Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 11 (November 1935)
- Article
- Die jüdische Tätigkeit in Palästina und ihr Einfluss auf das arabische Wirtschaftsleben
- Date
- 1935-11-01
- Page
- Seite 572 (sequence 8)
- Language
- German
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V/2 bis 2 Piaster, der Lohn für Frauen und Kinder Yi bis 1 Piaster pro Tag. Zwar waren in den Nachkriegs jähren bis zum Beginn der großen Baumwollkrise höhere Löhne üblich, aber auch sie erreichten kaum höhere Sätze als 5 bis 6 Piaster pro Tag für den erwachsenen männlichen Arbeiter. In Syrien liegen die Verhältnisse etwas besser, sind aber ebenfalls noch unvergleichlich ungünstiger als in Palästina. Der arabische Arbeiter in Palästina erhält heute auf dem Lande 8 bis 12 Piaster, in einzelnen Gegenden sogar schon 15 bis 17 Piaster. In den Städten beträgt der Lohn für ungelernte Arbeiter 12 bis 15 Piaster, während angelernte Arbeiter und Facharbeiter mit weit höheren Sätzen abgegolten werden. Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei diesen Erhöhungen nicht allein um Erhöhungen der Nominallöhne, sondern um eine faktische Besserstellung, das heißt eine größere Beteiligung des arabischen Arbeiters am Sozialprodukt. Der offizielle Lebenskostenindex, der auf den Ausgaben einer fünfköpfigen einheimischen Familie aufgebaut ist, zeigt ja seit 1922 eine rückläufige Tendenz. Zwar hat das Jahr 1925 eine vorübergehende Erhöhung der Ausgaben gebracht; der Index ist jedoch mit der ständigen Senkung des internationalen Preisniveaus auch in Palästina weiter gefallen. Die mangelnde Vollständigkeit dieses Index, der die Wohnungs- und Bekleidungsausgaben nicht berücksichtigt, spielt bei einer Beurteilung des arabischen Reallohnes nicht die gleiche Rolle wie beim jüdischen, da der Anteil der Wohnung und die hohen Wohnungspreise für den letzteren viel mehr ins Gewicht fallen als beim arabischen Arbeiter. Man kann also zu diesem Punkte feststellen, ohne in detaillierte Einzeluntersuchungen eintreten zu müssen, daß das Realeinkommen dieses Teiles der arabischen Bevölkerung in Palästina unter dem unmittelbaren Einfluß der jüdischen Arbeit sich beträchtlich erhöht hat und daß es das der gleichen Schicht in den Nachbarländern weit übertrifft. Eine eindeutige Aufwärtsentwicklung zeigt eine Betrachtung der Fortschritte der arabischen Bevölkerung auch auf den verschiedenen Gebieten der Produktion und des Handels. Die Erfassung des Materials ist ohne Durchführung von Spezialenqueten, die mit besonderen Schwierigkeiten verbunden ist, nicht leicht, so daß wir uns mit der Analyse der vorhandenen offiziellen Daten begnügen. Für die Entwicklung bis zum Jahre 1928 ist die Industriezählung der Regierung sehr aufschlußreich, wenn auch das Ergebnis dieser Zählung bereits überholt ist. Die Zahl der gewerblichen und industriellen Betriebe in nicht jüdischem Besitz, die bereits vor dem Kriege bestanden haben, betrug zum Zeitpunkt der Zählung (1928) 1622 mit einem investierten Kapital von £P 543.015.-. Nach dem Kriege sind bis zum Zeitpunkte der Zählung nicht weniger als 1373 arabische Betriebe mit einem investierten Kapital von £P 613.192.— neu gegründet worden. Zahl der nichtjüdischen Unternehmungen: Vor dem Krieg Nach dem Krieg, bis 1929 Zahl Kapital £P Zahl Kapital £P I. Steinbruch und Salzgewinnung . . . — — 126 9.220 74 40.599 119 18.955 III. Schmuckerzeugung . . . . . . 12 1.920 20 1.655 166 1.893 162 4.130 96 5.089 343 15.792 VI. Nahrungsmittel, Getränke, Tabak . . 135 119.673 172 477.130 . 394 297.613 168 42.980 Fürtrag . . . 877 466.787 1110 569.862