Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1935)
- Article
- Zur Hydrologie der Küstenebene Palästinas
- Date
- 1935-12-01
- Page
- Seite 645 (sequence 17)
- Language
- German
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menge zu ersetzen. Auf diese Weise kann die bleibende Absenkung des Grundwasserspiegels im Laufe der Zeit, nachdem er ein bestimmtes Maß erreicht hat, zum »Stehen kommen. Ein neuer Gleichgewichtszustand ist erreicht. Wird jedoch das Grundwasser auf einem großen Gebiete in dieser Weise übermäßig in Anspruch genommen, so wird der Gleichgewichtszustand des Grundwassers auf sehr weite Strecken hin gestört. Es entstehen große, bleibende, immer mehr zunehmende Senküngstrichter, und die seitlich in dieselben einströmenden Wassermengen reichen schließlich nicht mehr aus, einen neuen Gleichgewichtszustand herzustellen. Der Grundwasserspiegel sinkt unaufhaltsam weiter, und selbst gute Regenjahre können das immer größer werdende Defizit, das sich in dem ständigen Absinken des Wasserspiegels in allen Brunnen zu erkennen gibt, nicht wieder auffüllen. Die Folge dieses Raubbaues am Grundwasser wird eine zweifache sein: Fortdauernde Absenkung des Wasserspiegels in den Brunnen, welche schließlich zu deren völligem Versiegen führt, und vom Meere aus einsetzende Versalzung, da infolge des tiefen Senkungstrichters das Grundwassergefälle am Ende nicht mehr vom Lande zum Meere, sondern umgekehrt vom Meere zum Lande gerichtet sein wird. Gebiete mit Dünenstreifen. Infolge des der Küste vorgelagerten Dünen- und Kurkarhöhenstreifens ist in solchen Gebieten die Situation günstiger als dort, wo dieser »Schutzstreifen« fehlt. In dem zentralen Teile der Küstenebene kommen zwei derartige Gebiet vor: die Ebene östlich der Faliq-Dünen und das Gebiet südlich der Linie Ramie—Tel Aviv bis in die Gegend von Zarnuqa—Niana. Da in diesem Gebiete das Gebirgsgrundwasser relativ salzhaltig sein wird, sei es einer besonderen Betrachtung unterzogen, welche für alle ähnlichen Gebiete charakteristisch ist. Das Gebiet südlich der Linie Ramie—Tel Aviv mißt in seiner Erstreckung parallel zur Küste (senkrecht zur Stromrichtung des Küstenebenen-Hauptgrundwassers) im Mittel etwa 15 km. Davon sind von Dünen bedeckt etwa 75 km2. Die mittlere Breite der Dünen ist mithin 5 km, diejenige des nicht mit Dünen bedeckten, vom Küstenebenen- Hauptgrundwasser durchströmten Teiles 10 km. Die Grundwassermenge, welche die Dünen aus dem Regen im Mittel alljährlich aufnehmen, ist nach dem oben Gesagten, unter der sehr niedrig geschätzten Versickerung von 50% in den Dünen, mit 20.7 Mill. m3 anzusetzen. Das Küstenebenen-Hauptgrundwasser führte, ehe es durch die großen Fassungen gestört wurde, nahe der Küste, etwa am Fuße der Dünen, auf diese 15 km Strombreite 26.5 Mill. m3 jährlich ins Meer ab, welche Menge seinem jährlichen Zustrom, aus Sickerwasser und aus dem Gebirge, entspricht. Die insgesamt auf diese Strombreite jährlich durch Versickerung und anderweitig ins Grundwasser gelangenden Wassermengen betragen somit 47.2 Mill. m3. Hievon werden durch den Rubin und die Rubinsumpfdrainage etwa 6.5 Mill. m3 jährlich ins Meer abgeführt. Von dem Rest sollen als ins Meer ungefaßt abziehender Grundwasserstrom 12 Mill. m3 jährlich erhalten bleiben, um die Versalzung vom Meer her zu verhindern. Es stehen mithin zur Verfügung für Bewässerungszwecke etwa 29 Mill. m3 jährlich, mit denen man unter Zugrundelegung der oben benutzten Zahlen etwa 66 km2 bewässern kann (66.000 Dunam), was einem ununterbrochenen Streifen von 4.3 km Breite entspricht13. Wenn nun diese Fläche tatsächlich unter bewässerte Kultur, d. h. hier wieder Orangenbau, genommen wird, so wird selbstverständlich der Strom des Küstenebenen- Hauptgrundwassers überbeansprucht Es entsteht eine immer weiter zunehmende Absenkung, bis dieselbe das nötige Ausmaß erreicht hat, das Dünefnwasser so stark von 13 Die Zahlen sind absichtlich ungünstig geschätzt.