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Palästina · 1936-02-01 · Heft 2 (Februar 1936) · p. Seite 75

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Journal
Palästina
Volume
19 (1936)
Issue
Heft 2 (Februar 1936)
Article
Einige Bemerkungen zur palästinensischen Aufbaukonjunktur
Date
1936-02-01
Page
Seite 75 (sequence 4)
Language
German
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Entwicklungstempo der betreffenden Wirtschaftszweige, durch das Wachsen ihrer relativen Anteile an der Gesamtsumme der Kapitalanlagen. So stand die jüdische Wirtschaft in den Jahren 1931/32 und 1932/33 ganz im Zeichen der Orangenpflanzungen. Im Jahre 1934 hat sich über die Hälfte aller Investitionen in der Baubewegung konzentriert, während im Jahre 1935 die Industrie und die gemischte Landwirtschaft bei weitem die größten Fortschritte aufzuweisen haben8. Als Wendepunkte können wir etwa den Fall der Orangenpreise in der Saison 1933/34 und den Zusammenbruch der Grundstückspekulation im Frühjahr 1935 angeben. Wir sehen, die Korijunkturphasen werden immer kürzer, was mit der oben erwähnten Disproportion im Umfang der drei Wirtschaftszweige übereinstimmt. Eine Umkehrung der Entwicklung oder eine vierte Phase kann nach dem Industrialisierungsanlauf nicht mehr folgen, es sei denn, daß ein neuer Impuls von der Weltwirtschaft kommt, oder die Investitionsmöglichkeiten auf eine andere Weise plötzlich erweitert werden (z. B. durch Schutzzollpolitik, durch großzügige öffentliche Arbeiten, durch Eröffnung Transjordaniens für die jüdische Einwanderung) und der Konjunkturzyklus von neuem einsetzt. Somit wäre der Umfang und die Dauer der Aufbaukonjunktur im großen ganzen vom Umfang der ersten Konjunkturphase, das heißt von der ursprünglichen Kapitalinvestition abhängig und bereits nach deren Abschluß abschätzbar. Verschiedene Hilfsfaktoren (Entwicklung von kleineren Exportzweigen, Touristenbewegung, Größe und soziale Struktur der Einwanderung, Wirtschaftspolitik der Mandatsregierung u. a. m.) können den Konjunkturablauf etwas verlängern oder verkürzen, nicht aber im wesentlichen modifizieren. Zum selben Ergebnis kommen wir auch auf einem anderen Wege. »Vom wirtschaftlichen Standpunkt aus«, schreibt Horowitz, »ist es leichter, im Lande im Laufe eines Jahres 50.000 Einwanderer als 5000 aufzunehmen, da die größere Anzahl von Einwanderern schon selbst einen Markt bildet.« Gemeint ist zweifellos, daß eine bedeutende Markterweiterung zu großen Investitionen und zur Neueinstellung von Arbeistkräften führen müsse, wobei die Einwanderung wenigstens für eine Zeitlang absorbiert werden könnte. Dagegen wird ein kleinerer Marktzuwaehs vom bestehenden Produktionsapparat gedeckt werden können, ohne daß eine Erweiterung des letzteren erförderlich wäre. Somit ist aber das Entstehen einer Aufbaukonjunktur und deren Ausmaße von dem Verhältnis des Kaufkraftzuwachses zum bestehenden Markt abhängig, das heißt von der Proportion der Einwanderung gegenüber der vorhandenen Bevölkerung. Die unverhältnismäßige Höhe der Kapitalanleihen in der palätsinensischen Bauindustrie entspricht, so gesehen, nur der einzigartigen Größe der Einwanderung nach Palästina, die in den letzten drei Jahren jährlich etwa 20% des vorhandenen Jischuw ausgemacht hat. In dem Maße, wie der Jischuw wächst, muß auch die Einwanderung zunehmen, wenn die Proportion und damit die Aufbaukonjunktur erhalten bleiben soll. Eine Einwanderungs.- 3 Da. die zahlenmäßigen Angaben über die Entwicklung der palästinensischen Wirtschaft sehr ungenau und schwankend sind, sehen wir hier von einer statistischen Darstellung ab. Immerhin sind die folgenden, von Frl. Dr. Maschke (Hameshek Hashitufi 1:935, Heft 14/15) gebrachten Schätzungen von Interesse: Kapitalanlagen in 1000 £P: 1932 1933 Zunahme 1934 Zunahme Pflanzungen....... 900 1500 67% 1650 10% Bauindustrie....... 1350 2850 111% 5300 86% Industrie und gemischte Land- _Wirtschaft....... 600 900 33% 1750 94%_ Insgesamt. . . 30.00 5250 75% 87Q0 66% Die Bodenkosten sind in den Schätzungen nicht enthalten.

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