Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1936)
- Article
- Jahresrückschau
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 45 (sequence 5)
- Language
- German
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- Haifa 1× ep/1047930
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im Norden und Gederah im Süden ausgedehnt worden. Die Siedlungen im Emek Israel werden jetzt gleichfalls mit Elektrizität versorgt. Von den anderen Industrien hat vielleicht die Baumaterialindustrie am meisten geblüht. Die Zement- und Ziegelfabriken können kaum die Nachfrage bewältigen. Die Aluminium-, Möbel- und Holzbearbeitungsfabriken gingen weiterhin gut. Die Eröffnung der ersten hochqualifizierten Eisenwerke mit einem Arbeiterstand von über 180 Mann wurde durch die Schließung einer Anzahl kleinerer Werke wettgemacht. Auch die Textilindustrie machte weitere Fortschritte. Seiden- und Baumwollspinnerei sowie Weberei wurde begonnen, etwas Neues für Palästina, und die bestehenden Strumpf- und Wirkwarenfabriken arbeiteten befriedigend weiter. Auch die Nahrungsmittelindustrie hat ein gewinnreiches Jahr. Die »Schemen«-Fabrik beschäftigt 330 Arbeiter und eine Reihe von Schokolade-, Konserven- und Fruchtsaftfabriken sind vollbeschäftigt. Die Palestine Potash Company erfüllt ihr Versprechen, indem sie 350.000 £P frisches Kapital in England und Amerika aufbrachte und großzügige Arbeiten am Südende des Toten Meeres begann. Die gesamte Produktion soll jetzt das mit 100.000 Tonnen Pottasche jährlich bestimmte Maximum erreichen, abgesehen von Bromiden und anderen Nebenprodukten. Insgesamt erreicht der Wert der jährlichen Industrieproduktion Palästinas heute etwa 6,500.000 £P bei einer Arbeiterzahl von etwa 25.000 in 4000 Werkstätten "und Fabriken, ein Rekord, auf den jedes junge Industrieland, wie Palästina eines ist, wohl stolz sein könnte. Neue Rekorde wurden im.Hochbau erzielt. Allein in Tel Aviv wurden Bauten auf etwa 500.000 m2 hinzugefügt und eine ähnliche Zahl im übrigen Land. Sogar in den Kolonien wurden viele neue Häuser errichtet. In Bauten wurden etwa 4,500.000 £P jüdisches Kapital investiert und 15.400 Arbeiter waren im August 1935 in der Bauindustrie beschäftigt, gegen 11.459 im August des Vorjahres: In diesem Jahre war vielleicht am interessantesten der erste Versuch zur Entwicklung einer jüdischen Schiffahrt. Zwischen Palästina und Triest verkehrt regelmäßig und erfolgreich das erste palästinensische Schiff »Tel Aviv«. In einer Mannschaft von 130.waren bei Aufnahme der Fahrten 37 Juden, heute, nach sieben Monaten, sind es 103 und ein zweites Schiff wird hinzukommen. Es gibt auch die jüdische Frachtschiffahrtsgesellschaft »Atid« mit drei Dampfern, die von Palästina in die Donauhäfen fahren, und der Palestine Maritime Lloyd nimmt Passagiere und Fracht von Haifa nach Konstanza. In Haifa wurde auch eine jüdische Leichtergesellschaft gegründet. Bis August machten die Banken ein ausgezeichnetes Geschäft. Die Depositen wuchsen weiterhin unaufhörlich an und erreichten eine Höhe von Finanzen 16 Millionen £P, obwohl sie im Verhältnis geringer anstiegen als im Vorjahr. Diese befriedigende Lage zog die Aufmerksamkeit der Londoner City auf Palästina und es folgten eine Reihe von Darlehen von Banken und Versicherungsgesellschaften. Der Keren Hajessod nahm 500.000 £P auf und 350.000 £P wurden in Vorzugsaktien der Anglo-Palestine Company angelegt, 1,200.000 £P in der Palestine Electric Corporation; die Stadt Tel Aviv nahm eine Anleihe von 1 Million £P auf, um die wichtigsten Transaktionen zu nennen. Insgesamt ist das jüdische Palästina mit 3 Millionen £P an englische Gesellschaften verschuldet. Es muß aber demgegenüber vermerkt werden, daß auch jüdisches Kapital in immer größerem Maße im Lande angelegt wird. Das Jahr schließt mit dem Stillstand der Wirtschaft in Palästina, die abwartet, nach welcher Richtung der Wind in der Schlußfolgerungen internationalen Politik wejien wird. Wenn keine schwere Weltkatastrophe eintritt,.