Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 4 (April 1936)
- Article
- Zur Problematik des palästinensischen Außenhandels
- Date
- 1936-04-01
- Page
- Seite 178 (sequence 4)
- Language
- German
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und industrielle Maßnahmen die Ausfuhr anderer Warenkategorien zu fördern und eines vorübergehenden Erfolges hat sich in der Ausfuhrstruktur des Jahres 1934 die Monopolstellung der Baumwolle von Neuem verstärkt. Für die Analogie zu Palästina ist das Bestehen der Monokultur und die Bemühungen um die Brechung ihrer Vorrangstellung von Wichtigkeit, da in Palästina angesichts der Reduzierung der Orangenpreise auf dem Weltmarkt ähnliche Tendenzen der Abkehr von der Orangenmonokultur eingesetzt haben und sich gleichzeitig eine Hinwendung zur gemischten Wirtschaft und zur Industrialisierung bemerkbar macht. Das Beispiel Ägyptens deutet auf die Schwierigkeiten der Überwindung einer solchen Monokultur hin, und zeigt, daß der plötzliche Rückgang des Ausfuhrwertes ihrer Erzeugnisse und der Anstieg der Ausfuhr anderer Warenkategorien noch kein Beweis für die erfolgreiche Überwindung der Einseitigkeit der Ausfuhrstruktur ist. In der Türkei folgte die Hinwendung zur aktiven Handelsbilanz auf eine Epoche einer unter Schwankungen ansteigenden Wareneinfuhr, die dann, nachdem die Industrie ein für die Eigenversorgung wichtiges Kontingent zu stellen vermochte, von einem scharfen Sinken der Einfuhr abgelöst wurde. Freilich ist nicht zu verkennen, daß die Einfuhrdrosselung zum großen Teil das Ergebnis einer Zollpolitik ist, die bewußt der jungen, in der Entwicklung begriffenen Industrie eine Schonzeit gewähren will, zumal derartige Protektions- und Autarkiebestrebungen den gegenwärtigen weltwirtschaftlichen Störmungen entsprechen. Daß aber die Türkei solche Mittel erfolgreich anwenden konnte, erklärt sich nur aus ihrer relativ hohen Entwicklungsstufe im Vergleich zu anderen Ländern des Vorderen Orients. Nur weil ihre wirtschaftspolitische Entwicklung bereits das Stadium des einseitigen Agrarstaates überschritten hatte, konnten diese protektionistischen Mittel die Umkehr der Handelsbilanz begünstigen. Denn in Syrien beispielsweise würden derartig umfangreiche Zollmaßnahmen zum großen Teil den- Charakter von Finanzzöllen annehmen: soweit sie nämlich nicht einer schutzbedürftigen für die Deckung des Inlandsbedarfes wichtigen Industrie dienen und man auf die Einfuhr der dem Zoll unterliegenden Waren angewiesen wäre, würden solche zollpolitischen Maßnahmen lediglich zur Verteuerung der Lebenshaltung, nicht aber zur Aktivierung der Handelsbilanz führen. Einfuhr und Ausfuhr der Länder des Vorderen Orients in Millionen Reichsmark: Jahr Ägypten Syrien Cyp ern- Türkei Palästina Ein¬ Aus¬ Ein¬ Aus¬ Ein- Aus¬ Ein¬ Aus¬ Ein- Ausfuhr fuhr fuhr fuhr fuhr fuhr fuhr fuhr fuhr fuhr 1927 1010 1030 211 90 458 343 130 45 1928 1064 1179 217 81 477 371 142 35 1929 1155 1110 240 83 519 314 146 36 1930 979 670 183 75 29 25 289 297 142 42 1931 610 515 167 44 27 21 252 254 113 35 1932 412 393 132 29 20 14 174 205 115 39 1933 383 412 117 26 17 19 150 193 155 41 4. Ursachen der Sonderentwicklung des Außenhandels Palästinas und deren Beurteilung* Überdies läßt der Vergleich des palästinensischen Außenhandelswertes mit dem Gesamteuropas sowie der Länder des Vorderen Orients erkennen, daß Palästinas Außenhandelsentwicklung nicht den Schwankungen des internationalen Handels folgt. Während Ein- und Ausfuhr Gesamteuropas sowie fast aller Länder des Vorderen Orients seit dem Ausbruch der Weltwirtschaftskrise, das heißt seit dem Jahre 1930