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Palästina · 1936-09-01 · Heft 9 (September 1936) · p. Seite 441

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
19 (1936)
Issue
Heft 9 (September 1936)
Article
Die Grundlagen der landwirtschaftlichen Entwicklung des Gebietes von Artuf-Ramleh
Date
1936-09-01
Page
Seite 441 (sequence 5)
Language
German
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dingungen nicht lohnt, bis zu ihm vorzudringen und ihn auszunützen. Dies ist nur möglich im Falle tektonischer Störungen (Schichtenbruch), die vielleicht in unserem Gebiet verlaufen. Außerdem gibt es eine technische Möglichkeit, dies Wasser zu erreichen, noch an der östlichen und teilweise auch an der westlichen Begrenzung des Gebietes, wie es aus dem Profil ersichtlich ist. Aber jeder solche Fall erfordert eine ins Einzelne gehende Untersuchung. Es ist nach dem Gesagten leicht einzusehen, wie wichtig die Kenntnis der Schichten ist. Da man bis vor kurzem die Gesteine des Gebietes Hartuv—Hulda dem Senon zurechnete, herrschte auch die Meinung, daß es leicht sein müßte, zum Turon-Cenoman zu gelangen. Unser geologisches Profil erklärt die Gründe für den Mißerfolg mancher Bohrungen in diesem Gebiet. Außer dem Grundwasser hat man noch die Möglichkeit, das Regenwasser zu benützen, Die Regenmenge im Gebiete Hartuv-Hulda ist kaum kleiner als diejenige der Umgebung von Jerusalem, das heißt in gewöhnlichen Jahren beträgt sie nahezu 600 mm. Der Jahresdurchschnitt ist also keineswegs gering. Es ist möglich, beträchtliche Mengen Regenwasser zu sammeln und aufzuspeichern, wenn nur die geeigneten technischen Bedingungen vorliegen und wenn das Unternehmen sich finanziell rentiert. Auf diese Weise befriedigten in frühen Zeiten unsere Vorfahren und die anderen Bewohner Palästinas ihr Bedürfnis an Wasser. Und auch heute ist dieser Weg keineswegs in Palästina und seinen Nachbarländern allein üblich; auch in einer Reihe von Ländern im südlichen Europa (z. B. Italien) sowie in manchen Gebieten der Vereinigten Staaten Nordamerikas, in Indien usw. speichert man auf dieselbe Weise das Regenwasser für die Bedürfnisse des Hauses und der Wirtschaft auf. Es gibt zwei Möglichkeiten zur Aufspeicherung des Regenwassers: a) Durch Staubecken, die an geeigneten Stellen, wie am Ausgang eines geschlossenen Wadi, mittels eines Staudammes angelegt werden; b) durch ausgehauene Zisternen. In beiden Fällen muß das Einzugsgebiet die Füllung des Staubeckens, bzw. der Zisterne auch unter ungünstigeren klimatischen Verhältnissen gewährleisten. Eine zweite Bedingung ist die, daß die Wände des Staubeckens, bzw. der Zisterne genügend dicht sind, um ein Versickern des Wassers in die Tiefe oder nach den Seiten unmöglich zu machen. Solche Staudämme können unter günstigen topographischen Bedingungen (z. B. bei einem tiefen, schmalen Wadi, der an Regentagen reichlich Wasser führt), große Wassermengen für die Bedürfnisse der Landwirtschaft zur Verfügung stellen. Kein Zweifel, daß diese Lösung großen Nutzen bringen und uns einen neuen — oder richtiger erneuerten — Weg für unser kolonisatorisches Werk zeigen kann. Bedauerlicherweise haben wir diesen Weg noch nicht beschritten; es fehlt offenbar an Initiative und Mut. Einen kleineren, aber unter den gegenwärtigen Bedingungen noch wichtigen Wert können die Zisternen haben, die man ohne Aufwendung großer Mittel errichten kann. Derartige Zisternen können als Reserve in Notzeiten für die Bedürfnisse des Hauses dienen; in gewöhnlichen Jahren werden sie auch Nutzen bringen im Kuh- und Geflügelstall oder im Gemüsegarten. Viele alte Zisternen sind über die ganze Fläche des Hartuv-Hulda-Gebietes verstreut und es ist leicht, sie für den Gebrauch wieder herzustellen. Für die Bewässerung von Fruchtbäumen, für Kleinvieh und Schafe, die von der Weide heimkehren, sind sie geeignet. Keineswegs sind diese Wasserquellen für unser Gebiet gering zu achten. E. Die Böden unseres Gebietes« Die Entstehung und Entwicklung der Böden hängt in erster Linie von dem Gestein ab, aus dem sie hervorgehen.

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