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Palästina · 1936-03-01 · Heft 3 (März 1936) · p. Seite 125

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
19 (1936)
Issue
Heft 3 (März 1936)
Article
Die jüdische Ärzteschaft in Palästina
Date
1936-03-01
Page
Seite 125 (sequence 5)
Language
German
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Honorar als es in der Privatpraxis usuell ist, ärztliche Hilfe an zahlungsfähige Personen leisten. Ein Teil der letzten Ärzte-Alijah^ wurde durch die Arbeiterkrankenkasse, Kupat Cholim, absorbiert. Diese Kasse hat sich im Laufe der Jahre in hervorragender Weise entwickelt. In den Jahren 1926/27 zählte sie 12.000 bis 13.000 Mitglieder, war trotz großer Zuschüsse seitens der Zionistischen Exekutive und der Hadassa-Organisation hochgradig verschuldet und führte ein kümmerliches Dasein. Heute ist die Kasse die mächtigste medizinische Organisation des Landes. Sie versorgt medizinisch derzeit 90.000 Köpfe, also etwa ein Viertel aller Juden Palästinas, besitzt zahlreiche Häuser in den Städten und Kolonien, eigene Polikliniken, Laboratorien, moderne Spitäler und Erholungsheime. Im Sommer 1935 beschäftigte die Krankenkasse 62 Ärzte ganztägig und 108 Ärzte partiell. Erstere sind zu einer achtstündigen Arbeitszeit pro Tag verpflichtet, dürfen keine Privatpraxis ausüben und erhalten durchschnittlich 24 £ monatlich. Die partiell angestellten Ärzte werden je nach der Arbeitszeit entlohnt, manche nach einem besonderen Tarif. Im Durchschnitt erhalten sie 13.3 £ (für über halbtägige Arbeitszeit), bzw. 5.7 £ (wenn sie zu 1 bis 3 Stunden verpflichtet sind) und zum Teil 7.8 £ (28 Kollegen). Eine achtstündige Arbeitszeit ist besonders in den Monaten Mai bis Oktober eine schwere Beanspruchung des Arztes. Sie ist auch bei Ärztemangel nicht zu rechtfertigen und wird nicht einmal in der Sowjetunion vom Arzt verlangt. Auf dem Dorfe haben die Ärzte bis vor wenigen Wochen keinen Anspruch auf einen freien Tag pro Woche gehabt. Erst in letzter Zeit haben sie diesbezügliche Erleichterungen durchgesetzt. Der ungeheure Stellenhunger der Ärzte ermöglicht es der Kasse, trotz ungünstiger Arbeits- und Besoldungsverhältnisse gute Kräfte zu erwerben. Allerdings, der ungünstigen Bedingungen wegen benützen die Tüchtigen die Kasse bloß als Sprungbrett in die freie Praxis. Die ungünstige materielle Lage der Ärzte erklärt auch zur Genüge, daß in der Kasse Ärzte in Feldscherstellungen oder bloß gegen freie Station, bzw. gegen freie Station und ein Taschengeld von einigen Pfund arbeiten. Die Ärzte der Krankenkasse gehören wohl der Allgemeinen Ärzteorganisation an, aber sie sind trotzdem in einer eigenen, der Arbeitergewerkschaft unterstellten Organisation zusammengefaßt, die ihre Interessen gegenüber der Kassenverwaltung, einem Organ der Arbeitergewerkschaft, vertritt. Außer der besprochenen Krankenkasse, die der Histadruth Hapoalim (Arbeiterorganisation) angehört, gibt es eine vor allem auf dem Lande tätige zweite Krankenkasse »Kupat Cholim Amamit« (Volkskrankenkasse), die aus der »Hadassa« hervorgegangen ist. Sie steht in naher Beziehung zur Organisation der Landwirte. Die Situation dieser Kasse ist viel ungünstiger als die der früher besprochenen; zumeist gewährt slfe ärztliche* Hilfe nur im Wohnorte. Sie arbeitet mehr mit Allgemeinpraktikern als mit Spezialisten; wo es mehrere Ärzte gibt, sucht auch sie dem Geschmacke des Publikums entgegenzukommen. Durchschnittlich erhält der Arzt 13 £ pro Monat; die Entlohnung hängt von der Zahl der Versicherten (etwa 170 Mil pro Versicherten) ab. Den Rest verdient der Arzt privat, zumeist aus seiner Praxis unter den in diesen Kolonien lebenden Arabern. Die »Kupat Cholim Amamit« und die »Kupat Cholim Leumi« (Nationale Krankenkasse) beschäftigen zusammen 33 Ärzte. Die seinerzeit wichtigste medizinische Institution, die »Hadassa«, hat eine kleinere Anzahl neuer Ärzte aufgenommen als die Arbeiterkrankenkasse; sie beschäftigte im Frühsommer 1935 59 Ärzte, davon 29 ganztägig. Von den Ärzten arbeiteten 32 als Spitalsärzte, 23 in der schulärztlichen Abteilung und in der Säuglingsfürsorge, 4 in der Direktion und Administration. Unter den ganztägig Angestellten finden wir beinahe

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