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Palästina · 1936-05-01 · Heft 5 (Mai 1936) · p. Seite 232

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
19 (1936)
Issue
Heft 5 (Mai 1936)
Article
Der Hauran, Land und Einwohner
Date
1936-05-01
Page
Seite 232 (sequence 14)
Language
German
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gierung nach dem Kriege hörten die Unterdrückungen auf. Aber Gewohnheiten und Erinnerungen konnten nicht so leicht vergessen werden. Der Beduine hat sicherlich viel von seinem früheren Glanz eingebüßt, ist seiner Privilegien beraubt worden und wirtschaftlich sogar noch unter dem Fellachen gesunken. In seinen Augen aber ist der Bauer immer noch sein Sklave und Gegenstand seiner Gnade und seiner Verachtung. Und wenn auch der Fellache in dem Beduinen nicht mehr das Symbol der Freiheit und der Tyrannei sieht und nicht mehr in seiner Gegenwart zittert, kriecht er doch immer noch vor jedem bedeutenden Scheik und die uralte Furcht liegt tief im Bewußtsein und der feigen Natur des Hauraniers verwurzelt. Im Folgenden geben wir eine Reihe der wichtigen Stämme. Einige von ihnen durchziehen die Wüste nur zu bestimmten Zeiten des Jahres, andere zelten im Hauran und sind ununterbrochen innerhalb der Provinz zu finden: 1. R u a 11 a. Der wichtigste Zweig des Anese-Stammes, des einflußreichsten der Syrischen Wüste, der vom Adnan kommend, im 18. Jahrhundert von Hedschas und Nedschd in die Syrische Wüste zog, Syrien und Transjordanien durchquerte und zum stärksten Stamm zwischen Euphrat und Wadi Sirham wurde. Dieser Stamm verteilt sich über eine weite Fläche, von Karyetein im Norden bis zum Wadi Sirham im Süden, Das Haupt der Rualla ist Nuri Ibn Schalan, einer der berühmtesten und einst mächtigsten Scheiks der Syrischen Wüste. Ein Teil des Stammes zeltet im Hauran von etwa April bis September und ist auf den nordöstlichen Teil der Provinz konzentriert. Einst einer der stärksten Stämme im Hauran erhob er Tribut von einem großen Teil der Bevölkerung. Die Rualla haben zwischen 3500 bis 4000 Zelte. In normalen Zeiten schätzt man ihren Reichtum auf 120.000 Kamele und 30.000 Schafe, aber die Trockenheit hat eine arge Verheerung unter ihrem Vieh angerichtet. Die Rualla haben eine große Anzahl Waffen (etwa für jedes Zelt ein Gewehr) und verschiedene Sorten Munition, die sie mit Erlaubnis der Regierung besitzen. 2. W u 1 d'A 1 i, gleichfalls ein Zweig der Anese wie die Rualla. Die Wuld'Ali sind in zwei Teile gespalten, einer zeltet im Hauran zur selben Zeit wie die Rualla, der andere sitzt dauernd bei Scheik Miskin (in Ain Dakkar). Die führenden Scheiks sind 'Anad Smeir und Sultan Tayar, aber die Wuld'Ali sehen in Nuri Ibn Schalan, dem Führer der Rualla, auch ihr Oberhaupt. Die Wuld'Ali haben 500 Zelte, der nomadisierende Teil ist bewaffnet, der ansässige hat keine Waffen. 3. N a'i m. Sie nehmen für sich in Anspruch, von Izzedin abzustammen und zur Familie des Propheten Mohammed zu gehören. Sie sind über einen großen Teil Syriens verteilt und zelten in der Nähe der Dörfer zur selben Zeit wie die andern großen Stämme. (Allerdings durchziehen nur Teile des Stammes die Wüste, die Mehrheit aber neigt dazu, das Herumstreifen mehr und mehr einzuschränken.) Im Hauran zelten die Na'im in der Nähe von Nawa, wo der Stamm nach allgemeinen Angaben Ländereien besitzt. Viele Stammesmitglieder säen Weizen und Gerste, aber der Mangel an jeglichen Mitteln verhindert sie, noch andere Getreidearten anzupflanzen. Die Scheiks des Teils der Na'im, der im Hauran zeltet, sind Mamdoukh Tahan und Saleh Tahan. Dieser Teil hat etwa 200 Zelte und führt keine Waffen. 4. F a d e 1. Aus dem Hedschas stammend, kommen sie aus Fadel Ibn Rabia und gelten als einer der mächtigsten syrischen Stämme. Aus dem Nedschd kamen sie im 15. Jahrhundert in die Syrische Wüste und erwählten Dscholan zum Gebiet ihrer Wanderungen. Die Fadel verbanden sich während der letzten Generationen mehr und mehr mit dem Boden, haben ihr Nomadisieren auf ein Minimum herabgemindert und begonnen, Rinder-

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