Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1936)
- Article
- Die Genossenschaft-Organisationen Palästinas
- Date
- 1936-07-01
- Page
- Seite 334 (sequence 6)
- Language
- German
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OO^l. Das durch die Initiative des »Nir« aufgebrachte Kapital wurde im wesentlichen für Bodenerwerb und landwirtschaftliche Ansiedlung verwendet; so ist beispielsweise die Erschließung von Emek Chefer weitgehend das Werk dieser Gesellschaft. Anleihen durch »Nir«: Arten der Zahl der Siedlungen Siedlungen 1. Alte Wirtschaften 27 2. Neue Siedlungen: Emek Chefer 6 Tel Mond 4 Verschiedene einzelne 29 Verschiedene Siedlungen des Keren Kajemeth, der Krankenkasse, Tnuvah usw. Anleihe kurzfristig 5,158.354 4,053.026 190.107 4,520.670 Anleihe bis 5 Jahre 3,618.462 1,477.917 7,464.299 Anleihe über 5 Jahre 5,250.000 18,670.000 8,250.000 15,080.300 Summe £P Mil 14,026.516 24.200.943 8,440.107 27,065.269 14,515.208 39,376.101 11,000.000 64,891.309 Summe . 138,624.144 Neben diesen großen landwirtschaftlichen Genossenschaften gibt es noch 90 örtliche Genossenschaften, die sich mit dem Verkauf landwirtschaftlicher Produkte, mit der Bewässerung und mit der Wasserversorgung befassen. Abschließend sei nochmals betont, daß den Absatzgenossenschaften größte Bedeutung unter den landwirtschaftlichen Genossenschaften zukommt. Denn mit einem Absatz von 2J4 Millionen £P erfassen sie 70% des gesamten jüdischen Absatzes an landwirtschaftlichen Produkten. 4« Die Konsumgenossenschaften« Die Konsumgenossenschaften im europäischen Sinn bestehen in Palästina erst seit fünf Jahren. Die ersten Anfänge der palästinensischen Konsumgenossenschaften reichen zwar weitere 15 Jahre zurück; die Wesensmerkmale dieser Genossenschaften sind aber nicht die der europäischen Konsumgenossenschaften. Im Jahre 1914 gründeten die Arbeiter des Galil eine Genossenschaft zum Verkauf von Getreide und anderen wichtigen Lebensmitteln an Arbeiter, Lehrer und Angestellte, die unter den Schrecken des Krieges litten. Der Verkauf erfolgte ohne Verdienst. Nach dem Kriege gründete diese Genossenschaft »Maschbir« Filialen in vielen Siedlungen und in den Städten; darin offenbart sich bereits der Unterschied zwischen der Konsumgenossenschaftsentwicklung in Palästina und in Europa: Hier eine natürliche Entwicklung von der Peripherie zur Zentralisation; von örtlichen Genossenschaften zu Kreisgenossenschaften, von Kreisgenossenschaften zu Zentralgenossenschaften, die ihr Wirtschaftsnetz über das ganze Land ausdehnen. In Palästina hingegen entstand zuerst die Zentrale, an die erst später die einzelnen Zweiggenossenschaften angegliedert wurden, ohne daß jedoch der örtliche Konsum organisiert wurde, und ohne daß die Konsumenten irgendeine kaufmännische oder organisatorische Verantwortung übernahmen; diese wurde lediglich der Zentralorganisation »Maschbir« auferlegt. Im Jahre 1930 fand eine Reorganisation des Konsumgenossenschaftswesens statt mit dem Ziel, sich die organisatorischen und wirtschaftlichen Vorzüge, die sich in den europäischen Konsumgenossenschaften herausgebildet hatten, zu eigen zu machen. Hiezu trug insbesondere der Umstand bei, daß sich mit dem Wachsen der Bevölkerung und mit der Erweiterung des genossenschaftlichen Tätigkeitsgebietes die alten zentralisierenden Methoden als unzureichende Voraussetzung für eine normale Entwicklung des Konsumgenossenschaftswesens erwiesen hatten. Vor allem erwies es sich als