Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 9 (September 1936)
- Article
- Die Grundlagen der landwirtschaftlichen Entwicklung des Gebietes von Artuf-Ramleh
- Date
- 1936-09-01
- Page
- Seite 440 (sequence 4)
- Language
- German
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Aus dem Profil ist ersichtlich, daß über den Schichten des Senon, die in großer Tiefe verborgen sind, bituminöser Kalk liegt (das heißt Kalkstein, der mineralische Öle enthält), und zwar in bedeutender, örtlich wechselnder Mächtigkeit. An manchen Stellen unseres Gebietes, so besonders bei Hartuv, liegt dieser bituminöse Kalk in einer Tiefe von nur 10 bis 20 m unter der Oberfläche. Dieser bituminöse Kalk ist bedeckt von einer Schichtenfolge, die ins untere Eozän gehört, und die, wie gesagt, fast horizontal verläuft. Im großen kann man die Schichten dieser Formation in drei Abschnitte zerlegen: 1. Weicher Mergelkalk. 2. Weicher Grobkalk. 3. Harter Feuersteinkalk mit Feuersteinzwischenlagen. Die erste Schicht erscheint in den Tälern und Wadis; die dritte, harte Schicht krönt die Gipfel der größeren Hügel (Zor'a, Gezer usw.). In den großen Wadis erscheinen häufig Konglomerate von Flußgeröllen in einer Mächtigkeit von 5 bis 10 m und mehr. Diese wurden in der Diluvialperiode gebildet, die sehr regenreich war. Damals strömten hier viele Wasserläufe, welche viel Geröll von den Bergen herabführten und in den Tälern ablagerten. Derartige Konglomerate sind längs des Nahal Schorek, im Wadi Halil bei Hulda und an anderen Orten sichtbar. D* Die Hydrographie des Gebietes. Wir können hier auf die Ursache des Auftretens von Wasser in bestimmten Schichten und dessen Fehlen in anderen nicht eingehen. Auch behandeln wir hier nicht die Gründe des größeren oder geringeren Wasserreichtums. Wir begnügen uns damit, die bloßen Tatsachen festzustellen. Unser Gebiet ist im allgemeinen arm an Wasservorräten. Es ist zwar möglich, daß man Wasser an verschiedenen Punkten, die reich an Grundwasser sind, finden wird. Dies hängt aber von besonderen Umständen ab, die aus dem Rahmen der aUge* meinen Verhältnisse herausfallen. Es befinden sich hier folgende W asserhorizonte: I. Im unteren Abschnitt der Schichten des unteren Eozän befindet sich ein dürftiger Wasserhorizont, der stark von den klimatischen Verhältnissen abhängig ist. Infolgedessen vermag dieser Horizont in regenreichen Jahren Wasser im Überfluß zu liefern, aber in Dürre jähren nimmt seine Ergiebigkeit rapid ab, und viele Brunnen, die ihr Wasser von ihm erhalten, versiegen völlig. Fast alle Brunnen der Gegend gehören diesem Horizont an; ihre Tiefe beträgt im allgemeinen 20 bis 30 m, häufig sogar noch weniger. Sowohl bezüglich der bestehenden Verhältnisse, wie auch in Hinblick auf zukünftige Möglichkeiten, ist dieser Horizont der wichtigste von allen. II. Ein zweiter Wasserhorizont befindet sich in dem bituminösen Kalk (der zum Danien gehört), offenbar in dessen unterem Teile. Auch dieser Horizont ist sehr dürftig (bis 5 m3 per Stunde), wenn er auch fast gar nicht von den klimatischen Bedingungen beeinflußt wird. Außerdem ist dies Wasser reich an Chloriden und Sulfiden und deswegen für Trinkzwecke nicht sehr brauchbar und eignet sich auch nicht besonders für die Bewässerung. Dieser Horizont findet sich in großer Tiefe — 100 bis. über 200 m. Ihn benützt die Kwuzah Hulda. Dies Wasser wurde auch bei einer Tief~ bohrung in Latrun angetroffen, offenbar auch in Artuf. Es ist klar, daß dieser Horizont für eine Ausbeute nicht in Frage kommt. III. Die Schichten des Senons enthalten keinen bestimmten Wasserhorizont. Da-- gegen gibt es Gründe für die Annahme der Existenz eines reichen Wasserhorizontes in den Schichten des Turon-Cenoman. Dieser Horizont befindet sich jedoch im allgemeinen in so großer Tiefe (200 bis 400 m), daß es sich bei gewöhnlichen Be^