Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1936)
- Article
- Das Wirtschafts-Barometer: Jänner 1936
- Date
- 1936-02-01
- Page
- Seite 94 (sequence 3)
- Language
- German
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1ÖJ^ sh, wobei das Gros der Umsätze nicht Weit über das Preisminimum hinauskam. Nächst Großbritannien* dem mehr als 80% der bisherigen Verladung zugeführt wurden, waren in der gegenwärtigen Saison bis jetzt Polen* Holland, Frankreich, Rumänien, die Tschechoslowakei und die skandinavischen Staaten die wichtigsten Märkte. Polen hat soeben für das erste Quartal 1936 für die Einfuhr aus Palästina ein Kontingent von 9000 Tonnen Orangen und 1200 Tonnen Grapefruits, sowie für Zitronen per Jänner und Februar ein Kontingent von je 60 Tonnen bewilligt, was bei weitem nicht den Erwartungen der palästinensischen Exporteure entspricht. Mit Frankreich schweben vom französisch-palästinensischen Wirtschaftskomitee in Paris geförderte Erörterungen über ein stärkeres handelspolitisches Entgegenkommen. Das holländische und skandinavische Geschäft gibt keinen besonderen Anlaß zu Klagen* außer den Schwierigkeiten, denen die Grapefruits immer noch bei den Konsumenten begegnet, die sich nicht von der Vorstellung losreißen können, daß es sich hier um eine Art »Luxus« handle. In eine plötzliche Krise, die hoffentlich nur vorübergehend ist, geriet Anfang Jänner das Rumänien-Geschäft, da die rumänische Regierung auf palästinensische Waren einen Valuta-Entwertungs-Zollzuschlag von 38% legte; Verhandlungen zur Befreiung der Zitrusfrüchte hievon sollen aussichtsreich vorwärts sehreiten* Beim tschechoslowakischen Geschäft muß vor dem definitiven Urteil erst noch die Zahlungsabwicklung abgewartet werden. Die unerfreuliche Situation am Weltmarkt, die durch ,ein Rekord- Angebot spanischer Apfelsinen infolge milden Wetters in Spanien noch besonders verschärft wird, hat in Palästina zu der Anregung geführt, baldigst eine mindestens zehntägige Versandpause zu proklamieren. Dies erscheint jedoch als freiwillige Maßnahme infolge des Konkurrenzkampfes ganz aussichtslos, und die Regierung zeigt sich nicht interessiert. Auf Grund der schlechten Preisgestaltung hat sich das Problem der jüdischen Arbeit in der jüdischen Zitrus-Wirtschaft noch weiter zugespitzt. Gegenwärtig bedienen sich rein jüdischer Arbeit nur noch 28% der jüdischen Pflanzungen, gegenüber noch 54% vor zwei Jahren und 45% in der vorigen Saison. Gegenwärtig finden über diese Frage Verhandlungen zwischen der Jewish Ägency und dem jüdischen Farmerverband statt, die von Professor Weizmann und Mosche Smilansky persönlich geführt werden. Bis zum 19. Jänner 1936 wurden in dieser Saison insgesamt 2,923.571 Kisten {rund 600.000 mehr als im entsprechenden Vorjahrsabschnitt) aus Palästina exportiert, davon 2,543.259 Kisten Orangen, 254.456 Kisten Grapefruits, sowie 25.856 Kisten Zitronen und sonstige Zitrusfrüchte. Die internationale Befestigung, die von Argentinien ausging, hat dem palästinensischen. Zerealien- Getreide, Futtermittel und Mehl markte keine neuen Impulse gebracht» Auf Grund der starken Regenfälle sieht das Land einer neuen reichlichen Ernte in allen Feldfrüchten entgegen, und demgemäß wird von Großhändlern und Mühlen sehr vorsichtig disponiert. Pro südpalästinensischen Kantar (288,45 kg) erzielt inländischer Weizen heute im Höchstfall 2,350 £P, Gerste 1,300 £P, was ungefähr dem Vormonat entspricht. Auch Durrah, Mais und Pferdebohnen haben bisher noch nicht anziehen können. Was importierte Ware betrifft, so sind die amtlichen Einheitswerte aufschlußreich, die als Grundlage der Einfuhr*Verzollung soeben für das 1. Quartal 1936 festgesetzt worden sind; sie lauten (in £P pro Tonne eif Jaffa- Haifa): weicher Weizen 7,700 (4. Quartal 1935: 7), Roggen 5,750 (unverändert), Semoule und Semolina, in zwei Wertklassen, 8,550 und 8,850 (7,750 und 8)> Weizenmehl, in vier Wertklassen, von 5,650 bis 13 (5,700 bis 14), Weizenschrot 8 (unverändert), Roggenmehl, in drei Wertklassen, von 5,500 bis 9 (5 bis 9,250). Der Mehläbsatz wird allgemein als sehr schleppend bezeichnet, bei weiterhin abbröckelndem Preisniveau.