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Palästina · 1936-01-01 · Heft 1 (Januar 1936) · p. Seite 18

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Journal
Palästina
Volume
19 (1936)
Issue
Heft 1 (Januar 1936)
Article
Das Volksvermögen und das Volkseinkommen Palästinas
Date
1936-01-01
Page
Seite 18 (sequence 6)
Language
German
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pflanzung und gemischte Wirtschaft) und im städtischen Hausbesitz wurzelt. Die Juden sind somit die Vorkämpfer für moderne Wirtschaftsformen, für fortschrittliche Produktionsmethoden, kurzum für intensiven Kapital- und Arbeitseinsatz; aber sie leiden empfindlich unter ihrer die Initiative hemmenden Bodenknappheit. Auf der anderen Seite besitzen die Araber Boden im Überfluß, ohne ihn durch ausreichende Investierung von Kapital und moderner Arbeitstechnik richtig auswerten zu können. Der Weg, der zu vernünftiger wirtschaftlicher Kooperation beider Bevölkerungsgruppen führt, erscheint jedem einsichtsvollen Beobachter ganz klar. Es wäre für das ganze Land verhängnisvoll, wenn auch in Zukunft die Juden infolge ihres Bodenmangels immer mehr in die überkapitalisierte Stadtwirtschaft Tel Avivs zusammengedrängt würden, andernteils die Araber weiterhin bei ihrer heutigen Bodenverschwendung und Wirtschaftsprimitivität verblieben. Weshalb wir bei der Behandlung des Volks Vermögens den Faktor des reinen Bodenwertes gänzlich ausgeschaltet haben, dies zu begründen würde ein höchst ausführliches Eingehen auf die Theorie der Volksvermögensberechnung erfordern. Begnügen wir uns kurz mit dem Hinweis, daß der Boden nicht, wie andere Vermögenswerte in der Regel, eine beliebig vermehrbare Errungenschaft der menschlichen Produktion, sondern uns in feststehendem Umfange von der Natur gegeben ist, weshalb wir seinen Wert nicht nach den Produktionskosten, wie letztlich bei allen Sachgütern, berechnen können, sondern nur nach der Dringlichkeit des menschlichen Bodenbedarfes und nach der Art der Benutzung und Bearbeitung des Bodens. Erst durch die auf ihm etablierte Volkswirtschaft, durch die Verbindung von Arbeits- und Kapitalaufwand mit ihm erhält der Boden seinen Wert. Infolge ihrer »abgeleiteten« Natur und auch praktisch infolge ihres außerordentlichen Variierens verbietet sich die Aufnahme der Bodenwerte selbst in die Volksvermögensberechnung. Wenden wir uns jetzt dem »Volkseinkommen« Palästinas; zu, so sei zunächst die doppelte Begriffsbestimmung des Volkseinkommens angeführt! Entweder versteht man darunter die Gesamtheit der individuellen Jahreseinkommen der Bewohner eines Landes oder die gesamte Jahresproduktion einer Volkswirtschaft an Sachgütern und Dienstleistungen. Da praktisch sich beides im Resultat stets im großen und ganzen decken wird, so handelt es sich eigentlich mehr um einen Unterschied der Berechnungsweise. Das Ziel ist auf jeden Fall die Feststellung, wieviel an neuen wirtschaftlichen Werten innerhalb eines Landes jährlich erzeugt wird, und wie sich diese Produkte in Form individueller Einkommen auf die Bewohner des Landes verteilen. Es ist gleich zu erwähnen, daß diese zweite Frage sich für Palästina kaum beantworten läßt, da es ja keine allgemeine Einkommensteuer besitzt, deren Veranlagungsstatisttken in anderen Ländern den Ausgangspunkt zur Erkenntnis der Einkommenverteilung bilden. Rein schematisch baut sich das Volkseinkommen eines Landes aus folgenden Faktoren auf: a) Güterproduktion, 1. der Landwirtschaft, 2. des Bergbaues, der Industrie und des Handwerks; b) Dienstleistungen 1. des Groß- und Einzelhandels, 2. des Verkehrswesens, 3. des Bank- und Versicherungswesens, 4. der freien Berufe, 5. der öffentlichen Institutionen, 6. des Hausbesitzes;

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