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Palästina · 1935-12-01 · Heft 12 (Dezember 1935) · p. Seite 647

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Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 12 (Dezember 1935)
Article
Zur Hydrologie der Küstenebene Palästinas
Date
1935-12-01
Page
Seite 647 (sequence 19)
Language
German
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hat, der Abfluß des Regens in der Küstenbebene infolge stark vergrößerter Versickerung anscheinend erheblich abgenommen hat. Da das so versickerte Wasser großenteils dem Grundwasser zugute kommt, so haben wir hier ein Mittel in der Hand, das Grundwasser mit Hilfe rechtzeitiger und richtig angeordneter Aufrauhung des gesamten Bodens etwas stärker als bisher zu bereichern. Die zur Versickerung gebrachte und damit ins Grundwasser gebrachte Wassermenge kann noch erheblich vergrößert werden durch Einbau von Staustufen in die die Küstenebene durchziehenden Wadis, Anzapfung derselben und Versickerung des Wassers auf großen Schluckflächen, die im nächsten Sommer dann regelmäßig gute Erträge an unbewässerter Sommerfrucht bringen würden. 4. Talsperren, welche in dem etwa 15km entfernten Gebirge errichtet werden könnten oder in den westlich dem Gebirge vorgelagerten Vorbergen, möchten auch zur Bewässserung gewisser Teile der Küstenebene in Betracht kommen. Kostenfrage. Jede der unter 1—3 angeführten Maßnahmen bedeutet eine Erhöhung des Wasserpreises gegenüber den Kosten, verursacht durch Gewinnung und Verwertung des Küstenebenen-Hauptgrundwassers. Es wird sich daher eine Wirtschaft, welche wie die palästinensische fast ausschließlich nach privatwirtschaftlichen Grundsätzen arbeitet, ohne gesetzgeberischen Zwang nicht dazu verstehen, um der Erhaltung der Wasservorräte willen ein teureres Wasser zu verwenden, solange das billigere noch auf eine gewisse Zahl von Jahren, wenn nicht gar Jahrzehnten, zu haben ist — wie es ja tatsächlich hier der Fall ist. Ferner muß man sich vor Augen halten, daß die Zitruskultur sich in einer Periode absteigender Konjunktur befindet, daher eine Wasserpreiserhöhung ihr absolut gefährlich werden kann. Ein gleiches, in viel höherem Maße, gilt für Gemüse- und Futterbau, wenn wieder normale Preise auf dem Inlandmarkt gezahlt werden. Am ehesten scheint mir, daß das Aujawasser rationell für Bewässerung von dem Konzessionär, der Pal. Electric Cooperation ausgenutzt werden wird, zumal es nur unerheblich teurer als aus örtlichen Brunnen gewonnenes Grundwasser ist. Weiter wird auch zweifellos das Gebirgsgrundwasser, speziell im nördlichen Teile des betrachteten Abschnittes, von privater Seite herangezogen werden, dann natürlich zuerst in der Nähe der Aufwölbung des Turon unter der Küstenebene. Möglicherweise wird man auch, ohne gesetzlichen Zwang, im südlichen Teile Gebirgsgrundwasser dem Küstenebenen-Hauptgrundwasser beimischen. Denn alle diese Maßnahmen bedeuten keine allzu große Verteuerung des Wassers. Dagegen erscheint es mir unwahrscheinlich, daß Grundwasser auf weite Strecken für landwirtschaftliche Zwecke gepumpt werden kann, noch auch, daß künstlich erzeugtes Grundwasser, wie unter 1 skizziert, für Bewässerungszwecke benutzt wird. Es ist fast unvorstellbar, daß irgendeine Landwirtschaft den sich daraus ergebenden Wasserpreis würde tragen können. Wasser aus Talsperren, die in den Vorbergen oder gar im Gebirge errichtet werden, würden, ganz niedrige Verzinsung des investierten, sehr hohen Kapitals vorausgesetzt, keine oder nur eine unwesentliche Verteuerung des Wassers bedeuten, keinesfalls jedoch eine Verbilligung. Es ist daher unwahrscheinlich, daß solche vom Privatkapital errichtet werden. Ich behalte mir ein besonderes Referat über diese Frage, welche die Gemüter in der letzten Zeit etwas erregte, vor. Völlig unwahrscheinlich erscheint es mir, daß die Versickerung in irgend welchem beträchtlichen Maßstabe verstärkt werden wird, wie unter 3 skizziert. Zusammenfassung. Die Möglichkeiten, welche sich zur Bewässerung des in diesem Abschnitt betrachteten Teiles der Küstenebene bieten, stellen sich nach allem oben Gesagten dar wie folgt:

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