Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1936)
- Article
- Die Bedeutung der Industrie für die Absorption der Einwanderung nach Palästina
- Date
- 1936-02-01
- Page
- Seite 80 (sequence 4)
- Language
- German
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Alle diese Ziffern schließen das Bau- und das Transportwesen nicht ein, sondern nur Industrie und Handwerk im eigentlichen Sinne. In der Beziehung von Kapitalinvestition und Absorbtionsfähigkeit ist seit 1932 eine grundlegende Wandlung eingetreten. Die im Jahre 1932 von der »Jewish Agency« herausgegebene Broschüre »Einwanderungsstruktur und Kapitalimport Palästinas« zeigt, daß die durch die Enquete erfaßten Einwanderer in den Jahren 1926 bis 1932 nur 5.2% des investierten Kapitals in Industrie und Gewerbe anlegten. Von 142 Familien, die vor ihrer Alijah im Gewerbe tätig waren, blieben nur 36, das heißt 25%, auch in Palästina in Industrie und Handwerk tätig. Mit dem Jahre 1932 setzt in dieser Hinsicht ein gewisser Wandel ein. Die folgende Tabelle zeigt das investierte Gesamtkapital sowie das in der Industrie investierte Kapital in den letzten drei Jahren (ohne das im Bodenkauf investierte Kapital): Investiertes Gesamtkapital, davon in der Industrie. Aus dieser Tabelle geht hervor, daß mit einer Investition von 7 bis 9% des investierten Gesamtkapitals 12% der G e s a m t e i n w a n d erung dieser drei Jahre in dauernde Beschäftigung gebracht werden konnten. Einschließlich der Familienangehörigen der Arbeiter, nach dem Schlüssel von 1931 berechnet, wären also zirka 33% der Einwanderer vom Verdienst in der Industrie abhängig. Für die wachsende Bedeutung der Industrie für die Kapitaleinwanderung ist es charakteristisch, daß, wie der »American Economic Board«, die Beratungsstelle der Kapitaleinwanderer, mitteilt, im Jahre 1933 75%, im Jahre 1934 59% der Kapitaleinwanderer ihr Kapital in der Industrie anlegen wollten. (Siehe Nr. 12/1935, S. 685.) Welche Investitionen sind besonders für die Aufnahme der Einwanderung geeignet? Wir haben oben gesehen, daß Industrie und Handwerk von 1921 bis 1935 mit einem investierten Kapital von 6l/i bis 7 Millionen £ zirka 25,000 Personen (ohne Familienangehörige) aufnehmen konnten (es kommt in diesem Zusammenhang nicht auf die absolute Genauigkeit der Ziffer an). Die Frage der Investition in Boden, spielt für die Industrie keine Rolle. Nehmen wir nun den zweiten großen Wirtschaftszweig, die Orangenwirtschaft.. In 150.000 Dunam Pardeß, die sich in jüdischen Händen befinden, wurden bis heute schätzungsweise zirka 6 bis 7 Millionen £ (ohne die für Bodenkauf ausgegebene Summe) investiert. Dabei wird berücksichtigt, daß 100.000 Dunam noch nicht Frucht tragen und für diese Flächen zur Zeit nur zirka die Hälfte der üblichen Investition, von 60 £ pro Dunam in Betracht kommt. Addiert man die für Bodenkauf ausgegebene Summe (durchschnittlich 15 bis 20 £ pro Dunam), so ergibt sich eine Summe von 83^2 bis 9l/2 Millionen £. Mit einer Gesamtinvestition von dieser Höhe werden im Durchschnitt im Jahre 1934/35 12.000 bis 13.500 Arbeiter beschäftigt (wobei wir davon absehen, daß über die Hälfte dieser Arbeiter nichtjüdisch sind). In der gemischten Wirtschaft kommen in erster Reihe die vom »Keren Hajessod« gegründeten Arbeitersiedlungen (Kwuzoth und Moschwe Owdim) in Betracht. Der Keren Hajessod hat in diesen Siedlungen (vom 1. April 1921 bis 1. April 1935) zirka 1,210.000 £ investiert. Die im Boden investierte Summe läßt sich auf 775.000 £ be^ rechnen (zirka 157.000 Dunam; der Durchschnittskaufpreis pro Dunam ist 5 £); die 1932 1933 1934 £P 4,200.000 7,200.000 11,400.000 £P 350.000 500.000 1,000.000 Prozent 8.3 6.9 8.8