Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1935)
- Article
- Zur Hydrologie der Küstenebene Palästinas
- Date
- 1935-12-01
- Page
- Seite 642 (sequence 14)
- Language
- German
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Wo die Dünen, bzw. Kurkarhöhen einen besonders großen Umfang annehmen, daher in ihrem Untergrunde erhebliche Mengen von versickerten Tageswässern als Grundwasser speichern, können sie das von Osten kommende Küstenebenen-Hauptgrundwasser etwas anstauen. Ist die Geländeoberfläche nun ungefähr im gleichen Niveau wie dieser Grundwasserspiegel oder gar tiefer, so entstehen Sümpfe. Hat das Wasser Abfluß, so entstehen kleine Küstenflüsse. Als Beispiel solcher Sümpfe nenne ich die nunmehr drainierten Rubinsümpfe, als Beispiele für solche Küstenflüsse den Nahr Sukreir, Nahr Rubin, Wadi Musrara (unmittelbar östlich von Tel Aviv). Das östliche Ufer dieser kleinen Flüsse drainiert das Küstenebenen-Hauptgrundwasser, das Westliche das Dünenwasser. Die Wassermengen, welche von diesen Flüßchen geführt werden, sind natür-1 lieh gering. Dies erscheint auch verständlich, wenn man die Entstehung (Drainage des Küstenebenen-Hauptgrundwassers und des Dünenwassers) bedenkt, sowie die vom Hauptgrundwasser abgeführten Wassermengen im Auge hat. So hat der Nahr Rubin z. B. kurz ehe er von rechts den Draingraben der Rubinsümpfe aufnimmt, eine Wasserführung von etwa 0.1 m3/sec, während dieser Draingraben selber etwa ebensoviel abführt. Es handelt sich dabei um zwei perennierende Wasserläufe. Falls die Dünen undurchlässige Schichten enthalten, welche das Dünenwasser tragen, kann es sein, daß das Dünenwasser sowohl nach Osten wie nach Westen abfließt, das Küstenebenen-Hauptgrundwasser unter ihm hindurch zum Meer ungestört weiter strömt, und sogar unter Umständen vom Dünenwasser an dessen östlichem Rande unterirdisch gespeist wird. Im allgemeinen scheint dies jedoch nicht der Fall zu sein, vielmehr das Dünenwasser in Zusammenhang mit dem Küstenebenen-Hauptgrundwasser zu stehen, ohne undurchlässige Zwischenschicht. Aujaquelle Ras el Ein. Wenn wir nun alles bisher Gesagte in Betracht ziehen, so erscheint es außer allem Zweifel, daß eine so starke Quellgruppe wie die der Auja (Yarkon), welche etwa 4m3/sec schüttet (am Zusammenfluß der zwei Quellflüsse), kein gewöhnlicher Grundwasseraustritt sein kann, zumal dieselbe sich nahe dem Ostufer des Küstenebenen-Hauptgrundwassers befindet und relativ salzhaltiges Wasser hat (ca. 100 mg. Cl. pro Liter in den nördlichen, ca. 200 mg. pro Liter in den südlichen Quellen). Die Hauptmenge dürfte vielmehr aus dem Gebirgsgrundwasser stammen, auf der Randverwerfung aufsteigen, sich mit dem Küstenebenen-Hauptgrundwasser vermischen und so an dieser tief gelegenen Geländestelle austreten,. bei +18 bis +20 Wasserniveau, ca. 5 bis 7 m tiefer als normal an dieser Stelle wäre. Der Vollständigkeit halber und um Picard (»Das Wasserproblem Palästinas«, p. 117) richtig zu stellen, sei hier der Nahr Faliq erwähnt. Dieser »Fluß« verdankt seine Entstehung einem Römerdurchstich durch die verkrustete Dünenkette, welche einen Sumpf am Abfluß verhinderte (Birket Ramadan). Dieser Sumpf entsteht durch Ansammlung der Winterregenwässer, welche zahlreiche Wadis, unter anderem auch die eingangs mehrfach erwähnten Talzüge, welche Raananah südnördlich durchziehen, der abflußlosen Geländesenke der Birket Ramadan zuführen. Außerdem liegt zwar auch ein ganz geringfügiger Grundwasseraustritt (Quelle) vor, da das Gelände sehr tief gelegen ist und der Grundwasserspiegel ausschneidet. Doch ist dieser Grundwasseraustritt so besonders salzarm — fast so salzarm wie Dünenwasser —, daß die Annahme eines Zusammenhanges mit Verwerfungswasser als absolut abwegig von der Hand gewiesen werden muß, wie überhaupt, bei dem künstlichen Charakter des Faliq, von »Quellen« desselben doch gar keine Rede sein kann. Zusammenfassung der hydrologischen Situation. Die hydrologische Situation des betrachteten Gebietes stellt sich nunmehr dar wie folgt: