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Palästina · 1935-12-01 · Heft 12 (Dezember 1935) · p. Seite 654

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Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 12 (Dezember 1935)
Article
Zum Problem der "Haavarah"
Date
1935-12-01
Page
Seite 654 (sequence 6)
Language
German
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gehende Möglichkeit zur Manipulierung zu konjunkturpoHtischen Zwecken, geregelt ist, z. B. bei Goldwährung. In vielen Ländern, auch in Deutschland, ist eine solche Währungsordnung aufgehoben worden. Praktisch äußert sich das darin, daß die Zentralbank des Landes dem Staat, den Banken und damit der Wirtschaft nach ihrem Ermessen Kredite gewähren kann. In Deutschland wird diese Kreditinflation vor allem in der Form des Rediskontkredits betrieben. Ob diese oder eine der vielen anderen Formen der Inflation das Problem dr Wirtschaftsbelebung wirklich, das heißt dauerhaft, oder nur scheinbar, das heißt auf beschränkte Frist, lösen kann, das zu untersuchen würde den Rahmen dieses Aufsatzes sprengen. Ist Inflation nur von vorübergehender Wirkung, so machen sich die durch die Desinvestierung der jüdischen Vermögen gerissenen Lücken in der Kapital Versorgung bemerkbar, wenn der Inflationsrausch verflogen ist. Nehmen wir dagegen an, daß diese Lücken durch zusätzlichen Kredit wirksam und dauerhaft ausgefüllt werden, dann fallen die »Haavarah«-Käufe größenmäßig gar nicht in die Waagschale. Denn die deutsche Regierung kann unter dieser Voraussetzung die inflatorische Ankurbelung weit über das Maß der jüdischen Kapitalauswanderung hinaustreiben — und sie tut das auch tatsächlich —; die »Haavarah«-Käufe von % bis % Millionen RM je Monat spielen demgegenüber keine Rolle. V. Im Gegensatz zu den im vorigen Abschnitt erörterten Einwänden, daß die »Haavarah Ltd.« die Devisen- und die Wirtschaftskraft Deutschlands stärke, halten wir zwei weitere Argumente nicht für prinzipieller Art. Daß die Importe uns freundlich gesinnter Länder, vor allem Englands, das den Großteil unserer Zitrusausfuhr abnimmt, nicht durch die »Haavarah«-Einfuhr verdrängt werden; daß dadurch auch nicht die junge jüdische Industrie des Landes in ihrer Entwicklung gehemmt oder vernichtet werde, das zu verhindern ist eine wichtige Aufgabe der Exekutive, der neuen Aufsichtsinstanz. Bei der Exekutive ist auch ein Amt für Wirtschaftsplanung eingerichtet worden. Die Regelung der Einfuhr nach Herkunft und Gattung der Waren wäre ein wichtiger Teil der Wirtschaftsplanung1. Diesem Amt wäre daher die »Haavarah«-Aufsicht zu delegieren, soweit es sich um Arten und Mengen der über »Haavarah«-Konto einzuführenden' Güter handelt. Die Einfuhrpolitik des Amtes müßte etwa folgende Richtlinien beachten: Der Art nach wären die Güter aus Deutschland zu beziehen, die bisher aus Ländern kamen, mit denen Palästina eine besonders passive Handelsbilanz hat, z. B. Japan. Soweit diese Einfuhren ihrem Werte nach dem Transferbedürfnis der jüdischen Auswanderer aus Deutschland nicht genügen oder soweit Güter in Deutschland am billigsten oder am besten hergestellt werden und soweit dadurch befreundete Einfuhrländer, vor allem England, betroffen werden, müßte in diesen Ländern energische Aufklärung geschaffen werden. Man müßte den Engländern usw. klarmachen, daß die künftige Prosperity Palästinas von dem Ausmaße des Verrnögenstransfers abhängt; daß dieser Transfer, soweit er aus Deutschland erfolgt, nur in Form von Warenbezügen aus Deutschland möglich, ist; und daß von dem Anhalten der Prosperity die Aufnahmefähigkeit Palästinas auch für englische Waren abhängt. Mag der deutsche Jude auch seine Fabrik in Palästina aus deutschem Material aufbauen, das Einkommen, das er und seine 1 Vgl. hiezu und zum folgenden meinen Aufsatz: Zur Frage der Wirtschaftsplanung in Palästina. »Palästina«, Mai-Heft 19*35, S. 227; hebräisch in »Hameschek Haschitufi«, j

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