Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 19 (1936)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1936)
- Article
- Die Industrialisierung Palästinas
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Jahr 1934 war auf den verschiedenen Gebieten sehr verschieden. Die Steigerung bewegt sich in den meisten Fällen zwischen 50 und 150%. Die folgende Anführung zeigt uns die Entwicklung des Imports von Waren, die bereits im Lande produziert werden. Der Vergleich ist perzentuell zwischen den Jahren 1933/34 (+ Steigerung, — Senkung): Biskuit + 67, Makkaroni + 21, Marmelade — 2, einfache Schokolade — 35, andere Schokolade + 11, Fruchtsäfte — 47, eiserne Bettstellen — 7, Eisennägel, Sorte A, + 38, Sorte B + 4, Drahtnetze unverändert, Aluminiumgeschirr + 33, Kupferwaren — 5, Bergmannröhren — 7, Möbel + 78, Schuhe -f~ 35, Korsette -j- 33, Herrensocken + 36, Damenstrümpfe + 9, Kerzen + 71, Schuhpaste — 59, Handtaschen + 16, Lampen — 46, Zahnpaste + 24, kosmetische Artikel + H. In einer Reihe von Waren ist der Import trotz der gewaltigen Steigerung des Konsums gefallen, in anderen ist die Steigerung gegenüber der Konsumsteigerung ganz gering. In einigen Industriezweigen hat jedoch die Entwicklung der Produktion den Import nur wenig beeinflußt. In einigen Industrien, wie der Strumpfindustrie, Möbelindustrie usw., ist die Lage ungünstig. Der Weltmarkt ist in einem Prozeß der Desintegration begriffen. Die freie Handelspolitik der Palästinaregierung und die niedrigen Zollsätze für industrielle Produkte führen jetzt zu einer stärkeren Verknüpfung der palästinensischen Wirtschaft mit dem Weltmarkt im Gegensatz zu der Tendenz der anderen Länder. Der große palästinensische Import könnte teilweise durch Landesproduktion ersetzt werden, wenn eine Zollpolitik, die auf den Schutz der Industrie gerichtet ist, von der Regierung betrieben würde. Es wird oft die Frage gestellt, wann eigentlich die Definition »Dumping« gerechtfertigt ist. Diese Frage ist heute sehr schwer zu beantworten, da der ganze Preismechanismus durch die Regulation des Welthandels außer Kraft gesetzt wurde. Die meisten Waren werden zu Exportpreisen verkauft, die tief unter den Preisen auf dem Binnenmarkt liegen. Die Landesproduktion wird überall durch hohe Zölle geschützt. Dadurch wird der Binnenmarkt für sie monopolisiert und die Möglichkeit gegeben, auf dem Auslandsmarkt zu Preisen zu verkaufen, die auf dem gleichen Niveau liegen wie die Produktionskosten oder sogar darunter, wenn Exportprämien gezahlt werden. Dadurch wird ein größerer Umsatz und eine Senkung der Regiekosten einerseits und der Erwerb von Devisen anderseits gesichert. Das palästinensische Zollsystem ist auf der Open-door-Klausel basiert, so daß die Zölle gar nicht von dem Handelsabkommen mit den anderen Ländern bestimmt werden. Es kommt immer die Ware ins Land, die gerade auf dem Weltmarkt am billigsten angeboten wird. Somit wird die manipulierte Preisstruktur auf dem Weltmarkt zum grundlegenden Problem der palästinensischen Industrie. Der freien Konkurrenz wurde durch Exportprämien, hohe Zölle, Währungsmanipulationen, Kontingente, Kartelle usw. ein Ende gesetzt Das palästinensische Zollsystem wurde aber diesen neuen Bedingungen der Weltwirtschaft nicht angepaßt. Die industrielle Weltkrisis ist hauptsächlich die Folge der Einengung der Märkte und der Senkung der Kaufkraft der verelendeten Massen. In Palästina erweitert sich der Markt in; schnellem Tempo und die Kaufkraft steigt durch Kapitalimport und eine Reihe von dynamischen Wirtschaftsfaktoren, die sich hier in den letzten Jahren auswirken. Während aber die meisten Länder der Welt sich vom Weltmarkt trennen, geht die palästinensische Wirtschaft den Weg der Integrierung in der Weltwirtschaft. Dadurch werden der Industrialisierung des Landes große Schwierigkeiten in den Weg gelegt. Es wird geschätzt, daß im Jahre 1934 für 2J4 bis 2}4 Millionen Pfund Waren