Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1935)
- Article
- Zur Hydrologie der Küstenebene Palästinas
- Date
- 1935-12-01
- Page
- Seite 644 (sequence 16)
- Language
- German
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Legen wir nun die oben angegebenen Größenordnungen zugrunde für die Grundwassermenge, welche das noch ungestörte Küstenebenen-Hauptgrundwasser alljährlich ins Meer abführte und welche der Summe aller Zuflüsse, die das Grundwasser erhält, gleich ist, so kommen wir zum folgenden Bilde: Die Wassermenge beträgt in dem betrachteten Abschnitte jährlich etwa 2.5 Millionen Kubikmeter pro Kilometer. Um eine künftige Versalzung vom Meere aus mit Sicherheit hintanzuhalten, muß ein gewisser Prozentsatz des Grundwasserstromes ständig als ins Meer abziehender Strom erhalten bleiben. Dieser Prozentsatz sei mit 30% angesetzt. Nehmen wir nun an, das Wasser würde ausschließlich zur Bewässerung der Zitruspflanzungen verwendet, wie es ja praktisch tatsächlich in der Küstenebene der Fall ist, so kann folgende Rechnung aufgestellt werden: Der jährliche Wasserbedarf eines Dunam (Vio ha) ausgewachsenen Zitrusgartens kann mit 700 m3 angesetzt werden. Nach der Abhandlung »Use and Waste of Irrigation Water«, erschienen 1925 im Verlage der University of Arizona, gehen in tiefere Bodenschichten über etwa 38% des auf den Boden gebrachten Wassers. Nach den. Ergebnissen von mehrjährigen Bodenfeuchtigkeitsuntersuchungen in einem Orangengarten, welche die Regierung durchführen ließ 12, erscheint mir diese Zahl für normale Bewässerung durchaus glaubhaft. Wird die aufgebrachte Wassermenge erhöht, so erhöhen sich die ungenutzt in tiefere Bodenschichten versickernden Wassermengen sicherlich ebenso, da alsdann wahrscheinlich nur das in den obersten Bodenschichten vorhandene Wasser von den Bäumen verwertet wird. Nach dem unter »Grundwasserspiegelschwankungen« gesagten ist die Annahme berechtigt, daß all dies in tiefere Schichten gelangte Wasser im Laufe der Zeit wieder ins Grundwasser zurückgelangt. Bewässerbare Fläche. Der Rechnungsgang ist daher wie folgt: Gebiete ohne Dünengürtel: Es stehen zur Verfügung 70% des Grundwasserstromes, das sind 1.75 Millionen Kubikmeter jährlich pro 1 km Grundwasserstrombreite. Von den 700 m3, welche jährlich in einem normalen Orangengarten pro Dunam verwässert werden, werden dem Grundwasser definitiv entzogen etwa 65%, das heißt 455 m3 pro Dunam jährlich. Die 1.75 Millionen Kubikmeter, welche jährlich pro 1 km Grundwasserstrombreite zur Verfügung stehen, reichen mithin aus zur Bewässerung von 3850, rund 3900 Dunam (385 bis 390 ha). Es kann also im Mittel und ohne am Grundwasser Raubbau zu treiben, ein etwa 3.9 km breiter Streifen parallel der Küste bewässert werden, der 26% des Teiles der Küstenebene darstellt, welche vom Küstenebenen-Hauptgrundwasser durchströmt wird. Legt man nun 23% Versickerung des Regenwassers zugrunde, bei einem mittleren Jahresniederschlag von 550 mm, so kommt man zu dem Ergebnis, daß wenn man dem Grundwasser nur den versickernden Teil der Niederschläge entzieht, welcher das Grundwasser anreichert, man 28% der Küstenebeneböden, unter denen das Küstenebenen- Hauptgrundwasser sich befindet, bewässern kann mit 700 m3 pro Dunam jährlich, ohne das Grundwasser übermäßig zu beanspruchen. Beide, auf ganz verschiedenem Wege gefundenen Zahlen, welche ebenfalls nur als Größenordnung aufgefaßt werden sollen, sind praktisch einander gleich. Wenn nun diese Fläche an einer eng begrenzten Stelle überschritten wird, so entsteht dort eine bleibende trichterförmige Absenkung des Grundwassers, welche zur Folge hat, daß Wasser aus weiterer Ferne heranströmt, um die entzogene Wasser- 12 Shepherd, Goldschmidt and Oppenheim, a report on irrigation investigations in the Gan Moshe Grove, Rishon le Tsiyon, in the years 1931-32-33.