Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1935)
- Article
- Zur Hydrologie der Küstenebene Palästinas
- Date
- 1935-12-01
- Page
- Seite 641 (sequence 13)
- Language
- German
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Quellinie und »Schlucklinie«. Auf die »verborgene«, nämlich unterirdische, und »sichtbare«, zutage tretende Speisung der Wasservorräte auf der Randverwerfung wurde soeben hingewiesen« Aber nicht überall speist die Randverwerfung das Küstenebenen- Hauptgrundwasser. An einzelnen Stellen fließt dieses in östlicher Richtung ab: bei Ramie und bei Tira. Es ist durchaus anzunehmen, daß bei Ramie der östlich abfließende Teil des Küstenebenen-Hauptgrundwassers auf Umwegen ins Turon-Cenoman gelangt, während in der Gegend von Tira es womöglich auf der fVerwerfung in das Gebirgsgrundwasser, dessen Potential auch hier wieder nicht unbeträchtlich geringer ist als das des Küstenebenen-Hauptgrundwassers, absinkt. Es liegt mithin die Möglichkeit vor, daß hier, und auch etwa anderswo, die Verwerfung eine »Schlucklinie« ist. Grundwasserspiegelschwankungen. Die Tatsache, daß das Grundwasser von den Niederschlägen gespeist wird, erhellt auch aus den Grundwasserspiegelschwankungen: Ansteigen in der Regenzeit bis gegen März bis Mai, Fallen während der Sommerdürre; stärkeres Ansteigen in regenreichen, schwächeres in regenarmen Wintern. Die Speisung des Grundwassers aus dem versickerten Teile der Niederschläge erfolgt nun aber keineswegs so, daß eben dies versickerte Wasser sofort und geradenwegs ins Grundwasser gelangt. Es dürften vielmehr Wassermengen, welche, seit Jahren womöglich, sich oberhalb des Grundwassers im Untergrund in irgendeinem Gleichgewichtszustande befinden, infolge der Aufnahme neuer Mengen von Sickerwasser ins Grundwasser abwandern.10 Ein ähnlicher Prozeß ist übrigens auch bei künstlicher Erzeugung ähnlicher Bedingungen, zu erwarten, also auch bei Durchfeuchtung des Bodens infolge künstlicher Bewässerung. Ferner halte man sich vor Augen, daß die Geschwindigkeit, mit der das Küstenebenen- Hauptgrundwasser strömt, außerordentlich gering ist. Bei einer Durchlässigkeitskonstante von 0.00025 m/sec, einem Grundwasserspiegelgefälle von 1 :400 und einem Porenvolumen von 45%, welche Zahlen Untersuchungsergebnisse darstellen, ergibt sich als Geschwindigkeit 44 m/Jahr. Es ergibt sich daraus, daß eine Wassermenge, welche an irgendeiner Stelle ins Grundwasser gelangt, sehr lange Zeit benötigt, um mit Hilfe der normalen Grundwasserströmung an einen auch selbst relativ nahe benachbarten Punkt zu gelangen. Grundwasser in den Sanddünen. Küstenflüsse. Die Versickerung in sandigen, von Pflanzen unbestandenen Gegenden ist natürlich wesentlich stärker als in Gegenden, deren Böden mehr erdig-lehmig sind. In den Sanddünen zwischen Haifa und Akko konnte ich anläßlich einer größeren hydrologischen Untersuchung feststellen, daß anscheinend über 80% des Regens dort in das Dünengrundwasser versickern. In Holland fand man etwa 75% in den Dünen bei Schoorl n. Verkrustete Dünen, das heißt Kurkarhöhen, zeichnen sich gleichfalls durch hohen Versickerungskoeffizienten aus. Sanddünen und Kurkarhöhen (verkrustete fossile Dünen) sind daher geeignet, dem Grundwasser besonders große Wassermengen durch Versickerung der Tageswässer zuzuführen. Das Wasser ist naturgemäß sehr arm an gelösten Salzen. Deshalb ist »Dünenwasser«, wie man kurz in Dünen auftretendes Grundwasser bezeichnet, wegen seiner Reinheit besonders begehrt. (Holland. Central Workshop Palestine Railways. Haifaer Hafen. Mount Carmel.) 10 Vgl. hiezu unter anderem Mezgers Untersuchungen, veröffentlicht im Gesundheitsingenieur und im Kulturtechniker. 11 Vgl. »Rapport omtrent de uitkomst van een grondwater — en bodemonderzoek in het duingebied nabij Schoorl«. Jedoch dürften, nach neueren Untersuchungen, deren. Ergebnisse das Holländische Rijksbuerau voor Drinkwatervoorziening mir in dankenswerter Weise übermittelte, nach dessen Meinung niedrigere Zahlen, zwischen 50 und 60%, als richtiger anzusehen sein.