Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1936)
- Article
- Die Genossenschaft-Organisationen Palästinas
- Date
- 1936-07-01
- Page
- Seite 335 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2379786-2379939-2379947-2408361--22994-2408540- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
notwendig, die Verantwortung für die einzelnen Konsumgenossenschaften auf deren Mitglieder zu übertragen. Die alte Organisation »Maschbir« wurde daher aufgelöst, und an ihre Stelle trat die Institution »Ha Maschbir Ha Merkasi«, die als zentrales Magazin der palästinensischen Genossenschaften fungiert. Mit dieser Reorganisation war der Anstoß zur Demokratisierung des Konsumgenossenschaftswesens gegeben. Freilich bedurfte es bis zur Verwirklichung dieses Planes noch einer gewissen Zeitspanne. Erst im Jahre 1931 begann die Zentralorganisation mit ihrer normalen Tätigkeit. Im Laufe weniger Jahre ist es dem Ha Maschbir Ha Merkasi gelungen, in seinen Händen die Befriedigung des Lebensmittelbedarfes sämtlicher ihm angeschlossener Organisationen zu konzentrieren und sie überdies mit Futtermitteln, landwirtschaftlichen Maschinen usw. zu versorgen. Ein deutliches Bild von der raschen Ausdehnung des Wirkungskreises des Ha Maschbir Ha Merkasi gibt der steile Anstieg seines Umsatzes: Dieser betrug im Jahre 1931 64.485 £P, hatte sich im Laufe des Jahres 1933 nahezu verdoppelt und belief sich im Jahre 1935 auf 272.000 £P, was eine mehr als 100%ige Steigerung gegenüber dem Jahre 1933 bedeutet. Die Hauptstütze für seine Handelstätigkeit sind jedoch nicht die Konsumgenossenschaften, sondern die kibbuzischen Wirtschaften: Unter den 175 Organisationen, denen der Ha Maschbir Ha Merkasi im Jahre 1935 als Großhandelsfunktionär diente, waren mehr als 100 kibbuzische Wirtschaften und nur 40% gehörten der Kategorie der Konsumgenossenschaften an. Entwicklung der Konsumgenossenschaften in den Jahren 1931/35: Zahl der Zahl der Zahl der Umsatz Jahr Genossenschaften Magazine Genossen Eigenkapital 1931 11 11 772 3.344 37.763 1932 15 15 1197 4.461 46.388 1933 26 31 2063 6.077 93.594 1934 34 45 3074 12.726 171.064 1935 40 44 4000 17.000 275.000 5* Die Produktionsgenossenschaften und die Transportgenossenschaften» Die palästinensischen Produktionsgenossenschaften sind im Gegensatz zu den europäischen eine besondere autonome Körperschaft, die in keiner Verbindung mit den Konsumgenossenschaften steht. Diese autonome Entwicklung erklärt sich aus der relativ schwachen Position, die die Konsumgenossenschaften bisher inne hatten und die es ihnen nicht gestattete, sich Fabrikationsbetriebe anzugliedern. Mit dem Erstarken der Konsumgenossenschaften und der Erweiterung ihres Wirkungskreises auf das Gebiet der Fabrikation wird sich auch das Wesen der Produktionsgenossenschaften und ihre Stellung im Rahmen des palästinensischen Genossenschaftswesens ändern. Das genossenschaftliche Wirken auf dem Gebiete der Fabrikation und des Handwerks begann in Palästina unmittelbar nach dem Kriege mit dem Einsetzen der dritten Alijah und hat trotz der zahlreichen Schwierigkeiten, welche die Privatindustrie den Produktionsgenossenschaften in den Weg legte, nicht mehr aufgehört; ja, man kann in Palästina von einem genossenschaftlichen Sektor in der Fabrikation sprechen, der dem genossenschaftlichen Sektor in der palästinensischen Landwirtschaft, wenn auch nicht der Bedeutung, so doch der Art nach entspricht. Die folgenden Zahlen geben Aufschluß über die Lage der Produktionsgenossenschaften Anfang des Jahres 1935. Da seit jener Zeit keine wesentlichen Veränderungen eingetreten sind, können die Zahlen auch heute noch Gültigkeit beanspruchen.