischen Punkten in diesem Gebiet — außer in Hulda — ist sie zur Zeit in arabische Hände gegeben worden und daher recht primitiv geblieben. Die Flächen sind meist eben und für maschinelles Pflügen, Säen und Ernten geeignet. Dies spart mühselige Handarbeit und gestattet, das Getreide frühzeitig auf den Markt zu bringen und dadurch beim Verkauf höhere Preise zu erzielen. Hiedurch wird, wie die Erfahrung der letzten Jahre bewiesen hat, die Getreidekultur von Verlusten gerettet werden können. Die Bedeutung der Getreidekultur wird durch ihre Verbindung mit Rinder- und Kleinviehzucht stark wachsen. Der Getreideanbau muß von vorneherein auf diese eingerichtet werden. Die Entwicklung der jüdischen Bevölkerung und die Erhöhung ihres Lebensstandards hat eine verstärkte Forderung nach Frischmilch und hochwertigen Milchprodukten hervorgerufen. Unsere augenblickliche Produktion erfüllt