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Palästina · 1935-11-01 · Heft 11 (November 1935) · p. Seite 569

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Journal
Palästina
Volume
18 (1935)
Issue
Heft 11 (November 1935)
Article
Die jüdische Tätigkeit in Palästina und ihr Einfluss auf das arabische Wirtschaftsleben
Date
1935-11-01
Page
Seite 569 (sequence 5)
Language
German
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bei den Mohammedanern von 204.91 auf 156.80, bei den Juden von 89.78 auf 80.84 gesunken. Daraus geht hervor, daß der relativ größte bevölkerungspolitische Fortschritt bei den Mohammedanern zu verzeichnen ist. Zwar ist die Säuglingssterblichkeit in ihrer Gruppe noch immer bei weitem am höchsten und nahezu doppelt so hoch wie in der Gruppe der jüdischen Bevölkerung; als Symptom für den Fortschritt der einzelnen Gruppen kann aber auch diese Bewegung innerhalb ein und derselben Gruppe gewertet werden. Die angegebenen Ziffern zeigen, daß das Sinken der Säuglingssterblichkeit in der Gruppe der mohammedanisch-arabischen Bevölkerung nahezu 25% beträgt und also prozentual wesentlich stärker ist als in den beiden anderen Bevölkerungsgruppen. Daß dies keineswegs eine im Vorderen Orient allgemein zu beobachtende Tendenz ist, lehrt ein Vergleich mit der bevölkerungspolitischen Entwicklung anderer Länder des Vorderen Orients; Material dafür ist leider nur für Ägypten, Cypern und die Städte des Irak vorhanden. Zwar ist die Sterblichkeitsziffer in Cypern erheblich niedriger als in Palästina — sie schwankte im Zeitraum 1928 bis 1931 zwischen 13.9 und 17.1 —, es läßt sich aber keine so eindeutige Tendenz der Senkung der Sterblichkeitsziffer innerhalb dieses Zeitraumes feststellen, und das gleiche gilt für die über dem Durchschnitt der palästinensischen Sterblichkeitsziffer liegenden ägyptischen Ziffern, die in dem Zeitraum von 1928 bis 1931 zwischen 25.0 und 27.7 schwankten. Die günstigen Verhältnisse in Palästina gegenüber anderen Ländern des Vorderen Orients werden besonders deutlich an einem Vergleich mit den Bevölkerungszuständen in den Hauptstädten des Irak: Dort schwankte die Säuglingssterblichkeitsziffer in den Jahren 1927 bis 1930 in Mossul zwischen 315 und 420, in Bagdad zwischen 273 und 307, in Basrah zwischen 185 und 253 pro 1000, ohne daß sich in diesem Zeitraum eine sinkende Tendenz feststellen ließe. Dabei darf man angesichts des primitiven Standes der irakischen Statistik annehmen, daß diese Ziffern eher unterschätzt sind. Das ungünstige bevölkerungspolitische Bild des Irak verstärkt sich noch bei einer Betrachtung der allgemeinen Sterblichkeits- und Geburtenziffern, bei der sich ergibt, daß die genannten Städte infolge des Mißverhältnisses von Geburten- und Todesziffern in einzelnen Jahren sogar einen — und mitunter recht beträchtlichen — Bevölkerungsverlust erlitten haben. So hat nach offiziellen mir in Bagdad zur Verfügung gestellten Angäben in Basrah die Geburtenziffer unter der. Wirkung von Epidemien wiederholt erheblich unter der Sterblichkeitsziffer gelegen. Ähnliche, wenn auch nicht so krasse Erscheinungen waren auch in den beiden anderen großen Städten im Laufe der letzten zwölf Jahre zu verzeichnen. Die Unvollständigkeit der Registrierung der Bevölkerungsbewegung in Transjordanien und im französischen Mandatsgebiet Syrien, in dem man auf Grund der Nouvelle Legislation sur l'Etat Civil vom Jahre 1932 erst in den letzten Jahren die Voraussetzungen für eine genaue Erfassung der bevölkerungspolitischen Bewegung zu schaffen sucht, macht einen Vergleich der Entwicklung und des Standes der Bevölkerung mit diesen Ländern unmöglich. Mit Sicherheit läßt sich nur aus einem Vergleich der Wanderungsbewegung Palästinas und dieser Nachbarländer schließen, daß der wirtschaftliche Druck in den umliegenden Ländern bereits in den ersten Nachkriegsjahren erheblich größer gewesen ist als in Palästina, und daß dieser Abstand in den letzten Jahren gestiegen ist. Im Jahre 1931 schätzte die Regierung die Zahl der Araber und Hauraner, die aus Transjordanien und dem Hauran eingewandert sind, auf 18.000. Unter Berücksichtigung der Rückwanderungsbewegung wird die Zahl der arabischen Zuwanderer, die in dem Zeitraum 1932 bis 1934 in Palästina festen Fuß gefaßt haben, auf 24.000 geschätzt. Es bleibe dahingestellt, in welchem Umfang die Angaben der arabischen Presse Syriens,

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