Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 4 (April 1936)
- Article
- Zur Problematik des palästinensischen Außenhandels
- Date
- 1936-04-01
- Page
- Seite 180 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2379786-2379939-2379944-2407618--22453-2407802- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
ten Bevölkerung — der im europäischen Sirine konsumierende Teil der Bevölkerung hat sich in den letzten beiden Jahren um etwa 100.000 vermehrt — günstige objektive Voraussetzungen für die Produktivierung des Kapitalimportes und reiche Betätigungsmöglichkeiten für die Unternehmerinitiative. Sie hat ihren Ausdruck gefunden in der zunehmenden Kapitalisierung des Landes durch Gründung neuer Unternehmungen und Vergrößerung des Kapitales der bereits bestehenden. Im Jahre 1934 wurden 170 von der Regierung registrierte Gesellschaften mit einem Kapital von 1.7 Millionen Pfund gegründet und 30 Gesellschaften erhöhten ihr Kapital von 340.000 £ auf nahezu 1.2 Millionen Pfund, das bedeutet im Vergleich zum Jahre 1933 eine 300%ige Steigerung des in gesellschaftlichen Unternehmungsformen investierten Kapitals. 1933 waren 90 Gesellschaften mit einem Kapital von 540.000 £ gegründet worden und 15 Gesellschaften haben ihr Kapital von 87.000 auf 180.000 £ erhöht. Das in der Industrie investierte Kapital diente zunächst vornehmlich zur Errichtung von Seiden-, Glas-, Parfümerie-, Ziegel- und Kachel-, Schokoladen- und Marmeladen-Fabriken, Zigaretten-, Metallwaren- und Strumpfwaren-Fabriken. Die Tendenz - des Industrialisierungsprozesses war daher anfangs vornehmlich auf die Deckung des Bedarfes des letzten Konsumenten gerichtet. Die Ursache für die Bevorzugung der Konsumgüterindustrie liegt auf der Hand: Das Anwachsen einer kaufkräftigen Bevölkerung, bedingt durch die starke Einwanderung einer an europäische Bedürfnisse gewöhnten Bevölkerung sowie die konjunkturelle Kaufkraftsteigerung der einheimischen Bevölkerung lenkten die Unternehmerinitiative zunächst auf diese Gebiete der Produktion und erst im letzten Jahr hat auch die Produktionsmittelindustrie durch Errichtung von Metallwaren- und Ziegel-Fabriken, Draht- und Packmaterial-Fabriken usw. an Bedeutung gewonnen. Die Ausdehnung des industriellen Produktionsvolumens, dessen Wert 1934 6.5 Millionen Pfund gegenüber 5.5 Millionen £P vom Jahre 1932 betrug und die Steigerung der Investitionen im Bauwesen um mehr als 100% gegenüber 1934, — sie beliefen sich im Jahre 1934 auf 7.6 Millionen £P —, hatten eine Steigerung der Einfuhr von Rohstoffen und Halbfabrikaten zur notwendigen Voraussetzung. Tatsächlich ist diese Einfuhr auch von 556.966 £P im Jahre 1932 auf 1.076.894 Millionen Pfund im Jahre 1934 gestiegen. Die Steigerung der Fertigwareneinfuhr von 3.910.411 Millionen Pfund auf 9.168.281 Millionen Pfund war bedingt durch den Bezug von Fertigwaren, die als Produktionsgüter in den Produktionsprozeß eingehen, wie durch die Steigerung der Einfuhr an unmittelbaren Konsumgütern. Jüdische Inve stiti o n e n in 1000 £ wä h r e n d der J a h r e 1932 bi s 1934: Wirtschaftszweig 1932 1933 Steigerung 1934 Steigerung gegengegenüber über in % 1932 in % 1933 1932 Pflanzungen 900 1500 66.6 1650 100 83.5 Gemischte Wirtschaft 100 100 75 250 150 150 Bauwesen in den Kolonien 200 350 75 800 128.6 300 Insgesamt auf dem Lande (Außer Bodenkauf) 1200 1950 62.5 2700 38.4 125 Industrie und Handwerk 350 500 42.9 1000 100 185.7 Beförderungsmittel 150 300 100 - 500 66.6 233.3 Bauwesen in den Städten 1150 2500 92.3 4500 80 246.1 Insgesamt (Äußer Bodenkauf) 3000 5250' 76 8700 65.7 190