Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 8 (August 1936)
- Article
- Das Wirtschafts-Barometer: Juli 1936
- Date
- 1936-08-01
- Page
- Seite 412 (sequence 3)
- Language
- German
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bereitung der neuen Exportsaison haben sich auch in diesem Sommer führende Persönlichkeiten der jüdischen Zitruswirtschaft nach Europa begeben. Nachrichten über aussichtsvolle Verhandlungen zur Erhöhung des Absatzquantums liefen bisher zunächst aus der Tschechoslowakei ein. Charakteristisch für das hohe internationale Ansehen der palästinensischen Zitrus-Wirtschaft ist die Tatsache, daß soeben die Verwaltung der Insel Ceylon (britische Kronkolonie im Indischen Ozean) an die Palästina-Regierung die Bitte gerichtet hat, ihr einen Sachverständigen zur Verfügung zu stellen, der die Einbürgerung der Orangen- und Grapefruits-Kultur auf Ceylon überwachen soll. Getreide, Futtermittel und Mehl Für das dritte Quartal 1936 hat die Regierung die Einheitswerte, die der Einfuhrverzollung von Getreide, Futtermitteln und Mehl zugrunde zu legen sind, in folgender Höhe pro Tonne festgesetzt: Roggen 5,500 (2. Quartal 1936: 5,450) £P, weicher Weizen 7,700 £P (unverändert), Semoule und Semolina, in 2 Wertklassen, 8,475 und 8,900 £P (8,450 und 8,800 £P), Weizenschrot 8 £P (unverändert), Roggenmehl, in 3 Wertklassen, von 5,500 bis 10,750 (5,450 bis 9) £P, Weizenmehl, in 4 Wertklassen, von 5,750 bis 11,650 (5,650 bis 12,250) £P. Mit Ausnahme der höchsten Weizenmehlqualität lassen also die amtlichen Preisnormen auf eine leichte Befestigung des Marktes schließen, die ja auch mit der internationalen Tendenz übereinstimmt. Verschiedene Firmen erblickten darin eine Anregung, die für das neue Quartal bewilligten Einfuhrkontingente mit Beschleunigung hereinzunehmen. Gedämpft wurde die Kauflust allerdings auf der anderen Seite wiederum dadurch, daß bei der noch bestehenden Ungewißheit der politischen und wirtschaftlichen Lage jede stärkere Vorratsbildung riskanter als sonst erscheint. Im Loko-Handel bewilligt man heute für australisches Weizenmehl 13,800 £P (Vormonat: bis 13,600 £P), für amerikanisches Weizenmehl bis 16,300 £P (Vormonat: bis 16 £P) pro Tonne. Die neue einheimische Weizenernte lagert infolge des arabischen Transportstreiks noch größtenteils beim Produzenten. Einheimisches Weizenmehl'wird augenblicklich mit 13J4 (Vormonat: 13J4) £P pro Tonne umgesetzt. In Mais, Durrah und Gerste ist die Situation unverändert. Beachtlich lebhaft entwickelte sich neuerdings das Geschäft mit Heu, hauptsächlich Importware aus Ägypten, begünstigt durch die starke Expansion der jüdischen Milchwirtschaft. Das Geschäft in Zucker schwächt sich weiterhin ab, so daß pro Tonne loko für gemahlenen Zucker nur noch 11 £P (im Vormonat: Kolonialwaren WYl £P) und für Würfelzucker 12 (Vormonat: 12,400) £P geboten werden; der Umsatz ist sehr gering. Was an Ware frisch hereinkommt, ist hauptsächlich ägyptischer Proveinenz; ein Teil dieses Imports benützt heute schon den neuen Tel-Aviver Hafen. Während die internationalen Notierungen für Reis sich letzthin stabilisierten, war in Palästina unter dem Drucke starken ägyptischen Angebots bei knappen Bedarfskäufen noch kein Ende der Verflauung wahrzunehmen. Die Offerten, pro Tonne ab Ägypten, gingen für Mamsouh auf 7,500 (Vormonat: 7,600) £P, für Bomonti und Behrend Glace auf 8,450 (Vormonat: 8,600) £P zurück. Man erwartet ein weiteres Sinken der Reispreise, da die ägyptische Regierung dem Vernehmen nach die Einführung von Exportprämien plant. Infolge internationaler Tendenz »mußten die Forderungen für Tee, bei nicht sehr bedeutendem Umsatz, etwas ermäßigt werden, in Anpassung an die Londoner Standardnotiz für die in Palästina gangbarste »Ceylon- Pecco«-Ware, die von 11% Pence pro englisches Gewichtspfund (453.29 Gramm) im Vormonat auf heute nur 11/4 Pence zurückgegangen ist. Anderseits konnte Kaffee eine Kleinigkeit anziehen und verlangt jetzt für brasilianische Stapelmischungen im lokalen Großhandel pro südpalästinensisches Rottel (2,880 kg) durchschnittlich