Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1936)
- Article
- Die Gefahr der Bodenspekulation
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 24 (sequence 3)
- Language
- German
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IL KKL. und Spekulation. Der für die nationale Siedlung notwendige Boden wird vom KKL. erworben und bleibt ewiger Besitz des jüdischen Volkes. Nur dank der zähen und hingebenden Arbeit dieses Fonds bei der Erlösung des Bodens und dank der Tätigkeit seines jüngeren Bruders, des KH., der in den letzten fünfzehn Jahren viele neue Siedlungspunkte auf KKL.-Boden errichtet hat, schritt unsere Arbeit bis heute voran. Der KKL. verpachtet den Siedlern den Boden auf 49 Jahre gegen eine Pachtzahlung von 2 bis 4% vom Bodenwert. Alle 10 bis 15 Jahre erfolgt eine neue Abschätzung des Bodens zur Festsetzung des Pachtgeldes. Neben der PICA, die schon etwa 50 Jahre im Lande tätig ist, ist der KKL. heute der größte jüdische Bodenbesitzer im ganzen Lande. Auf seinen Namen stehen etwa 350.000 Dunam Boden. Aber unser nationales Institut, das begründet ist, um dem »Volk ohne Boden« seinen Boden zu erwerben, konnte aus Mangel an Mitteln nicht genügend Reserveboden bereitstellen, um dadurch, wie die herrschende Meinung lautet, auf dem Bodenmarkt als entscheidender Faktor auftreten, gegen das Ansteigen der Bodenpreise ankämpfen und die selbst in landwirtschaftlichen Gebieten mit ihm in Konkurrenz tretende Spekulation niederhalten zu können. Hier seien die Worte aus der grundlegenden Ansprache von Dr. Granowski auf der letzten Tagung des KKL.. in Luzern wiedergegeben, in denen er auch auf die Erscheinungen der Spekulation eingeht. Er sagt: »Die Bodenspekulation treibt ihr Unwesen nicht nur in denjenigen Gegenden, in denen der KKL. nur minimale Flächen besitzt und den Ansprüchen der Siedlungskandidaten nicht gerecht werden kann, sondern auch dort, wo der KKL.-Besitz dermaßen umfangreich ist, daß er für Siedlungszwecke verschiedenster Art abgegeben werden kann. Ein Schulbeispiel dafür ist das Gebiet der Haifa-Bay, wo der KKL. eine Fläche von etwa 35.000 Dunam besitzt. Wenn man den Grundbesitz der Palästina Economic Corporation, einer Gesellschaft, welche Ziele verfolgt, die denen des KKL. verwandt sind, hinzurechnet, so hat man hier eine Fläche von 40.000 Dunam, die zum überwiegenden Teil der Errichtung von Wohnhäusern und industriellen Unternehmungen gewidmet ist. Dort gibt es Raum für eine jüdische Bevölkerung von 100.000 bis 150.000 Seelen. Die Siedler erhalten die Grundstücke gegen eine Pachtrente von 4%, die gegenwärtig von einem Bodenwert von durchschnittlich 50 £P pro Dunam gerechnet wird, das heißt gegen eine Leistung von 2 £P pro Jahr. Trotzdem haben viele Juden, anstatt sich dieser Gelegenheit zu bedienen, es vorgezogen, Böden, die sich in der Umgebung des KKL.-Besitzes befinden, gegen bedeutend höhere Preise käuflich zu erwerben. Bereits zu einer Zeit, wo in der Haifa- Bay kaum 100 Häuser errichtet waren, hat man für an das KKL.-Gelände angrenzende Grundstücke 250 bis 300 £P per Dunam bezahlt.« Die oben erwähnten Tatsachen können nur damit erklärt werden, daß kapitalkräftige Leute ihr Geld lieber in Privatbesitz investieren. Auch Kreditinstitute pflegen nur ungern, teilweise aus psychologischen Gründen, auf Pachtland Anleihen zu geben, und diese Tatsache nimmt vielen Menschen die Möglichkeit, auf KKL.-Boden zu siedeln. Wir sehen also, daß die Bodenreserve des KKL. bei Haifa auf die Herabsetzung der Bodenpreise in dieser Gegend überhaupt nicht eingewirkt hat. Eigentlich hat der KKL. keine vorbedachte Politik in der städtischen Siedlung betrieben. Hier blieb alles dem Zufall überlassen und kein wesentlicher Einfluß wurde auf die Entwicklung der Dinge in den Großstädten, wie Tel Aviv, Haifa und Jerusalem, ausgeübt. Und wenn der KKL. für die Haifa-Bay ein Programm entworfen hat, so ist es ihm, wie aus den obigen Ausführungen hervorgeht, auch dort nicht gelungen, gegen die Spekulation anzugehen.