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Palästina · 1936-05-01 · Heft 5 (Mai 1936) · p. Seite 260

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Journal
Palästina
Volume
19 (1936)
Issue
Heft 5 (Mai 1936)
Article
Das Wirtschaftsbarometer: April 1936
Date
1936-05-01
Page
Seite 260 (sequence 2)
Language
German
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(demgegenüber 5,326.228 £P am 1, April des Vorjahres). Hat die arabische Pöbel- Revolte, die nach einem Vorspiel einzelner Terrorakte am 19. April in Jaffa ausbrach und ihre Fortsetzung in den Hetzparolen des sogenannten »Generalstreiks« fand, dieser Erholung schon wieder vorzeitig ein Ende gesetzt? Im Augenblick der Niederschrift dieser Zeilen (am 26. April) hält die akute Stockung, ausgelöst durch den verbrecherischen Angriff auf jüdisches Leben und Eigentum, noch an, liegt der Hafen von Jaffa noch still, ist der Überlandverkehr noch in weiten Teilen Palästinas gelähmt, beherbergen Tel-Avivs Schulen und Synagogen noch 9509 Flüchtlinge aus den evakuierten Stadtteilen des Tel-Aviv—Jaffaer Grenzgebietes, wird die Streikparole von der arabischen Geschäftswelt noch in weitem Umfange, mehr gezwungen als freiwillig, befolgt'— und erscheinen alle Versuche müßig, die Entwicklung auch nur der nächsten Wochen vorauszusagen, da sich noch nicht übersehen läßt, welche Konsequenzen, politischer und administrativer Natur, die Palästina-Regierung aus den Ereignissen zu ziehen gedenkt. Was jedoch schon heute feststeht und trotz aller Ungewißheit der nächsten Zukunft den wirtschaftlichen Ausblick auf weitere Sicht in ganz bestimmte Richtung lenkt, ist zweierlei: der im Laufe von nur knapp acht Monaten nun schon zum zweiten Mal gelieferte Beweis der Stabilität des jüdischen Aufbauwerkes und die Wahrscheinlichkeit wichtiger Strukturänderungen in der palästinensischen Wirtschaft. Überall im Lande, wo Juden sich betätigen, mit Ausnahme der direkt vom arabischen Mob gefährdeten Gegenden, wurde die Alltagsarbeit in der Landwirtschaft, in den Werkstätten, Läden und Büros ruhig fortgesetzt; die Banken betätigten sich normal, ohne auch nur die leiseste Spur von »Run«. Es war die allgemeine Überzeugung, vom »Mann auf der Straße« oft in den schlichtesten Worten bekundet, daß der von den heute 400.000 Juden Palästinas geschaffene und kontrollierte Wirtschaftssektor auf sicheren Fundamenten ruht und auch durch Ereignisse, wie wir sie in diesen Tagen erlebten, sich nicht erschüttern läßt. Diese Tatsache ist auch von außenstehender Seite, vom kompetentesten Finanzzentrum der Welt, soeben in eindrucksvoller Weise anerkannt worden; am 24. April hat man auf der Londoner Börse die neue 300.000-£P- Aktien-Emission der »Anglo-Palestine-Bank«, des nationalen Geldinstituts des jüdischen Palästina, nicht weniger als fast neunzehnfach überzeichnet! Das ist ein Vertrauensvotum in schwerer Stunde, wie es in der modernen Finanzgeschichte nur wenig Gegenstücke findet. Es wird ideell und materiell zur weiteren Festigung und Expansion des jüdischen Wirtschaftssektors sicherlich noch stark beitragen. Über das zweite Moment, das sich für uns aus den Ereignissen dieser Tage schon jetzt klar wird, nämlich über die Wahrscheinlichkeit bedeutender Veränderungen in der palästinensischen Wirtschaftsstruktur, ist Folgendes zu sagen: Die Isolierung des jüdischen Wirtschaftssektors vom arabischen, die während der Unruhe- und Streik-Tage eingetreten ist und sich sachlich ebenso wie gefühlsmäßig auswirkt, wird, je länger sie anhält, umsomehr zur Folge haben, daß gewisse gelöste Kontakte sich künftig nicht wieder erneuern. Zwar hat es sich schon jetzt erwiesen, daß der politische Streik der Araber die in den letzten Jahren vielseitig ausgestaltete jüdische Wirtschaft an keiner lebenswichtigen Stelle mehr zu treffen vermochte. Immerhin sind noch gewisse Abhängigkeiten zutage getreten, z. B. die Abhängigkeit der ärmeren jüdischen Bevölkerung Jaffas, Jerusalems und Haifas vom billigen Wohnungsangebot arabischer Quartiere, die Abhängigkeit jüdischer Detaillisten und Konsumenten vom Eier-, Gemüse- und Obst-Angebot arabischer Inlandsproduzenten und, soweit es sich um Importware aus Ägypten und Syrien handelt, von arabischen Großhändlern, schließlich die Abhängigkeit der jüdischen Wirtschaft Südpalästinas von dem in arabischer Hand monopolisierten Lösch- und Ladebetrieb des Jaffaer Hafens (während in Haifa dieses Monopol bereits durch das

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