Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1936)
- Article
- Die Gefahr der Bodenspekulation
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 27 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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im Auslande, konnten ihren Boden erhalten, und ein großer Teil von ihnen siedelt bereits auf seinen Parzellen. Man muß auch erwähnen, daß die American Zion Commonwealth nicht immer beim Verkauf des Landes dafür vorgesorgt hat, daß die Käufer sich auch an den Ausgaben für die Erschließung ihrer Böden beteiligten. So wurden etwa die Böden von El-Harem bei Herzlia im Umfang von 5000 Dunam hauptsächlich an Amerikaner verkauft, ohne daß die Käufer die Verpflichtung übernahmen, sich an den Erschließungsarbeiten proportioneil zu beteiligen, und jetzt stößt man auf Schwierigkeiten bei der Aufbringung der notwendigsten Mittel zur Entwicklung dieser Böden. Auf dem letzten Kongreß wurde wieder, wie bereits auf dem vorletzten, die Errichtung eines Instituts für die Zentralisierung des Bodenkaufs beschlossen; man denkt dabei wohl an eine Zentralstelle, die die wichtigsten Bodengesellschaften, die sich mit Landkauf beschäftigen, zusammenfaßt. Im Grunde genommen brauchen wir jedoch kein neues Institut dieser Art. Die Jewish Agency kann der PLDC. helfen, die Aufgaben zu erfüllen, 'die man einem zu begründenden Zentralinstitut übertragen will. Die Bodenfragen im Lande sind verworren und die Möglichkeiten, neue Böden zu kaufen, werden immer begrenzter. Eine genaue Vertrautheit mit den Gesetzen des Landes ist erforderlich und eine reiche Erfahrung, um die verantwortungsschweren Aufgaben zu erfüllen, die einem solchen Institut obliegen, und Vertrautheit und Erfahrung hat sich bereits die PLDC. in den langen Jahren ihrer Tätigkeit erworben. Auch heute erfüllt diese Gesellschaft eine anerkannt wichtige Aufgabe in unserer Bodenpolitik; würde s i e das zentrale Bodeninstitut werden, so bliebe die Kontinuität der Arbeit gewahrt. Natürlich müßte dann die Jewish Agency aktiver als bisher an den Arbeiten dieser Gesellschaft teilnehmen. Der KH. besitzt bekanntlich die Mehrheit der Gründungsaktien der PLDC. und kann damit die Zusammensetzung der Leitung der Gesellschaft beeinflussen. Man könnte sich etwa vorstellen, daß die Jewish Agency der Leitung einen Mann beigäbe, der sich mit den durch die Erweiterung des Arbeitsfeldes sich ergebenden neuen Aufgaben befaßte. Aber diese Detailfragen sind vielleicht am besten durch eine für diesen Zweck einzusetzende Kommission zu prüfen, die auch beschließen sollte, das Ressort der Bodenangelegenheiten keinem Mitglied der Exekutive zu übertragen. Die Aufgaben eines solchen Zentralinstituts, gleichviel ob es neu geschaffen oder durch Erweiterung der PLDC. entstehen würde, wären etwa die folgenden: 1. Gestützt auf die Vollmachten von Seiten der Jewish Agency, der obersten Behörde des Jischuw, müßte ein solches Institut vor allem die Koordination aller im Bodenkauf wirkenden Kräfte herbeiführen und Ordnung in den Kauf und Verkauf von Böden bringen. 2. Das Institut führt alle Bodenkäufe für den KKL. und übernimmt auch die Bodenverhandlungen mit den Verkäufern für die anderen nationalen und halbnationalen Gesellschaften (z. B. Haifa-Bay Development Co., Geula Co., Emica usw.). Es muß in enger Verbindung mit allen wichtigen Kolonisationsfaktoren arbeiten (wie PICA, NIR, Farmerverband usw.) und ebenso ständige Fühlung mit allen Privatgesellschaften halten, die sich bei ihrer Tätigkeit der Jewish Agency unterordnen. 3. Das Institut muß im Inland und Ausland die Aufbringung größerer Kapitalien organisieren; die aufgebrachten Gelder wird sie entweder selbst oder durch anerkannte Gesellschaften in Landkäufen investieren. Durch Schaffung der notwendigen Bodenreserven wird sie dabei gegen Preistreibereien angehen. Ebenso gehört es zum Aufgabenbereich dieses Instituts, das Privatkapital rationellen Investitionen zuzuführen: und das anormale Anwachsen der Städte zu bekämpfen, indem es die Interessenten auf vorstädtische Siedlungen und landwirtschaftliche und industrielle Zonen hinlenkt.