Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 9 (September 1936)
- Article
- Die Grundlagen der landwirtschaftlichen Entwicklung des Gebietes von Artuf-Ramleh
- Date
- 1936-09-01
- Page
- Seite 439 (sequence 3)
- Language
- German
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Auf diese Weise ergibt sich eine Einteilung unseres Gebietes in bestimmte morphologische Abschnitte; ein System von Hügeln und Tälern, die im allgemeinen von Süden nach Norden (genauer Nord-Nord-Osten) verlaufen. Diese Einteilung beherrscht das Gebiet und ist das Ergebnis einer geologischen Entwicklung, wie wir im weiteren kurz skizzieren werden. Außer von den erwähnten Tälern, wird das Gebiet durch eine Reihe kleinerer und größerer Wadis geschnitten. Die größeren konnten sich so stark in den Untergrund einfressen, daß ihre Flußbetten stufenweise abfallen und ihre Ufer zuweilen hoch und steil sind. Dies ist insbesondere der Fall beim Nahal Schorek (Wadi Sarar) längs der Eisenbahnlinie und Wadi Et-Tahun, längs der Straße Jerusalem—Jaffa. Außer diesen beiden steigen unzählige kleine Wadis in verschiedenen Richtungen von den Hügeln in die Täler hinunter. Unter dem Gesichtspunkt der Gesteinsarten können wir in unserem Gebiet verschiedenste Arten von Kalken unterscheiden, wie: Mergel, Mergelkalk, gewöhnlicher Grobkalk, Feuersteinkalk. Außerdem ist hier verbreitet: Feuerstein, bisweilen in recht großer Menge, und am westlichen Rande des Gebietes Sand und Sandstein. Diese Muttergesteine verwandeln sich nach ihrer Verwitterung in sogenannte »Nari«, sowie in die verschiedenen Bodenarten. Über diese werden wir nachher noch besonders zu sprechen haben. Die Feststellung des Alters und des geologischen Baues der Gesteine hat eine besonders große Bedeutung für die Frage des Grundwassers, außerdem noch für die Erforschung der Böden. Noch bis vor wenigen Jahren rechnete man den Gesteinen unseres Gebietes ein oberkretazisches Alter (Cenoman, Turon und Senon) zu. Hiernach ist das Alter des Gesteins unseres Gebiets von dem der Gesteine des judäischen Berglandes nicht verschieden. Aber die Lagerung der Schichten in den beiden Gebieten ist weitgehend anders: Im Bergland (im Osten von Hartuv z. B.) fallen die Schichten stark nach Westen ein, in unserem Gebiet dagegen liegen sie fast horizontal. Diesen Widerspruch suchten die Forscher durch die Annahme eines Schichtenbruchs und Überschiebung zu erklären, die am Fuße des Berglandes verlaufen soll. Unsere letzten Untersuchungen ergaben völlig andere Verhältnisse. Die Gesteine, die unser Gebiet aufbauen, gehören nicht der Kreidezeit, sondern einer jüngeren Formation an, dem unteren Eozän. Die Kreideschichten befinden sich hier in großer Tiefe (100 bis 400 m). Es ergibt sich ferner, daß die sogenannte Artuf-Bruchlinie überhaupt nicht existiert und daß der geologische Aufbau sehr gut ohne dieselbe erklärbar ist, wie es in dem geologischen Profil der Zeichnung 2 schematisch dargestellt ist. C» Geologie des Gebietes Hartuv—'Ramleh» Zor't r 1* Eozänkalkstein. 2* Bituminöser Kalkstein der Danien. 3* Senon* 4* Turon« 5* Cenoman* Abb. 2. Geologisches Profil der Gegend von Arfuf.