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Palästina · 1936-05-01 · Heft 5 (Mai 1936) · p. Seite 235

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
19 (1936)
Issue
Heft 5 (Mai 1936)
Article
Der Hauran, Land und Einwohner
Date
1936-05-01
Page
Seite 235 (sequence 17)
Language
German
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unterstützten. Fares und Muhammed el Zohbi machten in dieser Beziehung teilweise eine Ausnahme. Die drei Mitglieder des syrischen Parlaments aus dem Hauran kehrten mit Hilfe der verantwortlichen Stellen zurück und stießen zu der gemäßigten Gruppe, deren Wortführer der Präsident des Parlaments, Soubhi Bey Barakat, ist Obgleich die hauranischen Mitglieder Soubhi Bey Barakat auch folgten, als er aus verschiedenen Gründen von einer gemäßigt pro-französischen Politik zu einer starken Unterstützung des Nationalen Blocks überging und auch die »Mazbatah« (öffentliche Petition) gegen den vom Hochkommissär vorgeschlagenen Französisch-Syrischen Pakt unterschrieb, war der Eifer ihres Nationalismus von kurzer Dauer. Kaum hatten sie Damaskus verlassen und waren nach Hause zurückgekehrt, da sank ihr Enthusiasmus in nichts zusammen. Niemand unternahm den Versuch, die Bevölkerung zum Widerstand gegen das Projekt der Regierung aufzuhetzen, während in anderen Teilen Syriens, Dörfern und Städten, die nationalistischen Führer dauernd die Massen zu aktiver Opposition und zum Protest aufzustacheln suchten. Vor einigen Jahren wurde mit Unterstützung der Regierungsbeamten im Hauran ein Projekt ausgearbeitet, um den Hauran, ähnlich wie Dschebel Drus und die Alouiten, zu einer autonomen Provinz zu machen. Die autonomistische Bewegung wurde von folgenden Führern betrieben: 1. Seif ed Din el Adschluni, Advokat, gebürtig aus Irbid, Transjordanien, mit dem Wohnsitz in Der'a. 2. Misyad Fadel Mohamid, Beamter, Mitglieder der prominenten Mohamid-Familie aus Der'a. 3. Miflah el Mohamid, Beamter, Mitglieder derselben Familie und ebenfalls aus Der'a. 4. Muhammed Abou-Nabout, Beamter in Der'a. Alle diese Männer sind ziemlich jung und waren in den Verwaltungsdienst im Hauran eingetreten, nachdem sie in Damaskus höhere Schulbildung genossen hatten. Ihr Einfluß ist beträchtlich, besonders der der Mitglieder der in Der'a hervorragenden Mohamid-Familie. Auch einige Mitglieder der Familie Zohbi unterstützten diese Bewegung. Das Projekt fiel ins Wasser, weil gerade zu dieser Zeit von Alexandrette aus ein scharfer Angriff gegen die Franzosen und gegen die drei von ihnen eingerichteten autonomen Provinzen: Dschebel Drus, Alouiten und Sandschak gerichtet wurde. Während aber in diesen Provinzen eine wirkliche Basis für die Autonomie besteht, — nämlich Unterschiede in der Religion der Bevölkerung des Dschebel Drus und der Alouiten und der Sprachunterschied in Alexandrette (zwei Drittel der Bevölkerung sprechen Türkisch) — hatte im Hauran, wo Arabisch die Sprache des Volkes ist und der Sunnismus (die verbreitetste Sekte in Syrien) das herrschende religiöse Bekenntnis ist, die Einführung der Autonomie keine Berechtigung. So verschwand der ganze Plan ebenso plötzlich, wie er aufgetaucht war. Weniger als ein Drittel der Regierungsbeamten des Hauran stammen aus der Provinz selbst. Die übrigen sind Syrer, insbesondere Damascener. Die Hauranier haben die niedrigeren Posten inne, und der Sekretär des Gerichtshofs in Der'a ist der höchste einheimische Beamte. Ein gebürtiger Hauranier, Awad Bey el Amir, der in Frankreich erzogen wurde, trat in den Verwaltungsdienst der Zentralregierung in Damaskus ein und ist der Stolz der Provinz. Die öffentlichen Sicherheitsverhältnisse sind ziemlich zufriedenstellend. Trotz der Not der Bevölkerung, die manchmal bis zum Halbverhungern geht, gibt es nur wenige

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