Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1936)
- Article
- Das Volksvermögen und das Volkseinkommen Palästinas
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 17 (sequence 5)
- Language
- German
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Devisenbesitz interessiert. Der Posten verteilt sich etwa je zur Hälfte auf beide Bevölkerungsgruppen. Zum Posten 10: Von den Auslandguthaben der Regierung entfallen rund 6 Mill. £P auf die vom »Palestine Currency Board« in englischen Wertpapieren angelegte Dekkungssumme der palästinensischen Valuta sowie rund 5 Mill. £P auf den ebenfalls englischen Wertpapierbestand, in welchem die Regierung etwa fünf Sechstel ihres heutp rund 6 Mill. £P erreichenden Reservefonds (»Surplus«) investiert hat. Zum Posten 11: Die privaten Auslandguthaben resultieren größtenteils daraus, daß die palästinensischen Banken einen Teil ihrer Gelder, etwa rund ein Viertel des Depositenbestandes, kurzfristig am Londoner Geldmarkt arbeiten lassen. Wir rechnen davon etwa 3 Mill. £P als jüdisches und 1 Mill. £P als arabisches Kapital. Nunmehr noch ein Blick auf die abzuziehenden Passivposten! Beim Posten a) handelt es sich um die noch restlichen rund 3 Mill. £P der Regierungsanleihe von 1927 sowie bei den übrigen 500.000 £P um die" Anleihe der »Jewish Agency« bei der Lloyds Bank und um den Rest der alten Stadtanleihe von Tel Aviv, während ja die neue Tel-Aviver Stadtanleihe bei der »Prudential« in Höhe von 1 Mill. £P bis zum Augenblick noch nicht ausgezahlt ist. Der Posten b) kann, da rund 80% des palästinensischen Imports durch jüdische Hand gehen, mit etwa 2 Mill. £P auf jüdische und mit 500.000 £P auf arabische Rechnung gesetzt werden. Schließlich ist Posten c), der sich mit etwa 2]/i Mill. £P aus palästinensischen Aktien, Geschäftsanteilen und Obligationen in ausländischer Hand und mit etwa 500.000 £P aus palästinensischen Bankguthaben von Ausländern zusammensetzt, wohl etwa zur Hälfte nichtjüdisches, insbesondere englisches Kapital. Im ganzen ergibt ein Überblick unserer bisherigen Ausführungen, daß die 115 Mill. £P des palästinensischen Nettovolksvermögens (ohne den reinen Bodenwert) sich ungefähr in Abrundung folgendermaßen verteilen: 56.5 Mill, £P jüdisches Volksvermögen (einschließlich aufgeteilten Kommunalvermögens) 39.5 Mill. £P arabisches Volksvermögen (einschließlich aufgeteilten Kommunalvermögens ) 6.0 Mill. £P gemeinsames Volksvermögen in Form des Deckungskapitals des Geldumlaufes 11.5 Mill. £P Regierungsvermögen (ohne das Valutadeckungskapital) 1.5 Mill. £P sonstiges Vermögen (Kirchen, Klöster usw.) 115.0 Mill. £P insgesamt an Nettovolksvermögen. Daraus ergibt sich eine jüdische Kopfquote des Volksvermögens von 162 £P und eine arabische Kopfquote von 46 £P, beide noch ausschließlich des Anteiles am gemeinsamen Volksvermögen und am Regierungsvermögen. Hiemit ist allerdings, wie ganz nachdrücklich betont werden muß, über den wirklichen beiderseitigen Nätiorialreichtum, über die tatsächliche ökonomische Kräfteverteilung zwischen den beiden Bevölkerungsgruppen noch nichts Endgültiges ausgesagt, da ja bei all diesen Berechnungen des Volksvermögens der Bodenfaktor grundsätzlich nicht mitberücksichtigt worden ist.- Von dsr Gesamtfläche des westjordanischen Palästina besitzen die Juden nur etwa 6%. Die wirtschaftliche Macht der Araber gründet sich vor allem auf ihren Bodenbesitz, und auch die Regierung und die Kirchen und Klöster sind Bodenbesitzer großen Stiles,- während die Wirtschaftskraft der Juden in erster Linie im Besitz industrieller und gewerblicher Produktionsstätten, in Handels-, Bank- und Verkehrsbetrieben, in der auf relativ kleiner Fläche mit hohem Kapitalaufwand betriebenen intensiven Landwirtschaft- (Zitrus-