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Palästina · 1935-12-01 · Heft 12 (Dezember 1935) · p. Seite 646

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 12 (Dezember 1935)
Article
Zur Hydrologie der Küstenebene Palästinas
Date
1935-12-01
Page
Seite 646 (sequence 18)
Language
German
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seiner bisherigen Abflußrichtung abzulenken, daß es das Hauptgrundwasser entsprechend auffüllt. Das Ostufer des Hauptgrundwassers weicht alsdann natürlich etwas nach Westen zurück. Wir dürften uns möglicherweise in dem geschilderten Zustand augenblicklich befinden, welcher jedoch nicht beängstigend ist. Maßnahmen gegen den Raubbau am Grundwasser. Was kann nun in dem betrachteten Gebiete geschehen, um dem Raubbau am Grundwasser vorzubeugen? Folgende Mittel stehen zur Verfügung: 1. Rationelle Ausnützung des Auja-(Yarkon-)Wassers. Es können der Auja ohne weiteres entzogen werden 4 m3/sec oder 345.600 m3/Tag. Wird nun das Aujawasser zusammen mit den nach oben Gesagtem aus dem Küstenebenen-Hauptgrundwasser erhältlichen Wassermengen verwertet, nämlich 1.75 Mill. m8/km und Jahr, so kann, unter Zugrundelegung eines 15 km tiefen, parallel zum Grundwasserstrom gemessenen Gebietes, ein etwas über 9 km breiter Streifen oder etwas mehr als 135 km2, oder 135.000 Dunam bewässert werden, deren Bewässerung ein für allemal sichergestellt ist. Geht man gar noch daran, Winterwasser der Auja auf große Sickerflächen zwecks Erzeugung künstlichen Grundwassers aufzubringen, so kann man diese sichergestellte Fläche sehr vergrößern. 2. Das Gebirg sgrundwasser ist im nördlichen Teile des betrachteten Teiles der Küstenebene zur Bewässerung geeignet. Durch seine Heranziehung zur Bewässerung und seinen rechtzeitigen Schutz vor Erschöpfung in den östlichen Randgebieten kann mit seiner Hilfe die bewässerbare Fläche nördlich der Linie Wilhelma—Tel Aviv um so viel erhöht werden,' wie die Ergiebigkeit des Gebirgsgrundwasserstromes es zuläßt (ohne daß an ihm Raubbau getrieben wird). Schwieriger liegen die Verhältnisse südlich der Linie Wilhelma—Tel Aviv. Auch hier kann man die bewässerbare Fläche durch Heranziehung des Gebirgsgrundwassers erhöhen. Da dasselbe jedoch um so stärker versalzen ist, je weiter man nach Süden kommt, so kann man es nicht unvermischt verwenden. In der Gegend Niana—Rehovot —Zarnuqa, wo mit 700 pro Million Teilen Chlor im Gebirgsgruhdwasser zu rechnen ist, kann man dem Küstenebene-Hauptgrundwasser nicht mehr als 22% Gebirg sgrundwasser zusetzen, ohne das Wasser nicht ungeeignet für Bewässerungszwecke zu machen. Immerhin wird auf diese Weise die bewässserbare Fläche um 22% erhöht, wobei jedoch die Wirkung auf die Frucht noch nicht völlig erforscht ist. In der Gegend Wilhelma— Ramie—Tel Aviv dagegen, wo mit einem Chlorgehalt von etwa 300 mg/Liter zu rechnen ist, kann man ohne weiteres bis zu 60% Gebirgsgrundwasser dem Küsteneben en-Hauptgrundwa&ser zusetzen. Die hier angedeutete Mischung des Wassers hat in bereits bestehenden Wasserwerken zu erfolgen, da die gepumpte Hauptgrundwassermenge ja nicht erhöht werden darf. 3. Vergrößerung der Versickerung. Der unter ständiger Kultur befindliche Boden, speziell der bepflanzte, hat stets eine weiche, rauhe Oberfläche. Er saugt daher die Niederschläge weitgehend auf. Der rein abckerbaulich benutzte Boden dagegen ist in dieser Beziehung weit ungünstiger. Ein Drittel liegt ständig brach, ein zweites wird erst am Ende der Regenzeit für Sommerfrucht bestellt, während nur ein Drittel gleich nach den ersten Regen zur Einsaat der Winterfrucht umgepflügt wird. Mithin ist nur ein Drittel des für Ackerbau benutzten Bodens geeignet, Niederschlagwasser in beträchtlichem Maße aufzusaugen, d. h. es nicht zum Abfluß kommen zu lassen. Aus diesen Umständen erklärt es sich, daß in den letzten 7—8 Jahren, in denen die unter ständiger Kultur befindliche Bodenfläche in der Küstenebene sich vervielfacht

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