Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1935)
- Article
- Palästinensische Schiffahrt
- Date
- 1935-12-01
- Page
- Seite 656 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
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656 Palästinensische Schiffahrt Von Dr* Sebba, Haifa. Auf dem 19. Zionistenkongreß ist zum ersten Male ausführlicher über jüdische Schiffahrt gesprochen worden und es ist an der Zeit, daß angesichts der tatsächlich vorhandenen Ansätze einer jüdischen Schiffahrt die allgemeinen Voraussetzungen für ihren Bestand und ihre Entwicklung kritisch betrachtet werden. Denn jüdische Schifffahrt kann nur als Bestandteil der allgemeinen palästinensischen Schiffahrt gewürdigt werden, welche wiederum eingebettet ist in die Weltschiffahrt. Es wäre systematisch verfehlt, die jüdische Schiffahrt als isolierte Erscheinung anzusehen, welche in irgend einer Weise befreit wäre von den Lasten und Sorgen und von dem Schicksal der Weltschiffahrt. Es ist von den 6 Millionen Tons gesprochen worden, welche Palästina im jähre 1934 angelaufen haben, wobei sich wohl die Mehrzahl der Hörer mehr an die Zahl der Millionen als an den Begriff Ton gehalten hat, und die müßige Berechnung, daß 4.5 Tons auf den Kopf der palästinensischen Bevölkerung kommen, hat dazu beigetragen, daß die Meinung entstehen konnte, die jüdische Schiffahrt befinde sich in einer sprunghaft steigenden Prosperität, und haben einen Standard erreicht, der selbst den englischen relativ überrage. In Wahrheit liegen die Dinge recht kompliziert, und von vornherein muß festgestellt werden, daß wir noch wenig Unterlagen haben, um eine Analyse der palestinensischen Schiffahrt vornehmen zu können. Es existiert zwar eine auf amtlichen Quellen beruhende Statistik, indeß ist diese in ihrem Aufbau fragwürdig und nicht genügend aufgeteilt. Ein Blick auf die von den Handelskammern herausgegebene Statistik ergibt beispielsweise, daß die Schiffahrt in fremde Schiffahrt und Küstenschiffahrt untergeteilt ist. Es ist erstaunlich, wenn man liest oder vielmehr errechnet, daß für den Hafen von Jaffa im Jahre 1934 die Überseeschiffahrt eine Schiffsgröße von 1200 Tons pro Schiffseinheit aufweist, während dieselbe Durchschnittsgröße für die Küstenschiffahrt 1270 Tons betrug. Für Haifa sind die entsprechenden Zahlen sogar 1600 und 1940 Tons. Daß die Durchschnittsgröße der Küstenfahrer die der überseeischen Schiffahrt übersteigt, ist vollkommen unverständlich und zeigt dem Kundigen, daß hier ein Fehler in der Statistik oder vielmehr in ihren wirtschaftswissenschaftlichen Grundlagen vorhanden sein muß. Und dieser Fehler ist aufzuweisen. Zur Küstenschiffahrt wird in der palästinensischen Statistik jedes Schiff gerechnet, das aus einem palästinensischen Hafen kommt, und zur Überseeschiffahrt jedes Schiff, das aus einem außerpalästinensischen Hafen kommt. Wenn also ein Passagierdampfer von 15.000 Tons von England nach Jaffa und von dort nach Haifa geht, so wird er für Jaffa als Überseedampfer und für Haifa als Küstenfahrer registriert, wenn aber ein arabischer Segler von 50 Tons von Port-Said nach Jaffa kommt, so ist er ein überseeisches Schiff. Infolgedessen ist etwa die Hälfte der Passagierdampfer (die gewöhnlich Jaffa und Haifa anlaufen) mit ihren großen Tannenzahlen in die Rubrik der Küstenschiffahrt eingegliedert. Es liegt auf der Hand, daß hier der Statistik eine völlige Verkennung des ^Begriffs der Küstenschiffahrt zugrunde gelegt ist. Dieser Begriff ist an sich nicht leicht abgrenzbar, man wird aber vielleicht sagen können, daß unter Küstenschiffahrt der Verkehr kleiner Schiffsgrößen (etwa bis 800 Tons Tragfähigkeit) mit nahe .gelegenen Häfen des eigenen oder eines benachbarten Landes zu verstehen ist.. Von Palästina aus gesehen wird man etwa den Verkehr zwischen Port-Said, Alexandria, Jaffa, Haifa, Beyrouth, Tripoli, Mersina, Alexandrette und Cypern als Küstenverkehr ansehen dürfen. Das Hauptgewicht ist