Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1936)
- Article
- Jahresrückschau
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 44 (sequence 4)
- Language
- German
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rieselung und Düngung wird gespart und die Pflanzer verlieren die Zuversicht. In Wirklichkeit aber waren die Preise nicht so schlecht als in der letzten Saison und die guten Plantagen bringen weiterhin hohen Gewinn, manchmal bis zu 15%. Das Gerede, daß billige Arbeit die einzige Rettung für die Orangenindustrie ist, ist nicht nur unbegründet, sondern auch gefährlich, denn es lenkt die Aufmerksamkeit von den bedeutenden Aufgaben der Organisation der Märkte und des Transportes ab. Der Hauptfeind, dem die Zitrusindustrie Palästinas entgegentreten muß, ist die Panik und nicht der niedrige Preisstand. Der Aufschwung der gemischten Wirtschaft Während die Zitruskultur in Schwierigkeiten geriet, zieht die gemischte Landwirtschaft mehr und mehr Aufmerksamkeit auf sich. Das mit Getreide und Futter bebaute Areal ist vergrößert worden und die Weizenernte war außerordentlich groß. Die durchschnittliche Weizenproduktion der jüdischen Böden ist mehr als doppelt so groß wie die der Araber und auch die Preise waren zufriedenstellend. Die Produktion von Milch, Eiern und Obst ist sprunghaft gestiegen. Die genossenschaftliche Verkauf sorg anisation »Tnuvah« hat 13.5 Millionen Liter Milch und 6,5 Millionen Eier in diesem Jahr verkauft, gegen 8.5 Liter und 4.3 Millionen Stück im Vorjahr. Kleine Orangenpflanzer sparen jetzt Flächen für Hühner und Kuhställe und Gemüsegärten aus, Fallobstbäume werden gepflanzt, obwohl die Araber darin weiter vorgeschritten sind als die Juden. Insgesamt hat sich die Produktion der gemischten Wirtschaften von 209.913 £P im Jahre 1933 auf 299.360 £P im Jahre 1934 und auf etwa 400.000 £P im Jahre 1935 erhöht. Eine Anzahl neuer Siedlungen wurde auf der Grundlage der gemischten Wirtschaft und des Obstbaues angelegt und sie bewiesen damit den in bezug auf die Zukunft der gemischten Wirtschaften skeptischen Beurteilern, daß ihre Befürchtungen falsch waren. Die übersteigerte Manie der Orangenpflanzung weicht endlich einer mehr stabilen und gesunden Wirtschaft. Einwanderung am Höhepunkte In diesem Jahr erreichte die Einwanderung eine noch nicht dagewesene Höhe. In den letzten zwölf Monaten hat sich die jüdische Bevölkerung um mindestens 75.000 Seelen vermehrt. Nach Regierungsstatistiken entfallen 63.000 auf Einwanderung; rechnet man eine atürliche Bevölkerungsvermehrung von 5000 und mehrere tausend unregistrierte Einwanderer hinzu, so ergibt das eine jüdische Bevölkerung von etwa 350.000. Die Einwanderung hat, wie kaum zuvor in der Geschichte, große Kapitalmengen, durchschnittlich 100 £P pro Kopf, mitgebracht.. 16.000 Arbeiter, fast alle neueinwandernden Zertifikatisten, sind im letzten Jahr der Arbeiterorganisation beigetreten. Wachstum der Industrie Für die wachsenden Industrien Palästinas war das Jahr wechselvoll. Ihre sehr beträchtliche Ausdehnung erfolgte trotz der enormen Schwierigkeiten, die durch das Dumping mit billigen ausländischen Waren und durch das Fehlen jeder Hilfe seitens der Regierung hervorgerufen wurden. Trotz dieser Hindernisse haben die Industriellen im allgemeinen einen erfolgreichen Kampf bestanden und einfür allemal bewiesen, daß die düsteren Prophezeiungen über das unvermeidliche Fehlschlagen der Industrie in einem Lande wie Palästina gänzlich ungerechtfertigt waren. Die Kreditbedingungen waren günstige und mehr und mehr Geld floß der Industrie zu, als die Gewinne aus den Orangenplantagen abnahmen. Besonders die Elektrizitätsindüstrie hat ein glänzendes Jahr hinter sich." In Haifa wurde eine elektrische Kraftstation eröffnet und die Errichtung einer weiteren Kraftstation am jenseitigen Jordanufer ist geplant. Das elektrische Netz ist bis nach Naharia