Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1936)
- Article
- Das Wirtschafts-Barometer: Jänner 1936
- Date
- 1936-02-01
- Page
- Seite 95 (sequence 4)
- Language
- German
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In einer umfangreichen Zolltarif-Novelle, die von der Regierung am 22. Jänner publiziert worden ist und den erhöhten Schutz der palästinensischen Produktion bezweckt, sind auch Steigerungen der Zollsätze für Roggen, weichen Weizen, Roggenmehl, Weizenmehl, Weizenschrot, Semolina und Semoule vorgenommen worden. Kolonialwaren Die Erholung der Z u c k e r-Preise in Amerika und England fand bisher in Palästina noch kein Echo, so daß eine Veränderung des Preisniveaus gegenüber dem Vormonat nicht wahrzunehmen ist. Nach Beendigung der Feiertagssaison (jüdisches Chanukkah), christliches Weihnachten, mohammedanisches Id-ul-Fitr), die umsatzmäßig empfindlich hinter dem Vorjahr zurückblieb, hat heute die Süßwarenindustrie nur sehr schwach zu tun und begrenzt dementsprechend ihren Zuckereinkauf. Auch der Haushaltkonsum an Zucker läßt sehr zu wünschen übrig. Die Situation in Reis ist immer noch matt, bei ungefähr dem gleichen Preisniveau wie im Vormonat; die Grossisten der Mittelmeerplätze hatten sich während der politischen Hochspannung im Herbst reichlich mit Ware eingedeckt, die jetzt besonders auf den Markt drückt. In Tee neigen auch die Angebote nach Palästina stark zum Nachgeben, gemäß dem flauen Resultat der letzten Londoner Auktionen. Das in London residierende internationale Tee-Kartell hat die Veranstaltung eines Propaganda-Feldzuges in Ägypten beschlossen, der unter Umständen auch auf Palästina ausgedehnt werden dürfte. Auf Grund neuer internationaler Verflauung, die soeben durch die Prognose einer neuen brasilianischen Rekordernte veranlaßt wurde, büßte Kaffee den auf dem Palästina-Markt im Vormonat erzielten kleinen Preisgewinn letzthin wieder ein. Dagegen konnte sich Kakao etwas befestigen. Das Geschäft in Sultaninen und Nüssen hat im Großhandel wieder abgeflaut, da die Dispositionen für das Purim- Geschäft im wesentlichen schon abgeschlossen sind. Buffer, Margarine, Käse Die letzthin bemerkbare Belebung des internationalen Butter -Geschäftes hat den Palästina-Markt ganz unberührt gelassen, da einesteils der Verbrauch infolge der Depression sehr gering ist, und da andernteils der bisher schon unter den Grossisten herrschende Konkurrenzkampf nun auch auf die Detaillisten übergegriffen hat. Lettländische, litauische und dänische Butter kommen daher in den palästinensischen loko-Preisen nicht über das Vormonatsniveau hinaus. Australische Butter fällt gegenwärtig qualitativ unbefriedigend aus, ist daher nur als Backbutter abzusetzen und notiert pro 50 kg loko höchstens 4 £P. Die schwache Marktlage hat auch zu einem erheblichen Preisabstrich der bisher relativ teuren palästinensischen Molkereibutter geführt. In Margarine nahmen letzthin die Umsätze holländisch-englischer Ware weiter zu. Sehr flau ist das Käse -Geschäft, bei erheblichen Preisrückgängen sowohl der ausländischen Hart- und Streichkäse, als auch des inländischen Weichkäses, der bis auf —,100 £P pro südpalästinensisches Rottel (2,880 kg) hinabsank. Als Geschmackskuriosum sei erwähnt, daß jetzt auch kondensierte Milch in Büchsen mit dem Herzl-Porträt auf dem Markt erschienen ist, und zwar dänischen Ursprungs. Wer schreitet dagegen ein? Eier Am 16. Februar werden neue Vorschriften zur Kennzeichnung importierter Auslandseier in Kraft treten, die die bisherige, Regelung ersetzen. Der Markt ist augenblicklich bei schwachem Konsum mit Ware reichlich versorgt, so daß die Preise stark rückläufig tendieren. Ägyptische Eier notieren loko (pro Korb von 720 Stück) 1,450 bis 1,500 (Vormonat: 1,900 bis 2) £P. Syrische und türkische Ware bleibt gegenwärtig aus. Dagegen sind eine wichtige neue Erscheinung auf dem Palästina-Markte die Eier