Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1936)
- Article
- Das Wirtschaftsbarometer: April 1936
- Date
- 1936-05-01
- Page
- Seite 262 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2379786-2379939-2379945-2407926--22712-2408055- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
OßO mehl, in 3 Wertklassen, von 5,450 bis 9 (von 5,500 bis 9), Weizenmehl, in 4 Wertklassen, von 5,650 bis 12,250 (von 5,650 bis 13). Diese amtlichen Wertmaßstäbe der Importware lassen ein leichtes Sinken des Preisniveaus erkennen, das auch bei den Notierungen der Inlandsware zu beobachten ist. Weizen begnügt sich pro Tonne loko mit 7,250 bis 8,750 (Vormonat: 7}/2 bis 9) £P, Gerste mit 4 bis 4,750 £P (Vormonat: 4,250 bis 5) £P, Durrah mit 3,750 bis 4,750 (Vormonat: 4 bis 5) £P, Heu mit 3,350 bis 4 (Vormonat: 3,500 bis 4) £P. Darin bekundet sich nicht nur der Druck vom Weltmarkte her, der zumal aus den USA. reichlich versorgt ist, sondern auch der immer noch bedeutende Umfang der Inlands Vorräte aus der letzten Ernte. Ob Palästina auch im laufenden Jahre wieder eine Rekordernte einbringen wird, ist freilich nach dem abnorm knappen Regenfall der letzten Monate sehr fraglich. Wir vermuten, daß man wohl ab Jahresmitte die Weizeneinfuhr (praktisch vor allem aus der Türkei) wieder in gewissem Rahmen wird zulassen müssen. Bei ruhigem Bedarfsgeschäft, da auch in den Tagen der Jaffaer Unruhen das Vorhandensein reichlicher Bestände keine Nervosität der Nachfrage aufkommen ließ, bedingen im Lokoverkehr auf dem Weizenmehlmarkt inländische Ware etwa 12,250 (Vormonat: 12) £P, australische Ware 13 bis 13,250 (Vormonat: etwa 13) £P und amerikanische Ware 17 bis \7x/l £P (unverändert), alles pro Tonne. Die internationale Befestigung am Zucker -Markte, die von England ausging, rief in Palästina noch keinen sehr starken Eindruck Kolonialwaren hervor, da man noch über ansehnliche Vorräte verfügt. Saisongemäß macht sich der Zuckerbedarf der Fruchtsaftfabriken (für die »Gasos«-Herstellung der heißen Jahreszeit) wieder kräftiger geltend. Im Loko-Handel bewilligt man pro Tonne für Java- Kristallware gegenwärtig bis 12,800 (Vormonat: bis 12,500) £P; demgemäß notieren auch die anderen Provenienzen. Das Geschäft in Reis zeigt nach Umsatz und Preisen nicht viel Neues; die leichte internationale Befestigung wurde hier noch nicht wahrnehmbar. In Kaffee gaben, wie auch auf dem Weltmarkte, die zuletzt im Februar etwas gestiegenen Preise neuerdings wieder nach und kehrten zum Jänner- Stande zurück. Auch Kakao lag wieder schwächer, während Tee unverändert blieb. Der Butter -Markt ist dank starker Zufuhr von Auslandsware wie auch gemäß wachsender Inlandsproduktion Butter, Margarine, Käse reichlich versorgt, so daß ein Abbröckeln der Preise eintrat, das auch durch die Unruhen nicht aufgehalten wurde. Erstklassige Auslandsware muß sich gegenwärtig mit höchstens 6,250 (Vormonat: bis zu 6,800) £P pro 50kg abfinden. Der Margarine- Konsum bewahrt den Vormonatsumfang. In Käse hat der inländische Weichkäse weiterem Preisdruck nachgeben müssen, und auch die ausländischen Sorten büßten die vor zwei Monaten erzielten Steigerungen wieder ein. Der Ausbruch der Unruhen beraubte den jüdischen Markt der bisher durch arabische Kaufleute besorgten Zufuhr von arabischer Inlandsware und von Eier ägyptischer und syrischer Ware. So entstand eine momentane Knappheit, da nunmehr zunächst nur mit dem jüdischen Inlandsei zu rechnen war. Umso höher sei es anerkannt, daß von den jüdischen Inlandsproduzenten diese Lage keineswegs zu Preistreibereien mißbraucht worden ist. Die »Tnuvah« sowohl als auch die anderen Verkaufs Organisationen boten das »Meschek«-Ei weiterhin zu Detailpreisen an, die je nach Größe, wie im Vormonat, sich zwischen 7>x/i und 4J^ Mils pro Stück bewegten. Inzwischen konnte auch das Angebot an billigster Ware wieder reorganisiert werden, da jüdische Grossisten sofort direkte Fühlung mit den Exporteuren der erwähnten Nachbarländer suchten. So haben sich die arabischen Eierproduzenten und Eier- Importeure Palästinas selber aus der Versorgung des jüdischen Marktes ausgeschaltet,