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Palästina · 1935-11-01 · Heft 11 (November 1935) · p. Seite 585

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Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 11 (November 1935)
Article
Der Moschaw Kfar Jecheskel und seine Wirtschaftsstruktur
Date
1935-11-01
Page
Seite 585 (sequence 6)
Language
German
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Als Extremfälle vereinzelter Betriebe kommen weder I mit einer Unterschreitung des Ertrages gegenüber dem Betriebsaufwand noch IX mit einer Überschreitung des Ertrages auf das Doppelte des Betriebsaufwandes in Betracht. Sonst ist eine stetige Steigerung des Ertragsüberschusses entsprechend der höheren Betriebs-, bzw. Ertragskategorien festzustellen. Der gesamte Betriebsauf wand in Höhe von 11.450 £P setzt sich mit mehr als der Hälfte (55.6%) allein aus gekauften Futtermitteln zusammen, während der Rest sich folgendermaßen verteilt: 15.5% im Gesamtdurchschnitt entfallen auf den Aufwand im Ackerbau, 11.6% auf Steuern (die Abgaben für Erziehungswesen, Krankenkasse und Histadruth sind hierin nicht enthalten, da sie den Ausgaben für den Lebensunterhalt hinzugefügt wurden), 6.4% auf Zinsen, 5.5% auf Versicherung, 2.9% auf Löhne, 2.5% auf Kunstdünger. Der überaus geringe Anteil des Lohnpostens erklärt sich daraus^ daß der Moschaw Owdim Lohnarbeit grundsätzlich ablehnt und nur in Ausnahmefällen eine Abweichung von diesem Grundsatz gestattet (z. B. bei Verhinderung des Chawers, seinen Betrieb selbst zu bewirtschaften infolge Ausübung öffentlicher oder gewerkschaftlicher Funktionen, einer Betätigung in einer wirtschaftlichen Institution des Moschaw, infolge Krankheit usw.). Die oben angeführten Verhältnisziffern der einzelnen Aufwandsposten stellen Gesamtdurchschnitte für sämtliche Betriebskategorien dar. Für die einzelnen Betriebskategorien ergeben die Aufwandsposten wesentliche Schwankungen. Der Aufwandsanteil für Futtermittel erhöht sich in Übereinstimmung mit der Kategorienstaffelung von unten nach oben ununterbrochen. Eine genau entgegengesetzte Bewegung ist für die beiden anderen wichtigsten Aufwandsposten, Ackerbau und Steuern, festzustellen, wie aus der obigen Tabelle eindeutig hervorgeht. Während beim Posten »Ackerbau« die von unterer zu oberer Kategorie rückläufige Aufwandsbelastung aus den eingangs erwähnten Gründen ohne weiteres verständlich ist (gleiche Erträge gleichmäßiger Verteilungsschlüssel des Aufwandes), bedarf diese Tendenz beim Posten »Steuern« einer Erklärung. Die Besteuerung in den Moschweh Owdim kennt keine irgendwie geartete Staffelung nach Ertragshöhe. Gerade jetzt wird diese Frage besonders erörtert und von den Moschweh Owdim ein Weg gesucht, die Besteuerung auf andere Grundlagen zu bringen, um eine mit den Erträgen mehr oder minder übereinstimmende Verteilung der Steuerlast zu erzielen. Gedacht wird an eine gestaffelte progressive Einkommensbesteuerung, ein Verfahren, das noch vor nicht langer Zeit kaum in Erwägung gezogen wurde und erst mit der Durchsetzung der Einkommensdifferenzierung nunmehr als diskutabel erscheint. Diese Frage ist weit davon entfernt, eine rein steuertechnische Frage zu sein, ihre Lösung ist von eminent wichtiger Bedeutung für die wirtschaftliche und soziale Gestaltung des Moschaw in seiner weiteren Entwicklung als Sondertypus der jüdischen arbeitenden Kolonisation. Dieses Problem wurde ausführlich auf der im Juni 1935 (in Afuleh) stattgefundenen Landeskonferenz der Moschawim und Irgunim erörtert. Anläßlich dieser Konferenz führte Schmuel Dajan (Mitglied des Moschaw Nahalal) unter anderem folgendes aus: »Das Leben im Moschaw Owdim ist noch bei weitem nicht vollkommen, und es ist fraglich, ob es überhaupt eine Vollkommenheit in irgendeiner Form erlangen kann... Von allen Unzuträglichkeiten im Moschaw-Leben ist die der wirtschaftlichen Ungleichheit die wenigst tragbare und bitterste. Hiezu tragen viel die von außen her stammenden Ursachen bei *.. Und es gibt auch rein natürliche Faktoren, im Gesundheitszustand, in der Fähigkeit der Arbeitsverrichtung, Faktoren, die unabhängig von dem Ansiedler selbst und der Siedlungsgemeinschaft sind. Wie dem auch sei, es befinden sich in den Moschawim Chawerim, die in einer wirtschaftlich bedrängten Lage sind. Und wenn wir einmal dachten, daß das Blatt sich wieder wenden wird, und daß diese Chawerim

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