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Palästina · 1936-05-01 · Heft 5 (Mai 1936) · p. Seite 261

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
19 (1936)
Issue
Heft 5 (Mai 1936)
Article
Das Wirtschaftsbarometer: April 1936
Date
1936-05-01
Page
Seite 261 (sequence 3)
Language
German
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Vorhandensein jüdischer Bootsleute und Hafenarbeiter durchbrochen ist, weshalb denn auch bezeichnenderweise die Araber im Haifaer Hafen der Streikparole nicht folgen wollten). Auf Grund der soeben gesammelten Erfahrungen ist man auf jüdischer Seite entschlossen, nicht mehr in den erwähnten Beziehungen einseitig auf die Araber angewiesen zu bleiben. Umgehend haben jüdische Firmen, als die Lieferungen der arabischen Grossisten aussetzten, jetzt direkten Geschäftsverkehr mit ägyptischen und syrolibanesischen Bezugsquellen für die obengenannten Lebensmittel angeknüpft. Zugleich fühlt sich die jüdische Eier-, Gemüse- und Obst-Produktion heute außerordentlich ermutigt und bereitet sich auf umfassende Mehrleistungen vor. Auch haben sich sofort zahlreiche jüdische Kleinhändler gefunden, um die bisher im Tel-Aviver Straßenbild so häufigen und seit dem 19. April ausgebliebenen arabischen Obst- und Gemüse-Höker für die Dauer zu ersetzen. Weiters bereitet man gegenwärtig in Tel Aviv städtischerseits ein großes Programm für billigen Wohnungsbau vor, um dem Großteil der Flüchtlinge eine ständige Rückkehr in die Gefahrenzone der arabischen Stadtteile möglichst zu ersparen. Schließlich hat man in Tel Aviv auch die Frage eines eigenen, von Jaffa unabhängigen Hafenbetriebs wieder aufgerollt, der — nach einem schon lange erörterten Projekt — seinen Standort an der Jarkon-Mündung haben soll. Damit berühren sich eng die aus elementaren Sicherheitsrücksichten an die Regierung gestellten Forderungen auf Installierung eines Distriktsgerichts und verschiedener Verwaltungsbehörden in Tel Aviv, um nicht mehr zum Besuche Jaffas genötigt zu sein. Schon in früheren Jahren haben Araber-Unruhen in der Regel neue Schritte zur Emanzipation der jüdischen von der arabischen Wirtschaft nach sich gezogen; so ist ja seinerzeit auch das jüdische Baugewerbe entstanden. Ohne Zweifel bahnt sich gegenwärtig wiederum eine derartige Strukturveränderung der palästinensischen Volkswirtschaft an, wie wir sahen, vor allem auf dem Gebiete der Lebensmittel-Produktion und -Distribution, des Wohnungsmarktes und des Hafenbetriebs. Wie in Zukunft, nach den tief einschneidenden Geschehnissen dieses Monats, der jüdische und der arabische Wirtschaftsteil überhaupt noch miteinander kooperieren werden, ist eine äußerst ernste und schwierige Frage, die sich vor allem der Mandatarmacht zur Beantwortung stellt, und über die sich im jetzigen Zeitpunkt noch nichts aussagen läßt. Da der Abtransport der Früchte schon zu Anfang des Berichtsmonats im wesentlichen beendet war, übten die Jaffaer Unruhen auf Zitrusfrüchte das Zitrus-Geschäft keine stärkere Wirkung aus. Die Preisbildung auf dem englischen Markte war in den letzten Wochen, infolge des knappen Angebots, noch günstiger als vorher. Orangen erzielten dort pro Kiste bis zu 16^ (Vormonat: bis zu 14) englische Shilling, Grapefruits bis zu 18 (Vormonat: 15). Ob auch die im Oktober beginnende nächste Zitrus-Exportsaison mit derartigen Rekordpreisen resultieren wird, erscheint sehr problematisch, angesichts der neuesten Ernteschätzungen, die für 1936/37 mit einem Export von nicht nur 10, wie man bisher voraussagte, sondern sogar 12 Millionen Kisten rechnen. Abschließend wird von uns der Exportverlauf der jetzt beendeten Saison 1935/36 nach den bis dahin verfügbaren definitiven Daten im Mai- Monatsbericht dargestellt werden. Seit Beginn der Saison bis zum 26. April im Ganzen 5,873.705 (im entsprechenden Zeitraum der Vorjahrssaison: 7,292.792) Kisten ausgeführt worden sind. Für das 2. Quartal 1936 wurden von der Regierung die Einheitswerte, die der Verzollung zugrunde zu Getreide, Futtermittel und Mehl legen sind, folgendermaßen, je £P pro Tonne normiert: Roggen 5,450 (1. Quartal 1936: 5,750), weicher Weizen 7,700 (unverändert), Semolina und Semoule, in 2 Wertklassen, 8,450 und 8,800 (8,550 und 8,850), Weizenschrot 8 (unverändert), Roggen-

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