Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 11 (November 1935)
- Article
- Die jüdische Tätigkeit in Palästina und ihr Einfluss auf das arabische Wirtschaftsleben
- Date
- 1935-11-01
- Page
- Seite 577 (sequence 13)
- Language
- German
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der Anteile der einzelnen Bevölkerungsgruppen nicht ohne weiteres möglich. Wir werden uns daher mit den allgemeinen Indizes für unsere Schlußfolgerungen begnügen. Der öffentliche Haushalt Palästinas bietet schon seit Jahren ein so günstiges Bild, daß Palästina weit über seine Grenzen hinaus wegen seiner vorbildlichen Finanzlage einen einzigartigen Namen bekommen hat. Die Entwicklung in den letzten Jahren, etwa vom Beginn der großen jüdischen Einwanderungswelle ab, geht aber über alles hinaus, was erwartet werden konnte. So ist der auch früher häufig schon in gewissem Umfang aufgetretene angesammelte Überschuß in den letzten Jahren so gewachsen, daß er mit 4% Mill. Pfund zu Ende des Budgetjahres 1934/35 bereits erheblich höher war als die gesamten Jahreseinnahmen des Budgets. Ende des Budgetjahres 1935/36 dürfte er die sensationelle Höhe von 7 Millionen erreichen. Die Steigerung der Einnahmen entfällt fast auf alle Budgetposten. An erster Stelle stehen die Einnahmen aus den Zöllen dank der gewaltigen Importsteigerung. Bei den Steuern sind die landwirtschaftlichen Ertragssteuern, die überwiegend von der arabischen Bevölkerung getragen werden, völlig in den Hintergrund getreten gegenüber den Einnahmen aus den Lizenzabgaben und den Gebühren für die Übertragung von Grundbesitz. Nicht unbemerkt soll in diesem Zusammenhang auch bleiben, daß in den meisten Fällen, in denen Boden aus arabischer Hand in jüdische Hände übergegangen ist, die Werkosteuer nach dem Übergang erheblich höhere Erträge für die Staatskasse brachte als vorher. Folgende Ziffern mögen als Illustration dienen: Werkozahlung 1925 und 1934: Frühere Besitzer Neue Besitzer Steigerung £P £P % Kafretta....... 39.380 189.190 481 Kuskus-Tabun..... 23.950 117.620 492 Tel Shem....... 27.920 134.350 482 Djedda ....... 30.600 255.010 670 Eine gewaltige Steigerung zeigen die Einnahmen aus der Gründverkehrsabgabe, dem Gerichtswesen und den staatlichen Postbetrieben, während der Eisenbahnbetrieb zwar sein Defizit verringern konnte, aber immer noch eine Verlustquelle darstellt. Diese außerordentlich günstige Entwicklung der Regierungsfinanzen ist zum großen Teile, wie heute auch die Regierung in ihren Berichten zugibt, eine unmittelbare Folge der jüdischen Einwanderung und der jüdischen Arbeit im Lande. Obwohl die Regierung aber eine exzessive Tesaurierungspolitik mit ihren Überschüssen betreibt, ergibt sich bei einem Vergleich der Aufwendungen pro Kopf der Bevölkerung in Palästina und den Nachbarländern, daß Palästina dabei im ganzen noch günstiger abschneidet als die Vergleichsländer: f&w- Aufwendungen für Landwirtschaft, Erziehung, Gesundheit und öffentliche Arbeiten: Kopfquotenvergleich in £P (1934) Ausgaben Totaleinkünfte Land- Erziehun Gesundheit Öffentliche (ohne Eisenbahn) Wirtschaft * Arbeiten Palästina . . 4 0.120 0.160 0.133 0.388 Syrien .... 1.77 0.050 0.120 0.040 0.220 Ägypten . . 2.14 0.0402 0.210 0.090 0.080 2 Ausschließlich Bewässerung.