Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 4 (April 1936)
- Article
- Zur Problematik des palästinensischen Außenhandels
- Date
- 1936-04-01
- Page
- Seite 184 (sequence 10)
- Language
- German
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Während beispielsweise das Einfuhrvolumen von eisernen Trägern usw. von 18.570 Tonnen im Jahre 1932 auf 45.038 Tonnen im Jahre 1933 im gleichen Verhältnis wie deren Einfuhrwert gestiegen ist, der sich 1932 auf 96.683 £P, 1933 auf 240.096 £P belief, ist die Zementeinfuhr in diesen beiden Jahren von 7152 Tonnen auf 39.409 Tonnen, also um das Fünfeinhalbfache gestiegen, ihr Wert hingegen von 25.264 £P auf 88.328 £P, also um das Dreieinhalbfache. Dieser Prozeß setzt sich auch im Jahre 1934 fort, da die Einfuhr von 148.000 Tonnen Zement eine Steigerung um nahezu das Vierfache bedeutet, während die Wertsteigerung auf 267.624 £P das Dreifache beträgt. An dem Beispiel der Zementeinfuhr, einheimischer Produktion und Zementausfuhr läßt sich die Notwendigkeit der Berücksichtigung der inneren Wirtschaftsbilanz bei der Beurteilung der Handelsbilanz besonders gut erhärten. Die Gegenüberstellung der Ein- und Ausfuhrziffern für Zement vermag über die Entwicklung dieses Produktionszweiges keinen Aufschluß zu geben. Erst die Berücksichtigung der Ausweitung der einheimischen Bautätigkeit und ihrer Absorptionskraft vermag ein richtiges Bild der Zusammenhänge zwischen Einfuhr — einheimischer Produktion und Ausfuhr zu vermitteln. Während im Jahre 1932 die palästinensische Zementproduktion mit einem Umfange von 100.000 Tonnen noch annähernd den einheimischen Bedarf deckte und die Zementausfuhr die Zementeinfuhr um 2600 Tonnen übersteigt, bleibt im Jahre 1933 das einheimische Angebot trotz seiner Steigerung auf 135.000 Tonnen beträchtlich hinter der Nachfrage zurück, da in diesem Jahre 39.000 Tonnen eingeführt werden und die Ausfuhr erheblich absinkt und im Jahre 1934 deckt die einheimische Produktion mit 155.000 Tonnen wenig mehr als die Hälfte des einheimischen Bedarfes, was ein Ansteigen des Einfuhrvolumens um 270% und einen Rückgang der Ausfuhr auf zirka ein Zehntel der vorjährigen zur Folge hat. Einfuhr, Ausfuhr und Produktion von Zement in Palästina in Tonnen: 1929 1930 1931 1932 1933 1934 Einfuhr 7.983 5.154 4.725 7.152 39.409 148.000 Ausfuhr 7.639 12.351 8.941 9.938 6.393 700 Produktion 68.000 70.000 80.000 100.000 135.000 155.000 Die Bedeutung dieser Einfunrsteigerung als einer primären Voraussetzung für die Industrialisierung und für die Befriedigung des gesteigerten Bedürfnisses nach Wohnungen, beleuchtet ein Vergleich mit den Vorgängen, die sich bei einer Beschränkung der Baumaterialieneinfuhr abspielen würden: Es würde dadurch eine künstliche Beschränkung des Baumarktes eintreten und das wachsende Mißverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage nach Wohnungen würde die gegenwärtige Mietpreissteigerung noch vervielfachen. Das hätte zur Folge, daß ein Teil der Konsumenten ihre Nachfrage nach Konsumgütern reduzieren oder durch Verringerung ihrer Rücklagen den Prozeß der Spartätigkeit hemmen würden, was eine ungünstige Wirkung auf den Entwicklungsprozeß der palästinensischen Volkswirtschaft nach sich ziehen müßte. Und gleich ungünstige Wirkungen würden von der Produktionsseite her ausgelöst werden. Gesteigerte Mietpreise würden eine Erhöhung der Produktionskosten bedingen, die die Realisierung mancher Industriepläne von vornherein unterbinden und die Rentabilität bereits bestehender sogenannter »Grenzbetriebe« gefährden würden. Damit ist gleichzeitig das allgemeine Kriterium angedeutet, daß der Beurteilung der Zweckmäßigkeit der Wareneinfuhrsteigerung in der gegenwärtigen Situation zugrunde zu legen ist: ob und inwieweit nämlich die Überwindung des Mißverhältnisses