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Palästina · 1936-08-01 · Heft 8 (August 1936) · p. Seite 396

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
19 (1936)
Issue
Heft 8 (August 1936)
Article
Die kolonisierende Tätigkeit der "American Zion Commonwealth" und der Keren Hajessod
Date
1936-08-01
Page
Seite 396 (sequence 7)
Language
German
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Ein wichtiges Kapitel in der Geschichte der Palästina-Kolonisation stellt der Erwerb der Akko-Ebene dar, die heute unter ihrem neuen Namen »Emek Sebulon« be- .** kannt ist. Die »Amzic« nahm sehr aktiv an den Käufen in der Akko-Ebene teil und erwarb ein Gebiet Von 44.500 Dunam. Zur Erschließung dieser Böden begründete sie eine besondere Gesellschaft, die oben erwähnte »H aifa Bay Development Company«. Zwei Drittel des Gesellschaftskapitals von 30.000 £P war in den Händen der Gesellschaften »Amzic« und »Meschek«, ein Drittel im Besitze einer privaten Gruppe, die ihre Rechte später auf den Keren Hajessod übertrug. Der Keren Kajemeth nahm an der Erwerbung dieses Gebietes zunächst nur mit einem Viertel teil. Ende 1928 sah sich jedoch die Haifa Bay Development Company gezwungen, eine zusätzliche Fläche von 21.000 Dunam an ihn zu verkaufen und außerdem 5000 Dunam an die »Bayside Land Corporation«. Gemäß den dabei geschlossenen Verträgen wurden 45.000 £P des der Haifa Bay Development Co. zukommenden Betrages für Trockenlegung und Kanalisation zurückgestellt, und diese Arbeiten wurden dann durch die Gesellschaft planmäßig durchgeführt. Auf den Böden des Keren Kajemeth wurde bekanntlich in den letzten drei Jahren eine Reihe von Vororten mit insgesamt etwa 1300 Häusern und an 40 industriellen Werken aufgebaut. Die Gesellschaft hat bisher außerdem einen Betrag von 52.500 £P für die Anlage von Haupt- und Nebenstraßen, die Wasserinstallation und andere Vorbereitungsarbeiten auf den Böden verausgabt, die sie den meist noch im Ausland lebenden Einzelkäufern verkauft hat. Sie hat auch verschiedene Bodenkomplexe an organisierte Gruppen verkauft. So 1500 Dunam an die Vereinigung »Zur S c h a 1 o m« in Transsylvanien, 400 Dunam an die Gruppe »N a ch 1 i e 1« in Lodz und 1000 Dunam angrenzend an Kfar Atta, an eine Gruppe, die von der Gesellschaft »H a 1 v a a W e h i s a c h o n« in Haifa organisiert wurde, und demnächst an den Bau von Häusern gehen wird. Die hier geschilderte vielseitige Tätigkeit zeigt, welche große Energie die Gesellschaft für die Erlösung des Bodens sowie für die Organisierung des jüdischen Volkskapitals in den Ländern der Galuth und seine Anlage in Palästina entfaltet hat, wobei noch zu berücksichtigen ist, daß dies in einer Zeit geschah, wo dieses Kapital noch nicht wie in den letzten Jahren von selbst nach Palästina strömte. Die Aufgabe dieses Rückblickes würde jedoch nicht erfüllt sein, wenn wir über die Fehlschläge der Gesellschaften mit Stillschweigen hinweggingen und deren Gründen nachzugehen versäumten. Schon zu; Beginn unserer Ausführungen wiesen wir auf den Hauptfaktor hin, der die Gesellschaften in eine kritische Lage brachte, nämlich die Unterbrechung der Zahlungen, zu denen sich ihre Käufer vertraglich verpflichtet hatten. Das kann jedoch nicht als der einzige Grund angesehen werden. Das Problem der Bodenverkäufe gegen mehrjährige Zahlungen an einzelne Käufer oder an Käufergruppen im Ausland, verdiente eine besondere Behandlung. Tatsächlich war die Einstellung der Zahlungen von Seiten der Käufer zwar die unmittelbare 'Ursache für die Krise; dafür aber, daß die Gesellschaften beim Eintreten der Krise ins Wanken geraten sind, sind weiter zurückliegende Ursachen zu suchen. Unter diesen Ursachen ist die erste und wichtigste der Mangel an genügendem Eigenkapital. Die von den Gesellschaften getätigten Käufe standen in keinem Verhältnis zu deren Eigenkapital, und mußten deshalb ausschließlich auf die Verkaufsverträge mit den Käufern der Gesellschaften basiert werden. Zudem nahmen die Gesellschaften trotz ihrer beschränkten Mittel außer den großen Bodenkäufen noch Siedlungsarbeiten auf sich, die ebenfalls große Summen verschlangen.

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