Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1935)
- Article
- Palästinensische Schiffahrt
- Date
- 1935-12-01
- Page
- Seite 657 (sequence 2)
- Language
- German
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hier aber darauf zu legen, daß die zwischen diesen Häfen zurückgelegten Strecken nicht etwa Teilstrecken einer größeren Reise sind, mit anderen Worten, es ist maßgebend, die Schiffsgröße und die Qualität der Fahrt als dem lokalen Verkehr dienend. Dieses Beispiel soll zeigen, daß Schiffahrtsstatistik nur dann von Wert ist, wenn sie nach maßgebenden wirtschaftlichen Gesichtspunkten orientiert ist. Auch durch die hohe Tonnageziffer von 6 Millionen Tons soll man sich nicht täuschen lassen. Im Verhältnis zur Größe des Landes ist die Ziffer zweifellos hoch und ebenso wird man ohne weiteres feststellen können, daß mit dem wirtschaftlichen Aufschwung des Landes auch die Schiffahrt eine stark ansteigende Kurve aufweist. Aber in der Schiffahrtsstatistik wird jedes Schiff doppelt registriert, nämlich als eingehend und als ausgehend, wodurch wir bereits auf 3 Millionen heruntergehen müssen. Anderseits hat diese doppelte Zählung insofern ihren guten Sinn, als sie die Gesamtsumme des Schiffsraums aufweist, welcher für den Import und den Export von Gütern zur Verfügung steht, denn ein Schiff, welches 1000 Tons Ware löscht, kann andere 1000 Tons an ihrer Stelle einnehmen. Man muß sich vor Augen halten, daß die Schiffahrt nicht Selbstzweck ist, sondern ihren wirtschaftlichen Sinn durch die Beförderung von Gütern und Menschen erhält. Es gibt zwar große Häfen, welche hohe Tonnage ohne Handel aufweisen, z. B. die reinen Anlaufhäfen wie Las Palmas, wo die Schiffe lediglich bunkern, Proviant und Wasser einnehmen. An der reinen Tonnagezahl aber hat lediglich der Staat ein Interesse, welcher die Schiffahrtsabgaben nach Netto-Registertonnen erhebt (die Zahlen der palästinensischen Statistik und dieses Aufsatzes geben lediglich den Nettoraumgehalt der Schiffe wieder). Aber auch die 3 Millionen Nettoregistertons, welche Palästina anlaufen, sind noch lange nicht das, was man als den wirklichen Wirtschaftsfaktor ansehen kann. Will man sich eine Vorstellung davon machen, was die Schiffahrt für Palästina bedeutet und wie sie sich bei der Fahrt nach und von Palästina rentiert, so muß man eine viel kompliziertere Berechnung anstellen. Den 6 Millionen Tons verfügbaren palästinensischen Schiffsraum stehen 1.3 Millionen Tons Import- und Exportware gegenüber. Aber diese Größen sind miteinander nicht vergleichbar, denn Nettoregistertons ist eine Raumgröße (2.85 m3). Die Ware aber wird nach Gewichtstons von 1000 kg berechnet. Um einen Vergleichsmaßstab zu haben, muß man entweder Raum in Gewicht oder Gewicht in Raum verwandeln. Sodann ist für die Frage der Frachtschiffahrt zu bedenken, daß in den 6 Millionen Nettoregistertons auch die Passagierdampfer einbegriffen sind, welche hauptsächlich auf die Unterbringung von Menschen eingerichtet sind und dem Frachtverkehr nur im beschränkten Maße dienen. Unterstellen wir, daß in Haifa und Jaffa zusammen täglich ein Passagierdampfer mit einer Durchschnittsgröße von 3000 Tons eintrifft, so machen diese Passagierschiffe bereits 1.1 Million Tons und, wenn man sie, wie dies in der Statistik geschieht, doppelt registriert, 2.2 Millionen Tons aus. Von den 2.2 Millionen Tons kann man vielleicht ein Fünftel als Frachtraumtonnage ansehen. Demgemäß haben wir von den 6 Millionen Tons zunächst 2.2 Millionen abzuziehen und dann ein Fünftel von 2.2 Millionen hinzuzurechnen. Auf den Frachtverkehr würden dann etwa 4.2 Millionen Tons kommen. Rechnen wir, daß in der Mittelmeerfahrt jede Nettoregistertonne Raum bietet für 24 Gewichtstons Ladung, so würde sich ergeben, daß im Im- und Export bei dem jetzigen Schiffsverkehr 10 Millionen Tons Ladungsgewicht befördert werden können. Nun müßte hier ein Abzug gemacht werden, weil Schiffe vielfach einen Teil ihrer Ladung nach anderen Häfen weiter befördern und diesen in Palästina nicht löschen, also auch bis zu diesem Betrage keine neue Fracht einnehmen können