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Palästina · 1935-11-01 · Heft 11 (November 1935) · p. Seite 605

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 11 (November 1935)
Article
Gemüsegärtnerei
Date
1935-11-01
Page
Seite 605 (sequence 4)
Language
German
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für den Absatz von Gemüse. Dort ist auch der Boden billiger und meistens günstig gelegen zu erhalten. Ein 5 Dunam-Betrieb muß» um existieren zu können, 30 bis 40 Familien regelmäßig mit Gemüse beliefern. Ich glaube, gerade in den kleineren Orten gibt es noch viele Möglichkeiten für intensive Gemüsebetriebe. Anderseits ist in einem großen Absatzort der Gemüseverkauf viel einfacher und zeitsparender. Dort lassen sich große Mengen eines bestimmten Gemüses leicht absetzen, und es gibt Kommissionäre, die einem den Verkauf abnehmen. Dafür ist aber eine gute Marktkenntnis in einem großen Absatzort unerläßlich. Man muß wissen, wann die Hauptsaison der bestimmten Gemüse sind, wann sie anderseits die besten Preise bringen, welche Sorten am liebsten gekauft werden und vieles andere mehr. Sie ersehen daraus, daß zum berufsmäßigen Gemüsebau auch gute kaufmännische Fähigkeiten gehören. Der Preis des Wassers ist sehr wichtig für die Rentabilität der Gemüsegärtnerei. Wenn Sie bedenken, daß im intensiven Gemüsebau pro Dunam jährlich, ganz roh gerechnet, 2000 m3 Wasser gebraucht werden, so werden Sie verstehen, daß jeder Mil pro Kubikmeter von vitaler Bedeutung für das Rentieren ist. Die oberste Wasserpreisgrenze, die ich unter günstigsten Bedingungen für tragbar halte, ist 4 mils pro Kubikmeter. Ein normaler Preis wäre 2 mils pro Kubikmeter. Ein Anfänger sollte auf keinen Fall mehr als 3 mils pro Kubikmeter bezahlen. Auch ist zu fordern, daß das Wasser mit zirka bis 2 Atmosphären Druck in den Garten kommt, damit es zum Beregnen benützt werden kann. Der Preis des Düngers ist darum nicht so ausschlaggebend, weil der Gärtner durch Kompostierung seiner Abfälle vom Kauf des organischen Düngers teilweise absehen kann. Man kann im intensiven Gemüsebau für Düngung pro Jahr und Dunam zirka 3 £P ansetzen, natürlich muß dazu intensivste Kompostwirtschaft treten. Das werden wir im folgenden noch genauer besprechen. Die 3 £P zerfallen in 1 £P pro Jahr und Dunam für Kunstdünger und 2 £P für organischen Dünger. Wie stellt sich also für eine intensive 5 Dunam-Gemüsegärtnerei eine ungefähre Bilanz? Es schwirren im Lande die verschiedensten Ertragszahlen beim Gemüsebau herum. Man spricht von 60 £P, ja sogar 90 £P pro Dunam Brutto Jahresertrag. Solche Erträge mögen erzielt werden, aber wenn, dann nur auf ganz kleiner Fläche und in außergewöhnlichen Jahren. Oder aber es handelt sich um Spezialkulturen, zu deren Anbau außergewöhnliche fachliche und natürliche Bedingungen notwendig sind. Ich möchte bescheidener sein und folgendes sagen: Wenn ein Gärtner bei intensivem Gemüsebau nicht mindestens 30 £P pro Jahr und Dunam Bruttoertrag erzielt, so lohnt sich der ganze Betrieb nicht. Ist die Wirtschaft aber gesund aufgebaut und werden grobe Kulturfehler vermieden, so sollte jeder intensive Gemüsegarten dieses Minimum und auch mehr erbringen, es sei denn, daß irgendwelche unkontrollierbaren Faktoren, wie Schädlinge, parasitäre Krankheiten oder irgendwelche Witterungsfaktoren dies verhindern. Von diesen 30 £P Bruttoertrag gehen ab: 3 £P als Bodenrente, wenn der Wert des Bodens mit den Investierungen zusammen pro Dunam mit 50 £P zu 6% verzinst eingesetzt werden. Nehmen wir das Wasser mit 2000 m3 ä 3 £P, so wären das 6 £P pro Jahr und Dunam, außerdem muß man für den Dünger 3 bis 4 £P pro Jahr und Dunam einsetzen und für Verschiedenes, wie Sämereien, Mittel zur Schädlingsbekämpfung, Amortisation und ähnliches nochmal zirka 3 £P, so wären das im ganzen zirka 15 £P Barunkosten pro Jahr und Dunam. Es bliebe also ein Arbeitsverdienst von 15 £P pro Jahr und Dunam. Da eine Familie 5 Dunam bearbeiten kann, so ergibt sich für sie im Durchschnitt pro Monat ein Barverdienst von 6 bis £P. Dazu kommt der Wert der Gemüse für den Selbstverbrauch aus dem eigenen Garten und billiges Wohnen, da die Familie wahrscheinlich in einer Baracke oder wenn die Mittel es erlauben, in einem einfachen

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