Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 18 (1935)
- Issue
- Heft 11 (November 1935)
- Article
- Die jüdische Tätigkeit in Palästina und ihr Einfluss auf das arabische Wirtschaftsleben
- Date
- 1935-11-01
- Page
- Seite 571 (sequence 7)
- Language
- German
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pro km2 (Landesdurchschnitt) 1922 1931 1935 30 40 48 Für die Schlüssigkeit unserer Betrachtung ist dabei, wie schon erwähnt, von ausschlaggebender Wichtigkeit, daß die Zunahme der Dichte nicht, wie häufig anderwärts zur Auswanderung führt, sondern geradezu noch eine anregende Wirkung auf die Einwanderung ausübt, die seit vier Jahren fortdauernd ansteigt, während gleichzeitig die inländische Bevölkerungsbewegung allein schon eine stetige Erhöhung der Bevölkerungsdichte bewirkt. Der Anteil der arabischen Bevölkerung an der Wirtschaftsentfaltung* Die Zuwanderung von ausländischen Arbeitern und ihre Unterbringung im Lande ist aber nicht der einzige Index für das Vorhandensein günstiger Arbeitsbedingungen in Palästina. Auch die Bewegung der Löhne auf den Arbeitsmärkten ist ein schlüssiger Beweis für die von uns vertretenen Zusammenhänge, insbesondere nachdem die Arbeitsmärkte von Jahr zu Jahr einer größeren Belastung durch die steigende Ziffer der jüdischen und nichtjüdischen Einwanderer ausgesetzt waren. Wfenn trotzdem das Lohnniveau keine Senkung erfahren hat, sondern bei ziemlich gleichbleibenden Lebensmittelpreisen eine enorme Steigerung aufweisen kann, so ist damit in evidenter Weise der Beweis für eine tatsächliche Beteiligung auch dieser sozialen Schicht an dem wirtschaftlichen Aufschwung des Landes erbracht. Die Lohnsteigerung für jüdische Arbeiter auf den städtischen und in letzter Zeit auch ländlichen Arbeitsmärkten Palästinas ist bekannt und bedarf in diesem Zusammenhange keiner weiteren Darlegung. Für die arabischen Arbeiter ist ein Vergleich in zwei Richtungen notwendig, um ihren Anteil an der Prosperity nachzuweisen. Erstens: wie waren die Löhne in Palästina vor dem Kriege und zu verschiedenen Zeiten nach dem Kriege? Zweitens: wie liegen die Löhne für arabische Arbeiter in Palästina und in den Nachbarländern in der Gegenwart? Für das Jahr 1922 liefert uns eine Gegenüberstellung von Daten aus einer Regierungsquelle Aufschluß. Danach waren die Löhne in diesem Jahre bereits auf ein Mehrfaches der vor dem Kriege üblichen Sätze gestiegen K Auch alle anderen Quellen, die uns zur Verfügung stehen, kommen zu dem gleichen Ergebnis. Während ein arabischer Landarbeiter vor dem Kriege in den Orangengärten 1 bis 1H Bischlik pro Tag, das ist 2l/2 bis 3}^ Piaster verdiente, stiegen die Sätze nach dem Kriege auf das Vier- bis Fünffache dieser Summe. In der Stadt war die Steigerung nicht geringer, wie zahlreiche Vergleiche erweisen, die ebenfalls zum Teil auf Regierungsmaterial beruhen. In den letzten Monaten sind als Folgen des zunehmenden Arbeitermangels die Sätze für Facharbeiter noch weiter gestiegen und nähern sich in den Spitzengruppen bereits den Löhnen für jüdische Spezialarbeiter, die bekanntlich gegenwärtig mit zu den bestbezahlten Arbeitern überhaupt gehören. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommen wir bei einem Vergleich der in Palästina und in den Nachbarländern üblichen Löhne. Auch hier sollen nur einige Beispiele herausgegriffen werden. Zu Beginn April 1935 wurde von den Arbeitern, die mit der Errichtung eines Stauwerkes am Euphrat beschäftigt waren, ein Streik begonnen, dessen Hauptziel die Reduzierung der Arbeitszeit von zwölf auf zehn Stunden und die Erhöhung des Arbeitslohnes von 1.9 auf 2.3 Piaster pro Tag betrug! In Ägypten beträgt der Lohn der Landarbeiter auf den großen Gütern 1 Indizes: 1913 1919 1922 100 190 390