Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 11 (November 1935)
- Article
- Die jüdische Tätigkeit in Palästina und ihr Einfluss auf das arabische Wirtschaftsleben
- Date
- 1935-11-01
- Page
- Seite 576 (sequence 12)
- Language
- German
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Orangen bepflanzte Fläche bei den Arabern beträgt mit 120.000 Dunam heute sechsmal soviel als vor zehn Jahren. Dazu treten die Neupflanzungen von Fruchtbäumen (Kernobst, Feigen- und Ölbäume) sowie überhaupt die Verbesserung der Methoden, zu der sowohl das Beispiel der jüdischen Farmer als die Bemühungen des Landwirtschafts- Departments der Regierung Anlaß geben. Die Verwendung von organischem und künstlichem Dünger, die bis vor wenigen Jahren in der arabischen Landwirtschaft nicht bekannt war, nimmt in großem Umfange zu. In vielen arabischen Orangengärten werden Bewässerungsanlagen nach den letzten kalifornischen Erfahrungen eingerichtet. Verbesserung des Viehs und des Geflügels usw. ist auf der Tagesordnung. Wenn hier auch die Frage der Zurechnung dieser Fortschritte in jedem Einzelfall nicht exakt entschieden werden kann, so besteht jedenfalls hinsichtlich eines wichtigen Problems kein Zweifel, daß nämlich die Finanzierung dieser Entwicklung in weitgehendem Maße durch die jüdischen Bodenkäufe ermöglicht wurde. Die jüdischen Bodenkäufe umfaßten vom Oktober 1920 bis Jänner 1933 rund 500.000 Dunam, für die ein Betrag von rund 7 Millionen Pfund verausgabt wurde. Die Detailziffern für die letzten Jahre waren folgende: Durch Juden erworben Durch Juden verkauft Dunam £P Dunam £P 1930 ....... 43.882 817.260 24.516 680.190 1931 ....... 41.226 1,075.121 22.641 939.583 1932 ....... 60.108 1,553.857 41.215 1,404.976 1933 ....... 100.362 4,202.816 63.370 3,348.019 1934 ....... 110.970 7,001.421 62.114 5,353.584 Der Umfang der jüdischen Bodenkäufe ist in den letzten Jahren gestiegen, wenn auch gleichzeitig die inner jüdische» Wiederverkäufe (aus jüdischer Hand) zugenommen haben, so daß nur ein Teil der Kaufpreise für wirkliche Neuerwerbungen verausgabt wurde. Die Summe, die insgesamt nach Abzug der Wiederverkäufe seit Beginn des Krieges für Boden in arabische Hände geflossen ist, wird mit 12 Millionen Pfund nicht überschätzt sein. Ein erheblicher Teil dieser Summe ist speziell in den Bezirken der Küstenebene zur Intensivierung der Wirtschaft der Verkäufer verwendet worden. Die Bedeutung dieser Beträge für die arabische Wirtschaft erhellt vor allem auch aus der Preisbewegung. Böden in der Umgebung von Petach Tikwah und Rechoboth, die im Jahre 1924/25 zum Preise von 5 bis 6 £ verkauft wurden (obwohl auch dieser Preis schon eine Vervielfachung der Preise vor dem Kriege bedeutete), werden heute aus arabischer Hand nicht unter £ 25.— bis 30.— abgegeben, und auch zu diesem Preis ist das Angebot außerordentlich gering. Im Hinblick auf die Feststellungen der verschiedenen Kommissionen zur Untersuchung der. Agrarverhältnisse in Palästina über Wert, Verschuldung und Kreditbedarf der Fellachenwirtschaft ergibt sich ohne weiteres, welche Bedeutung dem Verkauf auch nur kleiner Bodenstücke bei den genannten Preisen zukommt, wenn der Gesamtwert der Wirtschaften kaum über £ 100.—, ihr bisheriger Jahresertrag, hoch gerechnet, nicht über £ 50.— betrug. Die öffentliche Wirtschaft* Bei dem engen Zusammenhang, der zwischen der Entwicklung des Wirtschaftslebens und der Gestaltung des öffentlichen Haushaltes besteht, werden uns auch die Ziffern über die öffentlichen Finanzen des Landes Unterlagen zu unserem Thema liefern. Zwar ist auch hier wiederum ohne detaillierte Einzeluntersuchungen die exakte Berechnung