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Palästina · 1936-01-01 · Heft 1 (Januar 1936) · p. Seite 20

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Journal
Palästina
Volume
19 (1936)
Issue
Heft 1 (Januar 1936)
Article
Das Volksvermögen und das Volkseinkommen Palästinas
Date
1936-01-01
Page
Seite 20 (sequence 8)
Language
German
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jüdischen und der arabischen Bevölkerung zu, während die Dienstleistungen der Regierung und der Kommunen (Hafenbetrieb, Bahn- und Postbetrieb, Wasserwerke, Schlachthäuser usw.) sowie die ebenfalls als »Dienstleistung« anzusprechende Stromproduktion der beiden Elektrizitätskonzessionsgesellschaften (»Rutenberg« und »Jerusalem Electric«) mit insgesamt \l/2 Mill. £P bewertbar erscheinen. Zum Posten 5: Obwohl, wie beim Volksvermögen gezeigt wurde, die palästinensischen Kapitalanlagen im Ausland, praktisch fast restlos in England, mit 15 Mill. £P wesentlich über die ausländischen Guthaben in Palästina (9 Mill. £P) hinausgehen, halten dennoch die Erträge einander ungefähr die Waage, da das palästinensische Zinsniveau nicht unerheblich höher liegt als das englische. Abschließend läßt sich sagen, daß zu Palästinas Jahresproduktion an Sachgütern und Dienstleistungen die Juden mit etwa 10.8, die Araber mit etwa 6.7 Mill. £P und die Verkehrsbetriebe und »public Utilities« des Staates, der Kommunen und der Konzessionierungsgesellschaften mit etwa \x/2 Mill. £P beitragen. Wie sich diese Jahresproduktion praktisch als wirkliches Volkseinkommen auf die Landesbewohner individuell verteilt, würde mangels einer Einkommenstatistik nur auf dem Wege über eine umfangreiche Analyse der sozialen Struktur zu ermitteln sein. Erwähnt sei, daß auf jeden Fall die Regierung durch Steuern und Abgaben einen recht bedeutenden Teil des Volkseinkommens für ihre Zwecke abschöpft, wie der rapide Aufstieg ihres »Surplus« zeigt. Sehr interessant ist die Beziehung des Volkseinkommens zum Konsum. Nehmen wir mehr ein als wir verbrauchen, und können wir also »sparen«, mit anderen Worten: durch neue Kapitalbildung das Volksvermögen vergrößern — oder ist es umgekehrt? Höchstwahrscheinlich ist insoweit die arabische Bevölkerungsgruppe in der günstigeren Lage; ihr Einkommen ist in den letzten Jahren beträchtlich gestiegen, ohne daß ihre Bedürfnisse in demselben Grade gewachsen wären; sie hat daher ihre Vermögenslage stark verbessern können, durch Abstoßung von Schulden, durch Errichtung von Bankkonten, durch landwirtschaftliche, gewerbliche und verkehrstechnische Investierung sowie durch Bautätigkeit. Bei den Juden hingegen gibt es viele, die Geld »zugesetzt« haben, weil mit der Verfeinerung und Verteuerung ihrer Lebensweise ihr Einkommen nicht Schritt hielt. Im allgemeinen kommen wir zu der im ersten Moment wohl überraschenden Annahme, daß Palästina heute mehr konsumiert,' als es selber produziert, daß es mithin »über seine Verhältnisse lebt«. Diese Annahme läßt sich rechnerisch rechtfertigen. Palästina hat 1935 von seiner Jahresproduktion rund V/i Mill. £P an Sachgütern exportiert und außerdem rund 4 Mill. £P davon an Sachgütern und Dienstleistungen auf den Aufbau neuer Vermögenswerte (insbesondere Wohnungsbau) und Produktionseinrichtungen verwendet (z. B. die Erzeugnisse der Baustoff-, der Maschinen- und der Fahrzeugindustrie, viele Transportleistungen und einen erheblichen Teil der Stromerzeugung); hienach sind in den direkten Konsum 11^ Mill. £P an einheimischen Sachgütern und Dienstleistungen übergegangen. Außerdem hat sich Palästinas Einfuhr an Konsumwaren — also nach Abzug der Produktionsmittel und des Baubedarfes — für 1935 auf rund 8V2 Mill. £P beziffert. Schließlich kommt der palästinensische Konsum an ausländischen Dienstleistungen mit etwa 3 Mill. £P hinzu (Benutzung ausländischer Schiffe, Versicherungsprämien an ausländische Gesellschaften, das Plus von Auslandreisen der Palästinenser gegenüber den Palästina- Reisen von Ausländern). Somit hat unser palästinensischer Konsum an in- und ausländischen Sachgütern und Dienstleistungen 1935 rund 23 Mill. £P erreicht, während das palästinensische Volkseinkommen uns nur 19 Mill. £P überhaupt an Werten zur Verfügung stellte. Somit haben wir in der Tat iür 4 Mill. £P zu viel konsumiert, was unter normalen Umständen sich als entsprechende Verminderung des Volksvermögens

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