Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1936-05-01 · Heft 5 (Mai 1936) · p. Seite 221

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
19 (1936)
Issue
Heft 5 (Mai 1936)
Article
Der Hauran, Land und Einwohner
Date
1936-05-01
Page
Seite 221 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2379786-2379939-2379945-2407920--22659-2408014
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Die wichtigsten Flüsse des Hauran sind: Nähr el-Ehreir, der auf dem Hermon entspringt und nach Süden in den Yarmuk fließt; 2. Nahr el-Allan, der parallel zum Nahr el-Ehreir fließt, nur etwas westlicher, und ebenfalls in den Yarmuk mündet; 3. .Nahr el-Rugqad, der auf dem Hermon entspringt, aber eine weite Strecke hindurch nur wenig Wasser mit sich führt. Auch er mündet in den Yarmuk; 4. Nahr el-Zeidi, der seine Quelle im Dschebel Drus hat und dann auf seinem Wege in den Yarmuk den Hauran kreuzt. Dieser Fluß geht in einen Wasserfall -~ Tel- Shehab —einige Kilometer von dem Dorf Mzeirib entfernt, über. Es gibt auch einige kleine Seen, deren größter, Bije, in der Nähe von Mzeirib liegt. Die Quellen des Dschebel Drus sind klein und wasserarm und versorgen — außer dem Nahr el-Zeidi — nur das Innere des Landes. Überdies sind die Einwohner des Dschebel Drus jetzt bemüht, durch deichartige Anlagen den natürlichen Lauf des Nahr el-Zeidi zum Hauran einzudämmen, um den gesamten Wasservorrat für ihre eigenen Bedürfnisse zu verwerten. Wasser findet man im Hauran meist in einer Tiefe von 100 bis 300 Meter, nicht selten aber nicht einmal bei 300 Metern. Das Graben ist wegen der Lavazusammensetzung des Bodens schwierig. Breite, zu Zisternen behauene Steine, ausgehöhlte Reservoirs und künstliche Wasserbehälter — alle aus alter Zeit werden zum Auffangen von Regenwasser benutzt und schaffen das ganze Jahr hindurch Wasservorräte für viele Siedlungen, die sonst ohne Wasser bleiben würden. Die Regenmenge wird erst seit 1926 gemessen. Beträgt sie im Jahr 200 bis 250 Millimeter, so wird sie allgemein als hinreichend für eine normale Ernte angesehen. Die folgende Tabelle zeigt die Regenmenge der Jahre 1930 bis 1934 in offiziellen Zahlen: Jahr Menge in Millimeter 1930 bis 1931 256 1931 „ 1932 224 1932 „ 1933 162 1933 „ 1934 168 Offizielle Quellen bemerken, als Kommentar zu dieser Tabelle, daß 1934 bis 1935 in manchen Orten der jährliche Regen geringer war als oben angegeben, und daß an manchen Stellen überhaupt kein Regen gefallen ist. Im ersten Jahr der Messungen, 1926, erreichte die Regenmenge des Jahres 400 Millimeter, einen Rekord für den Hauran. Das Klima des Hauran hält man für sehr gesund. Im Frühling und Sommer treten in verschiedenen Gegenden leichte Morgennebel auf, deren Feuchtigkeit von großem Wert ist; mittags streichen frische Brisen über das Land, und nachts ist es kalt. Die Winterwinde sind kalt und schneidend. Im Juli und August, den heißesten Monaten, geht die Höchsttemperatur bis etwa 104° Fahrenheit, im kältesten Monat, Jänner, gibt es häufig Frost. 3* Landwirtschaft» Auch in alten Zeiten erfreute sich der Hauran des Rufes, eine der fruchtbarsten Gegenden des Nahen Ostens zu sein, und war als die Kornkammer Großsyriens bekannt. Viele Ruinen alter Städte, die überall im Hauran gefunden werden, legen Zeugnis ab von der vergangenen Blüte des Landes. Historiker verschiedener Epochen (die Bibel, Josephus, Strabo usw.) sprechen von der dichten Siedlung im Hauran und seiner

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.